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Bach verteidigt seine Politik - Vergleich zur Trump-Wahl

Sportpolitik Bach verteidigt seine Politik - Vergleich zur Trump-Wahl

Das Bild, das Medien zeichnen, entspricht für IOC-Präsident Thomas Bach nicht unbedingt der Realität: Für ihn bleiben die Rio-Spiele ein großer Erfolg. Auch in Sachen Russland-Krise und Agenda 2020 sieht Bach das IOC im Recht.

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Thomas Bach kann sich Olympische Spiele in Katar vorstellen.

Quelle: Bernd von Jutrczenka

Doha. Rio-Spiele, Russland-Krise, Agenda 2020 - IOC-Präsident Thomas Bach hat seine Politik vehement verteidigt und die negative Berichterstattung in den Medien mit einem Vergleich zur US-Wahl als nicht stellvertretend abgetan.

So sei der Sieg von Donald Trump ein Fallbeispiel für die Unterschiede zwischen "veröffentlichter Meinung und öffentlicher Meinung" sowie zwischen "Wahrnehmung und Realität" gewesen, sagte Bach in seiner Rede auf der Generalversammlung der Vereinigung Nationaler Olympischer Komitees (ANOC) in Doha.

Bach sprach dabei die vielen Negativ-Schlagzeilen im Vorfeld der Spiele wie die Sicherheit, die Wasserqualität, den Zika-Virus oder die Anschuldigungen von Staatsdoping in Russland an. Vielmehr sei der Erfolg der Spiele angesichts der Rezession und der politischen Schwierigkeiten in Brasilien "ein Wunder" gewesen. Auf die vielen leeren Zuschauerränge während Olympia oder die Organisationspannen ging der IOC-Boss nicht ein.

So ist Bach auch nach wie vor von der Richtigkeit der IOC-Entscheidung überzeugt, keinen Komplett-Bann für russische Athleten ausgesprochen zu haben. Er habe viele Staatschefs und Regierungsvertreter seitdem getroffen und viel Zustimmung erhalten. "Sie schätzen es, dass wir keine politische Entscheidung getroffen haben", sagte Bach.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte indes vor den Sommerspielen angesichts des mutmaßlichen Staatsdopingsystems in Russland einen Komplett-Ausschluss gefordert.

Zugleich verteidigte der Fecht-Olympiasieger von 1976 seine Agenda 2020. Ohne das Reformprojekt hätte es keinen Bewerber für die Sommerspiele 2024 gegeben. Paris, Los Angeles und Budapest sind derzeit als Kandidaten für die Abstimmung 2017 in Lima übrig geblieben, nachdem sich Hamburg und Rom zurückgezogen hatten.

Nette Worte hatte Bach auch für die Gastgeber übrig, indem er Katar Hoffnungen auf die Ausrichtung der Olympischen Spiele gemacht. "Es liegt an Katar. Ich kann mir vorstellen, dass Katar eines Tages ein Kandidat für die Ausrichtung der Olympischen Spiele sein wird", sagte Bach. Derzeit laufe aber der Prozess für die nächsten Spiele.

Katar hatte sich bereits für die Sommerspiele 2016 und 2020 beworben, war aber bereits in der Vorauswahl gescheitert. 2022 trägt das kleine Emirat erstmals die Fußball-Weltmeisterschaft aus. Allerdings sorgen Menschenrechtsverletzungen auf den Baustellen des Landes sowie Korruptionsvorwürfe rund um die Bewerbung immer wieder für Negativ-Schlagzeilen. Zuletzt wurde in Katar die Straßenrad-WM ausgetragen.

Mitten in die Generalversammlung sorgte die Nachricht von der Suspendierung des Anti-Doping-Labors in Doha durch die Welt-Anti-Doping-Agentur für Aufsehen. Die WADA entzog zunächst für vier Monate die Akkreditierung. Details zu den Gründen der Suspendierung teilte die Weltagentur nicht mit. Labors können gesperrt werden, wenn sie die internationalen Anforderungen und Standards nicht erfüllen.

dpa

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