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Eine wilde Taxi-Fahrt durch Rio

Olympia-Volunteer blickt hinter die Kulissen Eine wilde Taxi-Fahrt durch Rio

Nadine Bieneck, Mitarbeiterin der MAZ-Sportredaktion, ist bei den Olympischen Spielen in Rio als Volunteer hautnah dabei. Sie berichtet regelmäßig von ihren Erlebnissen, der Arbeit und den Zusammentreffen mit den Stars. Teil 2: Ankunft in Rio.

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Taxis in Rio.

Quelle: dpa\Archiv

Rio de Janeiro. Ziemlich genau 10.000 Kilometer liegen zwischen Potsdam und Rio de Janeiro. Es ist eine Reise um die halbe Welt, über Europa hinweg, Teile Afrikas und anschließend den Atlantik. Zwölf Stunden Flug, in denen man viel Zeit hat, sich Gedanken zu machen. Was wird mich erwarten? Klappt alles so, wie ich es mir vorgestellt und viele Monate vorbereitet habe? Wie zutreffend werden die Warnungen von Familie, Freunden und Bekannten sein, blooooß vorsichtig genug zu sein, schließlich kann man ja dort an jeder Straßenecke überfallen werden…

Frage offen bei der Ankunft

Ich lande 20:30 Uhr in Rio. Zu dieser Zeit ist in der Millionenmetropole bereits die Nacht angebrochen, bereits abends um Sechs wird es hier dunkel. Rio bei Nacht, ein unendliches Lichtermeer, strahlt seine erste Faszination aus. Am Flughafen geht es, bis auf endlos lange Gänge und Hallen, fix. Belgische, Schweizer und kroatische Athleten, die mit mir im Flieger saßen, dürfen eigens eingerichtete Schalter bei der Passkontrolle nutzen und sind innerhalb von Minuten durch die Kontrolle (warten anschließend aber wieder mit allen anderen Reisenden auf ihr Gepäck J). Direkt am Flughafen sind bereits die ersten olympischen Zeichen sichtbar, große Plakate sowie erste Volunteers, die die Athleten in Empfang nehmen. Die Stimmung ist gelöst, entspannt und von einer gewissen Vorfreude auf die nächsten Wochen geprägt. Passkontrolle, Gepäck einsammeln, Zoll – all das klappt problemlos und schnell. Währenddessen wird gleich an mehreren Ecken des Flughafens noch gebaut. Spannende Frage, wie hier in den nächsten Tagen zig- wenn nicht gar hunderttausende ankommende Gäste durchgeschleust werden sollen.

Wilder Ritt durch Rio

Die Fahrt in die Stadt ist dann ein größeres Abenteuer als der 12-Stunden-Flug. Der Taxifahrer bricht bei seinem wilden Ritt durch die Stadt nahezu alle Regeln, die uns die deutsche Gesetzgebung in der Heimat vorgibt. Aber er ist freundlich, unglaublich freundlich und hilfsbereit. Ebenso wie jeder Carioca (so nennen sich die Einheimischen Rio de Janeiros), den er zwischenzeitlich anhält und fragt, ob er die Adresse kennt, die wir suchen. Eine Stunde später bin ich an meiner Unterkunft angekommen. Jedes Haus hat hier einen hohen Zaun ums Gelände und eigenes Wachpersonal, welches den Eingang Tag und Nacht bewacht. Kaum jemand, den ich bislang hier getroffen habe, spricht auch nur einen Brocken Englisch. Also heißt es, sich mit Hand und Fuß zu verständigen und die wenigen Brocken Portugiesisch aus dem Kopf zu kramen, die ich in den Monaten vor meiner Reise nach Rio gelernt habe (unwesentlich zu erwähnen, dass diese Sprache hier von den Einheimischen gesprochen natürlich ganz anders klingt und kaum zu verstehen ist). Trotz aller Hindernisse, auch hier gibt es am Ende eine Lösung bei gleichbleibender Freundlich- und Herzlichkeit. Zwar erschöpft, aber auch erleichtert den „Höllenritt“ überlebt zu haben schließe ich 18 Stunden nach meinem Abflug aus Berlin Volunteer-Kollegin Claudia (Hannover) sowie unseren Gastvater Ralf, einen deutschen Lehrer in Rio, in die Arme. Das Abenteuer kann nun endlich beginnen!

Von Nadine Bieneck

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Olympia-Volunteer blickt hinter die Kulissen

Nadine Bieneck, Mitarbeiterin der MAZ-Sportredaktion, ist bei den Olympischen Spielen in Rio als Volunteer hautnah dabei. Sie berichtet regelmäßig von ihren Erlebnissen, der Arbeit und den Zusammentreffen mit den Stars. Teil 1: Kofferpacken für Rio.

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