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Potsdamer holt Gold im Doppelvierer

Olympia in Rio, Rudern Potsdamer holt Gold im Doppelvierer

Ein goldiger Tag für Deutschland! Erst holt im Rudern der Doppelvierer der Männer Gold, dann auch der Doppelvierer der Frauen. Der Jubel ist groß in Brandenburg, denn Schlagmann Hans Gruhne ist ein Potsdamer. Ein Rennen „gegen den Schmerz“ und „für die Ewigkeit“.

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Karl Schulze, Philipp Wende, Lauritz Schoof und Hans Gruhne (v.l.) mit ihren Goldmedaillen.

Quelle: dpa

Rio de Janeiro. Gold für den deutschen Doppelvierer! Philipp Wende (Leipzig), Lauritz Schoof (Rendsburg), Karl Schulze (Berlin) und Schlagmann Hans Gruhne aus Potsdam holten am Donnerstagnachmittag in Rio de Janeiro die erste Medaille für den Deutschen Ruderverband.

Als Schlagmann hat Hans Gruhne vom Ruderclub Potsdam sein Boot auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas zum Sieg geführt.

Jubel nach dem Goldgewinn

Jubel nach dem Goldgewinn.

Quelle: dpa

Silber ging an Australien, Bronze holte sich das Boot aus Estland. Das deutsche Weltmeister-Boot zog vom Start weg davon und hatte bereits nach 500 Metern 1,3 Sekunden Vorsprung auf Rang zwei. Auf den letzten 500 Metern kam Australien mit einer kontinuierlich höheren Geschwindigkeit zwar heran, doch das deutsche Boot verteidigte seinen Vorsprung.

Gruhne: “Das zählt für die Ewigkeit“

Der Potsdamer Schlagmann Hans Gruhne sagte nach dem Lauf, die Taktik sei aufgegangen: „Wir wollten mit einem Blitzstart die anderen von Anfang an unter Druck setzen. Das hat geklappt. Aber auf den letzten 500 Metern sind die anderen noch mal rangekommen, ich weiß nicht mehr, was dann alles passiert ist. Aber wir sind Olympiasieger. Das zählt für die Ewigkeit.“

Karl Schulze (Berlin) ergänzt zur Taktik: „Wir wollten so lange es geht drauf bleiben. Bei 1000 Metern haben wir gemerkt, dass wir die halbe Länge Vorsprung halten. Dann ging es nur noch gegen den Schmerz.“

Auch Teamkollege Philipp Wende (Leipzig) ist überglücklich: „Die Genugtuung ist riesengroß. Wir haben immer an eine Medaille geglaubt, Gold ist umso geiler.“

„Total happy“

Uta Salomon, Trainerin beim Ruder-Club Potsdam, kurz nach dem Gold-Rennen: „Wir sind alle total happy und total überwältigt. Das war ein perfektes Rennen vom Start weg. Der Potsdamer Rudersport hat wieder einen Olympiasieger, das ist einfach fantastisch.“

„Tausend Küsse nach Rio“

Auch die Freundin von Hans Gruhne, Theresa Romer (22), die das Rennen von Potsdam aus verfolgt hat, ist ganz aus dem Häuschen: „Ich schicke tausend Küsse nach Rio. Ich hatte bis kurz vor dem Rennen noch Kontakt mit Hans. Er war gut drauf und sehr zuversichtlich, obwohl sie über den Hoffnungslauf mussten. Ich habe mit meiner Schwester und meinem Schwager vor dem Fernseher mitgefiebert, ich bin vor Freude fast an die Decke gesprungen. Das Rennen war einfach Wahnsinn. Ich gönne Hans diesen riesigen Erfolg von ganzem Herzen, er hat sehr viel dafür investiert.“

Gold für den Doppelvierer der Frauen

Kurz nach den Männern holten auch die deutschen Ruderinnen im Doppelvierer Gold. Bei den Frauen siegten Annekatrin Thiele, Carina Bär, Julia Lier und Lisa Schmidla nach einem unwiderstehlichen Endspurt vor der Niederlande und Polen. Bis zur 1500-Meter-Marke lag der Europameister noch auf Rang zwei hinter den Polinnen. Dann erhöhte Schlagfrau Schmidla die Frequenz. Im Ziel hatte das erst vor wenigen Wochen umbesetzte Boot eine knappe Sekunde Vorsprung. «Wir wussten, dass wir hinten raus stark sind, und sind cool geblieben», sagte Lier.

Alles im Olympia-Spezial

29.07.2016: MAZ verabschiedet Hans Gruhne nach Rio

Von dpa und MAZ

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