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Boatengs Berlin-Rückkehr bringt Schalke Stolz zurück

Fußball Boatengs Berlin-Rückkehr bringt Schalke Stolz zurück

Der ehemalige Prince von Berlin genoss die "vielen positiven Emotionen" in vollen Zügen. "Für uns war das ein wichtiger Sieg", sprach Kevin-Prince Boateng in die vielen Mikrofone und Diktiergeräte.

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Kevin-Prince Boateng (l) herzt Kollege Adam Szalai, Trainer Jens Keller ist ebenso zufrieden.

Quelle: Kay Nietfeld

Berlin. "Wir haben von der Presse viel auf den Kopf bekommen, weil wir gegen zwei starke Teams verloren haben. So ist das halt auf Schalke." Zwar zeigten Boateng und Co. beim 2:0-Sieg gegen den Aufsteiger Hertha BSC keinen berauschenden Fußball. Aber nach der Derby-Pleite gegen Dortmund und der Heim-Offenbarung gegen den FC Chelsea kehrte wieder der Stolz zurück zu Königsblau.

"Wir haben leidenschaftlich gespielt und keinen Ball verloren gegeben. Es ist nicht selbstverständlich in Berlin zu gewinnen", erklärte Kapitän Benedikt Höwedes, der vor 69 277 Zuschauern im Olympiastadion - davon einige tausend Schalke-Fans - vorangegangen war beim leidenschaftlichen Kick in der Hauptstadt. "Nach dem Derby waren wir sehr enttäuscht. Heute haben wir eine Reaktion gezeigt, läuferisch und kämpferisch überzeugt", meinte Höwedes.

Ein Kopfballtor von Adam Szalai (26. Minute) und die Torzugabe von Julian Draxler in der Nachspielzeit (90.+4) waren die Belohnung für die Gäste am 11. Bundesliga-Spieltag. Mit 17 Punkten steht Schalke als Tabellen-Sechster zumindest wieder auf Tuchfühlung zu einem Platz, der am Saisonende erneut in die Königsklasse führen kann.

Trainer Jens Keller nahm aus Berlin jedoch vor allem die wichtige Erkenntnis mit für das nächste Champions-League-Spiel am Mittwoch in London, "dass man sieht, wenn die Mannschaft kompakt spielt, ist es schwer, gegen uns ein Tor zu erzielen". Höwedes ergänzte: "Gegen Chelsea haben wir noch was gutzumachen."

Dass die Abschluss-Schwächen einer offensiven und mutigen Hertha sowie ein herausragender Timo Hildebrand im Schalker Tor gehörig zur Stimmungsaufhellung rund um Gelsenkirchen beigetragen hatten, dürfte auch Chefcoach Keller nicht entgangen sein. "Wir können auch aus unserer Defensivleistung viel Kraft schöpfen", sagte Keller dennoch.

"Ich habe mein hundertstes zu Null nicht geschenkt bekommen", fasste Hildebrand, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, seinen Schwerarbeitstag zusammen. Vor allem gegen Boateng-Kumpel Änis Ben-Hatira und Adrian Ramos war der 34-jährige Schlussmann mehrmals der letzte Retter. "Timo hat den Löwenanteil am Sieg. Das tut ihm gut und uns allen", erklärte Schalke-Manager Horst Heldt.

Auf der anderen Seite dürfte Thomas Kraft weniger glücklich sein. Zwar übernahm Hertha-Verteidiger Sebastian Langkamp die Verantwortung für den letztlich spielentscheidenden 1:0-Kopfball von Szalai nach einer Ecke: "Es war mein Gegenspieler und daher mein Fehler." Und Manager Michael Preetz sprach von einer "großen Qualität der Schalker bei Standards" und einem "schwierigen Ball". Doch wie schon beim jüngsten 2:3 der Berliner Aufsteiger beim FC Bayern kann auch Kraft von einer Mitschuld nicht freigesprochen werden.

"Wenn er rauskommt, muss er den Ball haben. Er hat den Ball nicht. Deswegen ist es ein Fehler", sagte Hertha-Coach Jos Luhukay deutlich im Pay-TV-Sender Sky. In der Pressekonferenz fügte der Niederländer zum Vergleich Hildebrand-Kraft an diesem Nachmittag nur noch an: "Beide Torhüter sind gut. Der Unterschied ist, dass Timo kein Tor bekommen hat." So konnte Hertha (weiter 15 Punkte) auch zum zehnten Mal nacheinander gegen Schalke nicht gewinnen.

Prince Boateng, der bei seinem ersten Spiel gegen seinen Ex-Club Hertha eher unauffällig agierte, wird seine Berlin-Rückkehr auf jeden Fall in guter Erinnerung behalten. "Ich habe mich gefreut wieder hier zu sein", sagte der früher als Ghetto-Kicker titulierte Ghanaer zum Abschied. Kumpel Ben-Hatira, auch in einem Fußball-Käfig groß geworden, sah das natürlich ganz anders: "Die Niederlage tut ein bisschen weh. Ich wünsche mir, dass wir uns in Zukunft für unseren Aufwand belohnen."

dpa

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