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Bayer in Europa auf Titeljagd - Völler: "dabeibleiben"

Fußball Bayer in Europa auf Titeljagd - Völler: "dabeibleiben"

Nach dem Abstieg aus der Champions League muss Bayer Leverkusen in der Europa League bei Sporting Lissabon antreten. Trainer Schmidt will den portugiesischen Spitzenreiter mit Powerfußball schlagen: "Wir versuchen, so weit wie möglich zu kommen."

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Leverkusens Trainer Roger sieht in Gegner Sporting Lissabon eine schwierige, aber machbare Aufgabe.

Quelle: Fredrik von Erichsen

Lissabon. Bayer Leverkusen nimmt in der Europa League nach dem Pokal-K.o. den zweiten Titel-Anlauf. "Ob wir ein Aspirant für den Titel sind, wird sich in den beiden Spielen zeigen", sagte Chefcoach Roger Schmidt vor dem Zwischenrunden-Hinspiel am Donnerstag bei Sporting Lissabon.

Forscher formuliert Sportdirektor Rudi Völler vor dem Gastspiel beim Spitzenreiter der portugiesischen Primiera Liga den Anspruch: "Wir wollen eine Runde weiterkommen und wenn es geht, bis zum Ende dabeibleiben."

Der nach einer Sprunggelenkverletzung noch rekonvaleszente Kapitän Lars Bender hat seine Kollegen auf die große Chance eingeschworen. "Wir wollen diese Hürde mit aller Macht nehmen", sagte er. Dafür müsse man "alles raushauen und cleverer sein als in der Champions League". Der Fußball-Werksclub war in der Gruppenphase als Dritter hinter dem FC Barcelona und AS Rom ausgeschieden.

"Es ist eine sehr schwierige Aufgabe, aber dadurch, dass wir das Rückspiel zu Hause haben, ist es ein kleiner Vorteil", meinte Schmidt. So hatte Bayer nach einem 0:1 in der Qualifikation zur Champions League bei Lazio Rom in der BayArena 3:0 gewonnen. "Wir können vorlegen", hofft Torwart Bernd Leno. Allerdings warnt Völler: "Fußballerisch ist Sporting überragend gut. Technisch sehr fein."

Immerhin hat Sporting in 22 Liga-Partien schon 47 Tore erzielt und zuletzt auswärts 4:0 bei Nacional Funchal gewonnen. "Das ist eine Mannschaft, die eine offensive Qualität hat", sagte Schmidt. Dies gilt besonders für den algerischen Nationalstürmer Islam Slimani, der schon 22 Pflichtspieltore erzielte.

Dennoch will der Bayer-Coach auch in Lissabon bei seiner Powerfußball-Taktik bleiben. "Wenn man auswärts spielt und gewinnt, sind das die besten Voraussetzungen. Deshalb versuchen wir auch in Lissabon, unserem Stil treuzubleiben", kündigte er trotz der knappen Niederlagen in Rom (2:3) und Barcelona (1:2) an. Seine Werkself sei "sehr gut darin, sehr aktiv zu sein in solchen Spielen". Schmidt: "Der Schlüssel des Erfolgs wird sein, möglichst lange unser offensives Spiel auf den Platz zu kriegen."

Verzichten muss Bayer beim Europapokalsieger der Pokalsieger von 1964 und UEFA-Cup-Finalisten von 2005 auf Torjäger Javier "Chicharito" Hernández, der schon im Spiel bei Darmstadt 98 (2:1) wegen einer Muskelverletzung pausieren musste, und auf den gesperrten Kevin Kampl. Dafür ist Weltmeister Christoph Kramer von einer Grippe genesen und fit.

Das kämpferische Aufbäumen in Darmstadt und das Vorrücken auf den dritten Tabellenrang sollen Aufwind für den Auftritt im Estádio José Alvalade XXI geben. "Ich weiß gar nicht, ob man das laut aussprechen darf, dass wir Dritter sind", meinte Schmidt angesichts der Kritik nach der Pokal-Pleite gegen Bremen und der Leistungsschwankungen. "Der 21. Spieltag in der Bundesliga ist vorbei und es ist so. Die Mannschaft hat sich in den letzten Wochen gefangen."

Einen Motivationsverlust durch den Abstieg aus der Champions League in die zweite europäische Liga fürchtet er nicht. "Wir sind nun in der Europa League und es ist hoch attraktiv", meinte 04-Vereinsboss Michael Schade angesichts von Rivalen wie FC den Liverpool, Manchester United oder Cupverteidiger FC Sevilla. "Da kann man nicht sagen, es ist ein Verlierer-Wettbewerb." Vor Saisonbeginn hatte er noch keine so hohe Meinung von der Europa League ("Lieber in Barcelona verlieren als am Ural gewinnen"). Nun ist sie die "kleine Champions League".

Voraussichtliche Aufstellungen:

Sporting Lissabon: Patrizio - Joáo Pereira, Coates, Semedo, Esgaio - Carvalho, Joáo Mário, Aquilani, Ruiz - Mané, Slimani

Bayer Leverkusen: Leno - Jedvaj, Tah, Toprak, Wendell - Calhanoglu, Kramer - Bellarabi, Brandt, Mehmedi - Kießling

Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)

dpa

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