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Premiere ohne i-Tüpfelchen

Drei Brüder spielen für den OSC Potsdam Premiere ohne i-Tüpfelchen

Ferdinand, Frederick und Florenz Korbel haben erstmals gemeinsam in einem Spiel für den Wasserball-Verein OSC Potsdam gespielt. Bei der deutschen U19-Meisterschaft holten sie die Silbermedaille. In ein paar Jahren soll aus dem Familien-Trio sogar ein Quartett werden.

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Wasserball-Familie (v.l.): Florenz (16), Frederick (18), Ferdinand (19) und Felix Korbel (14) spielen für den OSC Potsdam.

Quelle: foto: Ronny Müller

Potsdam. Die vier Korbel-Brüder haben einen Traum: Sie wollen zusammen in einem Team in der Wasserball-Bundesliga für den OSC Potsdam ins Becken springen. Das kann aber noch dauern. Denn Felix, der Jüngste des Quartetts, ist erst 14 Jahre alt.

Seine drei älteren Brüder haben kürzlich schon mal als Team geprobt. Sie standen erstmals zusammen in einer OSC-Mannschaft und gewannen die Silbermedaille bei der deutschen U19-Meisterschaft. „Das war cool und lustig“, sagt Ferdinand. Der 19-Jährige ist der älteste. Es folgen Frederick (18) und Florenz (16). Ferdinand hat seinen Frust bereits überwunden. Denn er hatte sich den Meistertitel als Ziel gesetzt. „Vizemeister ist erster Verlierer“, sagt er. „Ich war ziemlich enttäuscht, der Titel wäre das i-Tüpfelchen gewesen.“ Vor Enttäuschung sei die Medaille zuhause zunächst in den Papierkorb geflogen. Doch dann hat er sie doch wieder herausgezogen. Denn die Plakette ist ein Erinnerungsstück für die Korbel-Trio-Premiere. Eigentlich spielen die drei älteren in verschiedenen Mannschaften. Ferdinand für das Bundesligateam des OSC, Frederick für die U19-Ostauswahl, die in der zweiten Bundesliga antritt. Und Florenz für das Potsdamer U17-Team, das kürzlich ebenfalls deutscher Vizemeister wurde.

Nesthäkchen Felix feuerte an

Dass die drei erstmals gemeinsam schwammen, liegt an der Konstellation der U19-Meisterschaft. Die wird nicht in einer Liga entsprechend der Altersklasse ausgespielt, sondern in Turnierform. Und Trainer Alexander Tchigir berief die drei für die Endrunde in Krefeld. Auch Nesthäkchen Felix, der in der Potsdamer U15 spielt, war dabei. „Ich saß aufgeregt auf der Tribüne und habe die Mannschaft angefeuert“, erzählt er.

Mit Erfolg. Potsdam gewann die ersten drei Spiele deutlich. Ferdinand erzielte insgesamt zehn Tore, Frederick zwei und Florenz eins. Ein paar Tore haben die jüngeren Brüder für den Center aufgelegt. „Wir haben uns gegenseitig unterstützt“, sagt Ferdinand. „Man muss das Selbstbewusstsein stärken. Ich habe gesagt, die Jungs sollen sich auf das konzentrieren, was sie können.“ Während Frederick, der kürzlich sein Abitur abgelegt hat und Biotechnologie studieren möchte, über rechts angreift, ist Florenz sehr flexibel. Der 16-Jährige hatte vor ein paar Jahren eine Verletzung an der rechten Hand und durfte diese nicht belasten. Er spielte dennoch weiter Wasserball – er warf einfach mit links. Deshalb kann er heute mit beiden Armen gleich gut werfen. Das allein reicht aber noch nicht aus, um sich gegen die teils deutlich älteren Gegner in der U19 durchzusetzen. „Gegen die Größeren muss man noch mehr mit Köpfchen spielen“, sagt er. Das heißt, Situationen schneller zu erfassen, früher losschwimmen. Dann seien die etwas schwerfälligeren Gegner zu Fouls gezwungen. Als junger Spieler genießt Florenz bei den Schiedsrichtern eine Art Welpenschutz. So könne er die eine oder andere Herausstellung gegen den Gegner provozieren. Im entscheidenden Spiel um die Meisterschaft ging das allerdings nicht auf: Potsdam verlor gegen den späteren Meister Krefeld 72 mit 7:10.

Der Onkel ist ein weltweit gefragter DJ

Im Urlaub will die in Kleinmachnow wohnende Familie das Endspiel endgültig abhaken. Für Ferdinand steht Anfang August der Trainingsstart der Bundesliga-Männer auf dem Plan. Und er hofft auf eine Zusage, Musikmanagement studieren zu können. Sein Onkel, der international gebuchte DJ Santé habe ihn auf den Geschmack gebracht. „Ich finde es spannend, wie die Musikbranche funktioniert.“ Und wenn in ein paar Jahren das Korbel-Quartett in der Bundesliga spielt, kann ja Santé ein Lied produzieren.

Von Ronny Müller

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