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Nach Hoffnungslauf: Gold für Brandenburg?

Rudern bei Olympia in Rio Nach Hoffnungslauf: Gold für Brandenburg?

Im ersten Anlauf für die Final-Qualifikation stockte der deutsche Doppelvierer mit dem Potsdamer Hans Gruhne noch. Im Hoffnungslauf gaben sich die Ruderer jedoch keine Blöße und zogen souverän in den Finallauf ein. In diesem wollen der Potsdamer und seine Mitstreiter dann am Mittwoch um eine Medaille mitrudern.

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Der Doppelvierer mit Hans Gruhne, Lauritz-Johannes Schoof, Philipp Wende und Karl Schulze (v.r.) auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas in Rio. Hans Gruhne könnte am heutigen Mittwoch das erste Gold nach Brandenburg holen.

Quelle: dpa/Julian Stähle

Rio de Janeiro. Hans Gruhne war einfach nur erleichtert. Immer wieder drehte sich der Potsdamer Dienstagmittag nach dem Zielleinlauf auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas zu seinen Teamkollegen um, klatschte seinem Hintermann Lauritz-Johannes Schoof (Rendsburg) auf die Beine. „Ja, wir haben es geschafft“, sagte der Potsdamer Schlagmann, der den deutschen Doppelvierer zum Sieg im Hoffnungslauf führte. Damit haben die vier Männer – das Quartett ergänzen der Leipziger Philipp Wende und Gruhnes Berliner Trainingspartner Karl Schulze – den Olympia-Finaleinzug perfekt gemacht.

Am Mittwoch (15.22 Uhr/MESZ) rudern sie um die Medaillen. Neben den Deutschen haben sich dafür die Briten, die am Montag im Hoffnungslauf Zweiter wurden, Australien, Estland, die Ukraine, und Polen für das A-Finale qualifiziert. Die Esten und die Ukrainer waren am Samstag noch schneller als die Deutschen gewesen und hatten den Titelverteidiger sowie amtierenden Weltmeister damit in den Hoffnungslauf verwiesen.

„Diesen Umweg wollten wir uns eigentlich ersparen“, sagte Gruhne, der damit ausgerechnet an seinem 28. Geburtstag mit der Vorlaufniederlage einen herben Rückschlag wegstecken musste. „Wir haben einfach nicht unseren Rhythmus gefunden, sind mit dem starken Wind und den Wellen nicht klargekommen.“

"Die Anspannung war extrem hoch"

Montag im Hoffnungslauf präsentierte sich die olympische Regattastrecke beinahe spiegelglatt und der deutsche Doppelvierer legte einen Ritt über das Wasser wie aus einem Guss hin, dominierte das Rennen über die komplette Distanz von 2000 Metern. Im Ziel lagen sie 1,67 Sekunden vor Großbritannien.„Das war unser Ziel, wir wollten uns rehabilitieren“, so Gruhne. „Wir wollten uns selber beweisen, dass wir nicht in so einen Hoffnungslauf gehören. Im Vorlauf ist einiges schief gelaufen, diesmal hatten wir den richtigen Rhythmus, haben unseren Schlag von vorn bis hinten gut durchgebracht. Jetzt haben wir das Signal an die Konkurrenz gegeben, dass im Endlauf mit uns zu rechnen ist.“

Der Polizeimeister vom Ruderclub Potsdam verdeutlichte noch mal die Drucksituation, unter der das Boot, das im Vorfeld zu den heißesten Medaillen-, wenn nicht gar Goldkandidaten des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) zählte, stand: „Die Anspannung war extrem hoch in unseren Team, wenn das heute nicht geklappt hätte, hätten wir vor dem Nichts gestanden.“

Nun heißt es, sich für das morgige Finale schnell zu regenerieren. Der 1,93 Meter große Skuller räumte ein: „Das hat Kraft gekostet, die wir gern gespart hätten. Aber da müssen wir jetzt durch, ich denke, wir können um eine Medaille mitfahren. Heute gab es keinen Wind und keine Wellen, so kann es ruhig bleiben. Wir sind ja nicht hierher gekommen, um eine Art Küstenrudern zu veranstalten.“ Der Hoffnungslauf war ganz sicher ein Mutmacher für das Finale.

MAZ hat Potsdamer Ruderer Hans Gruhne vor der Abfahrt nach Rio verabschiedet>>

Von Peter Stein und Frank Schober

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