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Blankenfelder Bogenschützen haben Zulauf

MAZ-Serie: Mein Verein Blankenfelder Bogenschützen haben Zulauf

Die Blankenfelder Bogenschützen sind die erfolgreichsten Recurve-Sportler Brandenburgs. Der Verein ist in vielen Ligen aktiv und konnte sogar schon bei Deutschen Meisterschaften erfolgreich abschneiden.

Blankenfelde. Steffen Feistauer geht in Position, zielt, der Pfeil fliegt – und bleibt 70 Meter weiter genau in der gelben Mitte der Zielscheibe stecken. Feistauer, 51, betreibt den Sport erst seit drei Jahren. Seit zweieinhalb Jahren ist er Mitglied des Blankenfelder Bogenschützenvereins BB08 (Teltow-Fläming) und seit 2014 im Vorstand verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit. „Ich hatte immer Probleme mit dem Rücken“, erzählt der Berufsschullehrer aus Ludwigsfelde. „Dann habe ich gehört, dass Bogenschießen gut für die Ausdauer und die Rückenmuskulatur ist und es einfach mal ausprobiert. Ich bin sofort dabeigeblieben.“

Auch Christoph Schwedler, Bogenschütze seit acht Jahren und seit Gründung des Vereins dabei, erklärt: „Wenn man mit dem Bogenschützen-Virus erst einmal infiziert ist, kann man nicht mehr aufhören.“ Mindestens einmal pro Woche kommt der 18 Jahre alte Auszubildende zum Training bei den Bogenschützen. „Das ist hier wie eine große Familie“, schwärmt er. „Der Sport fasziniert einfach“, fasst es Feistauer zusammen. „Die Kombination aus Konzentrationstraining, Kraft und Ausdauer ist ein hervorragender Ausgleich für allen Stress.“ Außerdem sei so ein Sport an der frischen Luft „Entspannung pur“.

Bis auf ein Mitglied schießen die Blankenfelder Bogenschützen mit dem Recurve-Bogen. Insgesamt acht Mannschaften mischen in den verschiedenen Ligen mit, allein in der Landesliga sind drei Mannschaften vertreten, eine weitere in der Regionalliga. Hinzu kommen die Vereinsmeisterschaften in Blankenfelde, Kreismeisterschaften, Landesmeisterschaften und Deutsche Meisterschaften. „2014 sind wir mit unseren Top-Schützen sogar in die 1. Bundesliga aufgestiegen“, freut sich Feistauer. Auch, wenn die Blankenfelder ihren Platz dort schnell wieder aufgeben mussten, „das Ziel lautet Wiederaufstieg.“

Die Blankenfelder Bogenschützen sind außerdem der einzige Verein, der bisher bei allen Europacups für Vereinsmannschaften dabei war, auch dieses Jahr wollen sie die Qualifikation wieder schaffen. Im vergangenen Jahr belegte das Herrenteam dort einen hervorragenden 6. Platz. Auch bei anderen Turnieren traten die Schützen mit großem Erfolg an: Die Jugendmannschaft etwa holte schon die Goldmedaille beim Hallenturnier der Deutschen Meisterschaften, auch in der Zweiten Landesliga gab es bereits einen ersten Platz. Und das im Rollstuhl sitzende Vereinsmitglied Alexander Sturm (51) holte bei den Deutschen Behindertenmeisterschaften einen 3. Platz. „In der olympischen Recurve-Bogendisziplin sind wir in Brandenburg der erfolgreichste Bogenschützen-Verein“, sagt Feistauer nicht ohne Stolz. „Wir sind in fast allen Wettkämpfen vertreten – mit guten Platzierungen.“

Neben dem Training gibt es viele vereinsinterne Veranstaltungen. Die Freiluftsaison wird jedes Jahr mit dem Face to Face-Turnier eröffnet, bei welchem jeder gegen jeden antritt, in der Adventszeit zählt das Zipfelmützentraining zu den Höhepunkten. In diesem Jahr soll es zum ersten Mal den „Women’s Generation Cup“ geben – ein Turnier vereinsübergreifend nur für die weiblichen Schützen. Daneben richten die Mitglieder Veranstaltungen für Firmen aus. „Das kommt der Vereinskasse zugute, macht aber vor allem Werbung für diese faszinierende Sportart“, erklärt Feistauer. Auch die von der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow organisierte Generationenstaffel im Natursportpark ist eine Attraktion, bei der viele Anwohner die Leidenschaft für den Sport entdecken. Nicht, dass der Verein Nachwuchssorgen hätte: Aus einer Schulkooperation mit der Gemeinde heraus sind schon einige junge Leute dem Verein beigetreten. Außerdem starten zwei Mal im Jahr Anfängerkurse – jedes Mal gut besucht. Dadurch, dass der Verein zum Landesstützpunkt Bogensport gehört, erhält er auch eine spezielle Nachwuchsförderung, etwa bei Ausbildung, Material und Lehrgängen. Bald gibt es sogar einen Lehrgang gemeinsam mit dem Bundesnachwuchs.

Für die Zukunft legt der Verein sein Hauptaugenmerk auf die Fertigstellung der Anlage. Mit Spenden unter anderem von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse und dem Flughafen BER soll der komplette Platz behindertengerecht gestaltet werden. Erst vor zwei Jahren fand auf dem weitläufigen Feld der erste Wettkampf statt, zuvor wurde dort, wo jetzt eine Kita steht, trainiert. Dass auch dieses Vorhaben gelingt, da ist Feistauer zuversichtlich: „Das ist ein toller Verein. Hier hilft man sich gegenseitig.“

Von Anne-Kathrin Fischer

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