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Belzigs Marvin Sommer im Konzert der Großen

Handball-Bundesliga Belzigs Marvin Sommer im Konzert der Großen

Vor der Saison wechselte der 23-Jährige vom Zweitligisten EHV Aue zu Bundesliga-Aufsteiger SC DHfK Leipzig. Der Linksaußen genoss seine handballerische Ausbildung in der Sportschule Potsdam. Am Samstag gibt er im DHB-Pokal sein Pflichtspieldebüt für Leipzig. Und das, obwohl der Bad Belziger vor gut einem Jahr noch an einer schweren Krankheit litt.

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Leipzigs Linksaußen Marvin Sommer (l.) packt gegen Barcelonas Rechtsaußen Victor Tomas zu.

Quelle: FRANK MOLTER

Leipzig. Die erste Feuerprobe hat Marvin Sommer bereits am Mittwochabend überstanden. Vor 8200 Zuschauern nahm er mit dem Bundesliga-Aufsteiger SC DHfK Leipzig am „Unser Norden Cup“ des THW Kiel teil. 21:24 verlor das Handballteam gegen den Gastgeber, 21:31 gegen den aktuellen Champions-League-Sieger FC Barcelona. „Das war Gänsehaut pur. Wir haben zwar beide Spiele verloren, aber trotzdem war es eine überwältigende Erfahrung“, sagte der 23-Jährige.

Der Bad Belziger (Potsdam-Mittelmark) ist spätestens seit dem Vorbereitungsturnier in Kiel, bei dem ihm zwei Tore gelangen, im Konzert der Großen angekommen. Am Samstag gibt er in der ersten Runde des DHB-Pokals gegen den TSV Altenholz (19 Uhr) sein Pflichtspieldebüt für den Bundesliga-Aufsteiger. „Gerade vom körperlichen Aspekt ist der Schritt von der zweiten in die erste Liga ungemein groß. Das Spiel ist noch viel schneller, die Robustheit und Athletik ist viel entscheidender. Deshalb müssen wir als junge Truppe ganz viel mit Laufbereitschaft und Leidenschaft wettmachen“, sagt Sommer.

Pfeiffersches Drüsenfieber zwang Sommer zu einem halben Jahr Pause

Denn Leipzig stieg erst zu dieser Saison auf, Sommer wechselte in der Sommerpause vom Konkurrenten EHV Aue zum souveränen Zweitligameister. In den zwei Jahren in Aue avancierte der Linksaußen schnell zum Publikumsliebling. Dabei musste er auch Rückschläge hinnehmen. Nachdem er in der Hinrunde 2013/14 noch 98 Tore warf, fiel er die komplette Rückrunde aus. Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber. „Ich konnte nichts, wirklich gar nichts, nicht einmal Treppenlaufen. Ich bin zehn Minuten langsam wie eine Schnecke gelaufen und war danach völlig fertig“, erzählt er über die schwierige Zeit. „Da hilft nur Ruhe und Abwarten, man konnte da gar nicht viel machen.“ Als seine Kollegen aus Aue in der Sommerpause 2014 im Urlaub waren, ackerte er an seinem Comeback. Und das mit Erfolg: 179 Tore gelangen ihm in 33 Spielen der vergangenen Saison, er war der mit Abstand beste Torjäger seines Teams.

Das machte früh die ambitionierten Leipziger aufmerksam, schon im Winter war der Wechsel perfekt. „Ich wollte schon immer erste Liga spielen. Leipzig ist eine wunderschöne Stadt und nicht weit weg von Potsdam und Bad Belzig, wo meine Mutter lebt“, begründet Sommer den Wechsel nach Sachsen.

Handballerische Ausbildung auf der Sportschule Potsdam

Dort hat er sich bereits gut eingelebt, warf vor einer Woche bei einem Test gegen Zweitligist Bad Schwartau (32:32) acht Tore und damit die meisten seines Teams. „Spielerisch ist es als Außen generell etwas einfacher ins Konzept zu finden. Und die Hälfte der Spieler kannte ich schon alleine vom gegeneinander spielen oder auch aus den Spielen der Landesauswahlen“, sagt Sommer. Denn für Brandenburg lief er seit seiner Zeit in der Sportschule Potsdam auf, die er ab der 7. Klasse besuchte. Das Trikot des Drittligisten VfL Potsdam trug er insgesamt zehn Jahre, wohnte einst mit Keeper Matthias Frank in einer WG in Potsdam.

Nun ist er in Leipzig heimisch, im DHB-Pokal winkt bereits eine reizvolle Aufgabe. Sollte der Sportclub gegen Altenholz (3. Liga) gewinnen und die Füchse Berlin zuvor ihre Partie gegen SG LVB Leipzig (3. Liga) für sich entscheiden, würden die beiden Erstligisten schon am Sonntag (15 Uhr) aufeinandertreffen. „Das könnte auch gleich Zuschauer in die Halle ziehen“, freut sich Sommer auf das wahrscheinliche Duell gegen den EHF-Pokal-Sieger – und es wäre wieder ein Spiel gegen die Großen der Zunft.

Wiedersehen mit Fabian Wiede und Willy Weyhrauch

Wie Marvin Sommer (SC DHfK Leipzig) warfen auch die beiden Bundesligaspieler Fabian Wiede und Willy Weyhrauch ihre ersten Handbälle beim MBSV Belzig.

Beide stehen beim Bundesligisten Füchse Berlin unter Vertrag und gewannen in der vergangenen Saison den EHF-Pokal.

„Fabi kenne ich noch aus der Sportschule Potsdam ziemlich gut. Wenn wir uns sehen, reden wir immer“, berichtet Sommer.

Nach seinen Kniebeschwerden ist Nationalspieler Wiede für das Pokalwochenende wieder einsatzfähig.

„Er ist Montag wieder voll ins Training eingestiegen und kann spielen“, sagt Sportkoordinator Volker Zerbe.

Die Berliner treten heute (15 Uhr) beim Final-Four-Turnier der ersten Runde des DHB-Pokals bei Drittligist SG LVB Leipzig (16.30 Uhr) an.

Das mögliche Spiel um den Achtelfinaleinzug findet morgen (15 Uhr) statt.

Von Stephan Henke

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