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Erster Olympia-Einsatz geglückt

Olympia-Volunteer blickt hinter die Kulissen Erster Olympia-Einsatz geglückt

Nadine Bieneck, Mitarbeiterin der MAZ-Sportredaktion, ist bei den Olympischen Spielen in Rio als Volunteer hautnah dabei. Sie berichtet regelmäßig von ihren Erlebnissen, der Arbeit und den Zusammentreffen mit den Stars. Teil 4: Die Premiere in Rio's Olympiastadion.

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Potsdamer Kanute steht vor olympischer Feuertaufe

Der Blick vom Arbeitsplatz der Olympia-Volunteerin.

Quelle: Nadine Bieneck

Rio de Janeiro. Die Aufregung war groß vor dem ersten "Arbeitstag" als Volunteer bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Die Informationen durch das brasilianische Organisationskommittee waren nicht allzu ausführlich, oft genug hieß es, das hat noch Zeit, wir informieren später...

Pünktlich stand ich nun am 4. August, dem ersten Vorrundenspieltag des Fußballturniers der Männer/Gruppe D, nach einer Stunde Fahrt quer durch die Stadt vor dem Olympiastadion. Das Maracana ist eine Legende, das Olympiastadion in Rio an Schönheit hingegen kaum zu übertreffen. Ganz zu schweigen von seiner Größe. Wege in die höchsten Etagen von der Größe eines kleinen Bahnhofs... die Größe der Dimensionen hat mich zunächst nahezu erschlagen. So verlief dann auch meine Suche nach meinem Teamleader für die ersten Instruktionen des Tages. Nach einer knappen Stunde stand ich endlich vor Luis. Der Mittdreißiger wird in den kommenden 2 Wochen mein Teamleader und Ansprechpartner für alle Fragen sein. Eingeteilt bin ich in sein Team, welches für die Pressetribüne im Olympiastadion verantwortlich ist. Diese fasst ca. 700 Arbeitsplätze, jeder einzelne ausgestattet mit Livebildern, Internet, Strom & teilweise Touchscreens für Livestatistiken.

Wenig Vertrauen in brasilianisches Fußballteam

Unsere Team hat die Aufgabe darauf zu achten, dass die Medienvertreter aus aller Welt, die in den nächsten zwei Wochen hier ihren Arbeitsplatz haben, alles haben, was sie zur Ausübung ihres Jobs benötigen. Strom, Internet, Wasser... wir kontrollieren die Akkreditierungen und achten darauf, dass sich keine Fremden an den Sachen der Journalisten zu schaffen machen und im schlimmsten Fall etwas mitgehen lassen ("Beware of pickpockets, they are everywhere", instruiert uns Luis). Außergem gilt es jede Menge Fragen zu beantworten. Was, wer, wie, wo.... die häufigste Frage war indes "Wie finde ich zu meinem Platz?" In diesem Fall söllten wir auf Event Service Volunteers verweisen; die Grünhemden sind im ganzen Stadion verteilt unterwegs und sollen genau wissen, wo sich welcher Block befindet. Die Zuschauer reagieren durchweg freundlich, wenn man nicht sofort weiterhelfen kann oder sie bittet, Englisch miteinander zu reden.

Viele fragen, woher ich komme, fast jeder kann eine Geschichte in Verbindung mit Deutschland erzählen. "Wir Brasilianer sind zur Zeit nicht so optimistisch über unser Fußballteam. Sie haben zuletzt nicht so gut gespielt, die Brasilianer sind darüber sehr enttäuscht. Wir schauen daher zur Zeit besonders Volleyball und andere Sportarten. Heute sind wir hier, um Portugal anzufeuern; es ist ein großartiges Erlebnis für meinen Sohn", erzählt mir Rafael aus Rio, der mit seinem 4-jährigen Nachwuchs und seinem Vater im Stadion ist. Viele gutgelaunte, entspannte und gelöste Menschen sind im Stadion und machen den Tag und die Stimmung zu einem wirklich besonderen Erlebnis.

Erste echte Mahlzeit auf brasilianisch

Ich muss mich selbst erst einmal zurechtfinden, nicht nur die Größe, auch die Atmosphäre im Stadion erschlägt einen zunächst und nimmt mich gefangen. Am Ende des Tages konnte ich vielen Menschen helfen, Fragen beantworten und einer verzweifelten argentinischen Journalistin mit kaputtem Stromadapter weiterhelfen. Ein schönes Gefühl in einem sympathischen Team, zu dem neben Luis und einer weiteren Deutschen Leute aus Argentinien, China und Brasilien gehören.

Achso, Honduras gewann am Ende knapp mit 3:2 gegen Algerien, Portgual - welches die Sympathien des fast vollen Stadions deutlich für sich hatte setzte sich gegen Argentinien mit 2:0 durch. Die beiden Tore haben wir nicht gesehen, da wir zwischenzeitlich nach einem langen Tag schnell einen Happen essen waren. Die erste echte brasilianische Mahlzeit für mich übrigens, nachdem ich die letzten Tage nicht fündig geworden war, sind die Straßen hier doch gepflastert von Fastfood-Restaurants. Reis mit Bohnen gab es für uns Volunteers. Ein Erlebnis, nicht unbedingt ein schlechtes. Wenig später war unser erster Arbeitstag beendet, alle Journalisten bereits auf dem Heimweg oder im großen Media Center.

Public Viewing zur Eröffnungsfeier

Erst am 5. August werden die Spiele mit einer großen Zeremonie im "Maracana-Stadion" offiziell eröffnet. Einige Volunteers durften bei der Generalprobe der Veranstaltung dabei sein - eine unglaublich beeindruckende Zeremonie, die bereits bei der Probe, ohne all die Athleten, sehr emotional und wunderschön war. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich das Ganze im Fernsehen anschauen, es lohnt sich auf jeden Fall. Da Karten für die Eröffnungsveranstaltung unbezahlbar sind (Volunteers erhalten weder Vorzugspreise noch Vorzugsmöglichkeiten, überhaupt Tickets zu erwerben, sondern müssen diese ganz normal im Rio2016-Shop kaufen) werden die "German Volunteers" das Spektakel gemeinsam bei einer der Public Viewing Veranstaltung verfolgen. Ich bin sicher, das wird ein unvergesslicher Abend!

Von Nadine Bieneck

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