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Beteiligte am DTM-Skandal von Spielberg

Motorsport Beteiligte am DTM-Skandal von Spielberg

Der Funkspruch-Skandal von Spielberg hat im Deutschen Tourenwagen Masters für viel Wirbel gesorgt. Am 26. August verhandelt nun das DMSB-Sportgericht den Befehl von Audi-Motorsportchef Ullrich an seinen Fahrer Scheider, einen Konkurrenten von der Piste zu schieben.

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Pascal Wehrlein wurde als Folge einer Kollision von zwei anderen Fahrzeugen ins Kiesbett geschoben.

Quelle: Juergen Tap/Hochzwei

Frankfurt/Main. Der Funkspruch "Timo, schieb ihn raus" hat ein juristisches Nachspiel.

Dreieinhalb Wochen nach dem DTM-Skandal von Spielberg verhandelt das Sportgericht des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) in Frankfurt/Main diese Aufforderung von Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich an seinen Fahrer Timo Scheider. Damit wird der für viel Wirbel sorgende Fall noch kurz vor den nächsten beiden Rennen zum Deutschen Tourenwagen Masters in Moskau geklärt.

Der zweimalige Champion Scheider war beim zehnten DTM-Lauf am 2. August in Österreich seinem Mercedes-Konkurrenten Robert Wickens ins Heck gefahren. Der Kanadier schob daraufhin unfreiwillig seinen Mercedes-Kollegen Pascal Wehrlein von der Strecke. Für Wickens und den bis dahin Gesamtführenden Wehrlein endete das Rennen im Kiesbett.

Scheider beteuerte zwar seine Unschuld. Aber nach Analyse der Fahrzeugdaten und Videobilder wurde der Audi-Pilot disqualifiziert. Ob und wie Ullrich für den nach eigenen Angaben unbeabsichtigten Funkspruch bestraft werden kann, ist offen. Im Reglement taucht die Position des Motorsportchefs nicht auf.

Die beteiligten Personen am DTM-Skandal von Spielberg:

WOLFGANG ULLRICH

Wolfgang Ullrich ist Doktor der technischen Wissenschaften und seit 1993 Leiter der Abteilung Sport- und Sonderentwicklungen von Audi. Der Österreicher wird an diesem Donnerstag 65 Jahre alt und hat in der Szene den Ruf eines fairen Sportsmanns. Unter Ullrichs Führung gab Audi 1999 sein Comeback bei den 24 Stunden von Le Mans und kehrte 2004 als Werksteam ins Deutsche Tourenwagen Masters zurück. Seither holte Audi unter anderem sechs DTM-Fahrertitel und zwölf Siege bei den 24 Stunden von Le Mans.

ULRICH FRITZ

Ulrich Fritz verantwortet den DTM-Auftritt von Mercedes. Für den 38-Jährigen ist es die erste Saison als Teamchef bei Mercedes-AMG. Mit Fritz an der Spitze des DTM-Programms hat sich Mercedes in der Tourenwagenserie wieder zu einem konkurrenzfähigen Teilnehmer entwickelt und geht zudem erstmals seit 2012 wieder mit acht Fahrzeugen an den Start. Fritz ist ein zurückhaltender Mensch, der in der Öffentlichkeit bislang nicht mit großen Sprüchen aufgefallen ist.

TIMO SCHEIDER

Audi-Fahrer Timo Scheider zählt mit 157 Rennen zu den erfahrensten Startern in der DTM. Der 36-Jährige gewann den Fahrer-Titel 2008 und 2009. In den vergangenen Jahren blieb Scheider aber hinter den eigenen Erwartungen zurück. Scheider ist ein meinungsstarker Fahrer mit großem Selbstbewusstsein, der auch gerne Defizite der Serie aus seiner Sicht ansprach und für Veränderungen warb. Scheider ist gut befreundet mit BMW-Fahrer Timo Glock, fährt leidenschaftlich gerne Fahrrad und hat als Fahrersprecher von Audi ein Mandat in der DTM-Fahrergewerkschaft.

ROBERT WICKENS

Der Kanadier fährt für Mercedes seine vierte DTM-Saison. Schon im zweiten Jahr holte er auf dem Nürburgring seinen ersten Sieg. Seit der vergangenen Saison zählt Wickens zu den konstantesten Fahrern im Feld. Vor allem der Norisring liegt dem 26-Jährigen. Wickens hat das Potenzial für den DTM-Titel - aber noch nicht in diesem Jahr.

PASCAL WEHRLEIN

Der 20-Jährige ist eines der größten Talente im deutschen Motorsport und absolviert seine dritte DTM-Saison. Für Mercedes und Force India hat er schon Testfahrten in der Formel 1 bestritten. Seit seinem Premierensieg auf dem Lausitzring vor knapp einem Jahr mit damals 19 Jahren und 332 Tagen ist Wehrlein der jüngste Rennsieger der DTM-Geschichte. Nach dem Samstags-Rennen in Spielberg war er zudem erstmals in seiner Karriere DTM-Spitzenreiter.

dpa

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