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Bitteres Aus in Peking: Spiegelburg verpasst WM-Finale

Leichtathletik Bitteres Aus in Peking: Spiegelburg verpasst WM-Finale

Das WM-Finale in Peking findet ohne die beste deutsche Stabhochspringerin statt: Silke Spiegelburg schied am Montag überraschend schon in der Qualifikation aus. Glücklich ist sie bei großen Meisterschaften zuletzt nie geworden.

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Silke Spiegelburg war nach dem verpassten WM-Finale sehr enttäuscht.

Quelle: Christian Charisius

Peking. Silke Spiegelburg und die großen Leichtathletik-Meisterschaften - das war schon immer ein besonderes Thema. Zwischen 2009 und 2013 wurde die beste deutsche Stabhochspringerin viermal Vierte bei den jeweiligen Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Olympischen Spiele.

"Vierte, immer werde ich Vierte", sagte sie 2012 in London verzweifelt. Dabei liefen ihr die Tränen aus den Augen. An diesem Montagmorgen war dann alles noch schlimmer: Spiegelburg schied bei der WM in Peking bereits in der Qualifikation aus.

Drei Fehlversuche über 4,55 Meter, davor auch die 4,45 Meter erst im dritten Anlauf übersprungen: Das reichte nicht aus, um das Finale der besten 14 am Mittwoch um 13.05 Uhr deutscher Zeit zu erreichen.

Die deutsche Meisterin Lisa Ryzih ist dann dabei, die ehemalige WM-Zweite Martina Strutz (beide 4,55 Meter) ebenfalls - nur die deutsche Rekordhalterin verpasste erneut die Gelegenheit, nach Silber bei der EM 2010 mal wieder eine bedeutende internationale Medaille mit nach Hause zu nehmen.

Es gibt Athleten, die fressen eine solche Enttäuschung in sich hinein. Spiegelburg aber lässt sie jedesmal frei heraus. Wütend stapfte sie nach ihrem dritten Fehlversuch über 4,55 Meter über die Stabhochsprunganlage. Sie warf ihre Trinkflasche weg, trat gegen ihre Sporttasche und fluchte laut über sich selbst. Dann packte sie ihre Sachen zusammen und verschwand in den Kabinen des Olympiastadions. Zu den wartenden Journalisten sagte sie kein Wort.

"Ich bin noch zu ihr hingegangen. Aber in dem Moment kann ihr keiner helfen. Das ist sehr bitter", meinte Strutz. Das Verhältnis unter den deutschen Stabhochspringerinnen ist ohnehin nicht das beste. "Vielleicht sind wir alle mehr Einzelkämpferinnen", sagte Strutz. Am Montag hätte ihrer Rivalin aber auch der beste Teamgeist nicht geholfen.

Ein Teil der Erklärung ist: Für Spiegelburg ist es eine schwierige WM-Saison. Nach immer wiederkehrenden Problemen im vergangenen Jahr musste sich die 29-Jährige am rechten Fuß operieren lassen. Als Ursache stellte sich ein Haarriss im Kahnbein heraus. "Erst Mitte Januar konnte ich wieder mit dem Springen beginnen", erzählte sie vor der WM.

Aber auch ohne Verletzungsprobleme gab es in Spiegelburgs Karriere bislang vor allem eine Konstante: die fehlende Konstanz. Denn ihren Rückschlägen bei internationalen Meisterschaften stehen auch einige bemerkenswerte Erfolg entgegen, häufig auch in ein und derselben Saison. So gewann die Studentin der Gesundheitsökonomie von 2011 bis 2013 dreimal nacheinander die Gesamtwertung der Diamond League. Das haben nicht einmal die Olympiasiegerin Jennifer Suhr aus den USA oder die WM-Favoritin Yarisley Silva aus Kuba geschafft.

Spiegelburgs nächste Ziele sind jetzt die Olympischen Spiele 2016 in Rio und die Heim-EM 2018. "Mit Berlin habe ich noch eine Rechnung offen", sagte sie einmal. Auch da wurde sie bei der WM 2009 Vierte.

dpa

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