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Halbzeit und Boltmania in Rio

Olympia-Volunteer blickt hinter die Kulissen Halbzeit und Boltmania in Rio

Nadine Bieneck, Mitarbeiterin der MAZ-Sportredaktion, ist bei den Olympischen Spielen in Rio als Volunteer hautnah dabei. Sie berichtet regelmäßig von ihren Erlebnissen, der Arbeit und den Zusammentreffen mit den Stars. Teil 6: Halbzeit und Boltmania.

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Usain Bolt 200 Meter Vorlauf Zieleinlauf.

Quelle: Nadine Bieneck

Rio de Janeiro. Die Tage fliegen inzwischen, vor einigen Tagen bereits hatten die Spiele schon Halbzeit. Am vergangenem Freitag nahmen die Leichtathletik-Wettkämpfe endlich Fahrt auf, ging es im Olympiastadion von Rio de Janeiro endlich los mit dem Laufen, Springen und Werfen.

Bevor nicht nur für die Sportler, sondern auch für die Volunteers die Leichtathletik startete, gab es für uns noch einmal eine Schulung, um auf die „Königsdisziplin“ der Spiele einzustimmen. Die Teamleader der einzelnen Bereiche stellten sich noch einmal vor, klärten über die Hintergründe und viele Details auf, die für unsere Volunteer-Arbeit wichtig sein würden und beantworteten zahlreiche Fragen. Für die meisten Teamleader (oder auch Supervisors) waren es nicht die ersten Olympischen Spiele. Somit durften wir an einem großen Erfahrungsschatz teilhaben, zudem fühlte man sich nach dem mehrstündigen Training auch ziemlich gut auf das eingestimmt, was am Freitag starten würde.

Nadine Bieneck am Eingang zum Olympiastadion

Nadine Bieneck am Eingang zum Olympiastadion.

Quelle: Privat

Ich habe das Glück, im Medienteam arbeiten zu dürfen. Das heißt, Englisch is für uns Hauptsprache (das ist hier in Brasilien überhaupt nicht selbstverständlich, viele Brasilianer sprechen ausschließlich Portugiesisch und sonst keine weitere Sprache). Zudem ist die Organisation - sicher auch aufgrund der Erfahrung der vielen internationalen Teamleader - gut strukturiert. Die Veranstalter wissen um die Wichtigkeit der Medien - die schönsten Wettkämpfe sind nur halb so viel wert, wenn niemand davon erfährt und darüber berichtet wird.

Inzwischen war ich an vier der bereits fünf absolvierten Leichtathletik-Wettkampftage im Olympiastadion im Einsatz, an meinem freien Sonntag machte ich mich auf zum Marathon der Frauen am legendären Sambadrome, durch den sonst die Karnevalisten flanieren. Dort sah ich u.a. ca. 100 Meter vor dem Ziel die Hahner-Zwillinger, nicht in Hand in Hand sondern die eine die andere anfeuernd und pushend, da sie offensichtlich am Ende ihrer Kräfte war.

Die Leichtathletik-Kämpfe sind wahrlich olympisch. Es gibt glaube kaum eine Nation, die nicht in einer der zahlreichen Disziplinen dabei ist.

Es wird nie langweilig, da immer irgendetwas passiert. Und es ist mitreißend, wie sehr gerade auch die Außenseiter darum kämpfen, bis ins Ziel zu kommen. Das brasilianische Publikum, welches zuletzt nicht gerade durch große Fairness, sondern immer wieder durch Auspfeifen der Gegner auf sich aufmerksam gemacht hat, zeigt im Olympiastadion sein freundliches Gesicht, feuert die brasilianischen Athleten ganz besonders an, bedenkt aber gerade auch die Außenseiter und Abgeschlagenen immer wieder mit Sonderapplaus und Anfeuerungen. Die Atmosphäre ist mitreißend, und wenn gerade die Langsamsten auch irgendwann einmal, mit großem Abstand zum Ersten, im Ziel ankommen und trotz großen Rückstandes sogar eine „PB“ (persönliche Bestzeit) gelaufen sind, dann ist das eben einfach Olympia.

PS: Die Boltmania nimmt live im Stadion grenzenloses Ausmaß an. Usain Bolt wird allein nur fürs Auflaufen auf die blaue Tartanbahn gefeiert wie sonst nur die Queen oder Justin Bieber. Er liefert den Leuten die Show, die sie sehen wollen. Ein Phänomen.

Von Nadine Bieneck

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