Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 8 ° Sprühregen

Navigation:
Boxen: Ramona Kühne ist Weltmeisterin

WBO-Titelverteidigung im Boxen Boxen: Ramona Kühne ist Weltmeisterin

Der Schweiß fließt, die Lippe hat einen tiefen Riss: Die Rangsdorferin Ramona Kühne hat um den WM-Gürtel im Boxen gekämpft. Es war ein Duell der Generationen. Doch Kühne hat bei ihrem 25. Kampf bewiesen, dass sie noch lange kein „altes Eisen“ ist. Sie boxte souverän und ließ die junge Herausforderin alt aussehen – das trotz Startschwierigkeiten.

Voriger Artikel
Rosberg nach Brasilien-Sieg wieder Vize-Weltmeister
Nächster Artikel
Ungarn feiert erste EM-Teilnahme seit 44 Jahren

Ramona Kühne hat ihren Weltmeistertitel verteidigt.

Quelle: Magdeburg

Dessau. Ramona Kühne schnürt in der Kabine ihre Boxhandschuhe ab. Der WM-Gürtel liegt auf der Bank gleich neben der Tür. Die alte und neue Weltmeisterin wischt sich den Schweiß immer wieder von der Stirn und zeigt ihrem Trainer und Ehemann Stephan die Wunde an der Unterlippe. Der Riss ist tief. „Wir sind irgendwann mit den Köpfen zusammengestoßen“, erinnert sich die 35-Jährige, die in der Nacht zum Sonntag in der Anhalt-Arena Dessau das Duell der Generationen gegen die erst 21-jährige Ungarin Erika Kalderas (11-0-0) eindruckvoll gewann und nach dem 25. Profikampf den Gürtel jubelnd in die Höhe hielt.

Der Riss in der Lippe von Boxerin Ramona Kühne ist tief

Der Riss in der Lippe von Boxerin Ramona Kühne ist tief. Er musste später genäht werden.

Quelle: Privat

„Mir ist ein Riesenstein von meinem Herzen gefallen“, so die Rangsdorferin (Teltow-Fläming) in den Katakomben der Halle. Kühne hatte zuvor 20 Monate nicht um die WM geboxt. Nach ihrem zweiten Kreuzbandriss und einer langen Reha-Phase kämpfte sich die Box-Queen nun aber zurück.

Die Boxerin aus Rangsdorf hat darf ihren Gürtel behalten

Die Boxerin aus Rangsdorf hat darf ihren Gürtel behalten.

Quelle: Magdeburg

Zum siebten Mal den Titel verteidigt

Schon zum siebten Mal verteidigte die Brandenburgerin nun ihren WBO-Weltmeistertitel im Super-Federgewicht. Am Ende problemlos. In der 5. Runde. „Ramona sollte die ersten beiden Runden gucken und mit der Führhand arbeiten, so dass sie ein Gefühl für den Kampf bekommt“, verrät Trainer Kühne die Taktik. „Wir haben schnell gemerkt, dass die Gegnerin auf Körpertreffer keinen Bock hat.

Ungarin Erika Kalderas (l) ist erst 21 Jahre alt

Ungarin Erika Kalderas (l.) ist erst 21 Jahre alt.

Quelle: Magdeburg

Später wurde der Druck für das kleine Mädel zu groß. Ramona sollte aber nicht überpacen. Es war dann nur eine Frage der Zeit.“ Zum Start habe er gemerkt, dass Ramona Kühne Probleme hatte, reinzukommen. „Da war sie teilweise noch fest. Ab der 3. Runde war alles top. Besser geht es nicht.“

„Das Alter hat das junge Küken geschlagen“

Auch der Champion war zufrieden. „In der erste Runde habe ich geguckt, weil ich erwartet habe, dass was von ihr kommt“, so die Boxerin. „Daher habe ich zögerlich agiert, um zu testen. Nach dem ersten Körpertreffer habe ich gewusst: Damit bekomme ich sie. Dann habe ich irgendwann eine Rechte ganz gut zum Kopf getroffen.“ Danach hatte die bis dato ungeschlagene Ungarin keine Chance mehr. „Jeder hat gesehen, dass ich kein altes Eisen bin. Das Alter hat das junge Küken geschlagen.“

Ramona Kühne lässt Erika Kalderas  (r) keine Chance

Ramona Kühne lässt Erika Kalderas (r.) keine Chance.

Quelle: Magdeburg

Ramona Kühne denkt nicht über ein Karriereende nach. „Mein Ziel ist es, 30 Kämpfe zusammen zu bekommen und die auch ungeschlagen zu beenden“, sagt die Weltmeisterin, die am Sonntag mit ihren Hunden und ihrem Ehemann Stephan einen Spaziergang machte. Der Riss an der Unterlippe war vergessen. Er musste mit einem Stich genäht werden.

Von Sebastian Morgner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer