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Lebenslänglich Bundes-Jogi - Löws Ja-Wort bis 2020

Fußball Lebenslänglich Bundes-Jogi - Löws Ja-Wort bis 2020

Eine Rückkehr in die Bundesliga hat Joachim Löw ausgeschlossen. Mit einem Auslands-Engagement kokettiert der Weltmeistercoach immer mal wieder. Seine Erfüllung aber findet er im DFB-Paradies. Die goldene Generation um Käpt'n Neuer will er bis 2020 begleiten - mindestens.

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Bundestrainer Joachim Löw wird seinen Vertrag mit dem DFB verlängern.

Quelle: Arne Dedert

Frankfurt/Main. Joachim Löw verkündet ein Urteil in eigener Sache. Es lautet: Lebenslänglich Bundestrainer! Der Weltmeistercoach gibt dem intensiven Werben des DFB-Präsidenten nach und wird seinen bis zur WM 2018 fixierten Vertrag bis zur nächsten Europameisterschaft 2020 verlängern.

Löw denkt und plant nicht mehr exklusiv bis zur angepeilten WM-Titelverteidigung in zwei Jahren in Russland. Nein, der ewige "Bundes-Jogi" kann sich vorstellen, auch noch als 60-Jähriger und dann einsamer DFB-Rekordhalter bei Spielen der Fußball-Nationalmannschaft auf der Trainerbank zu sitzen.

Offiziell verkünden will Verbandsboss Reinhard Grindel die gute Nachricht von der weiteren Ausdehnung der Partnerschaft mit Löw dem Vernehmen nach zum Wochenbeginn in Frankfurt. Die Übereinkunft sickerte aber vorzeitig durch und wurde von der "Bild"-Zeitung vermeldet. Dementis des Verbandes erfolgten am Wochenende nicht.

Eine Überraschung ist die neue Übereinkunft nicht mehr, nachdem Löw vor den jüngsten Partien in der WM-Qualifikation von sich aus die Angelegenheit forciert hatte. "Der Präsident hatte mir schon vor der EM in Frankreich gesagt, dass er den Vertrag mit mir verlängern möchte. Zu gegebener Zeit werden wir uns zusammensetzen und nach vorne denken", kündigte Löw vor drei Wochen in Hamburg an.

Das ist geschehen - anscheinend ohne großes Pokern um Löws Millionengehalt und mit dem von Grindel angestrebten Resultat. "Ich habe immer gesagt, dass Joachim Löw der beste Trainer ist, den wir uns vorstellen können", erklärte der DFB-Chef erst am Donnerstag in München bei der Logopräsentation des deutschen EM-Spielortes 2020.

Für Grindel ist der Zeitpunkt perfekt. Auf dem DFB-Bundestag in dieser Woche will sich der 55-Jährige in seinem Amt bestätigen lassen. Löws Ja-Wort bis 2020 wird in Erfurt von den Delegierten sicherlich wohlwollend honoriert werden.

Löw hat mit dem Bundestrainer-Job, den er seit zehn Jahren ausübt, seine Lebensaufgabe gefunden. Eine Rückkehr in die Bundesliga hat er gerade erst ausgeschlossen. Die Übernahme eines Auslandsengagements bei einem europäischen Topclub ist eher Koketterie. Löw hat beim DFB paradiesische Zustände. Er hat freie Hand im sportlichen Bereich, ein Jahresgehalt von geschätzten 3,5 Millionen Euro, dazu Werbeverträge, nicht den Stress des Tagegeschäftes und eine Mannschaft, die das Potenzial für weitere Titelgewinne besitzt.

"Wir haben mit unserem Trainerteam, Oliver Bierhoff und dem Verband so ein gutes Verhältnis, dass wir offen und fair miteinander umgehen", erklärte Löw zu Monatsbeginn. Das würde auch dann gelten, falls der erhoffte Erfolg bei der WM 2018 ausbleiben sollte und die weitere Zusammenarbeit auf den Prüfstand gestellt werden müsste.

Grindels Handeln ist nachvollziehbar. Es verschafft allen Parteien Ruhe. Und Löw lässt nach dem verpassten EM-Triumph in Frankreich in der angelaufenen WM-Qualifikation wieder höchste Motivation in der Zusammenarbeit mit der Mannschaft erkennen. Die Genussphase nach dem WM-Titel in Brasilien, die sowohl ihn als auch seine Weltmeister erfasst hatte und zu einer Stagnation führte, scheint überwunden.

"In die Quali sind wir hervorragend reingekommen. Wir sind dominant in unserer Gruppe", lobte Grindel. Löw sieht noch mehrere Projekte mit der goldenen Generation um Neuer, Müller, Boateng, Kroos, Özil und Co., die alle noch mindestens zwei Turniere spielen können.

Klar, die historische Titelverteidigung 2018 steht im Fokus. Aber Löw könnte auch seiner persönlichen EM-Geschichte noch ein Kapitel hinzufügen wollen: 2008 Finalniederlage gegen Spanien, 2012 der bittere Halbfinal-K.o. gegen Italien und im Sommer der erneut verpasste Triumph in Frankreich. Das könnte er 2020 korrigieren wollen, zumal bei einem Turnier, bei dem die DFB-Auswahl zwei Gruppenspiele vor den eigenen Fans in München bestreiten darf.

Die Nationalspieler werden Löws DFB-Bekenntnis begrüßen. "Uns allen gefällt es sehr gut, dass Jogi Löw Bundestrainer ist", sagte Kapitän Neuer bei den letzten Länderspielen. Der Torwart erkennt keine Abnutzungserscheinungen: "Er hat sehr viel Erfahrung und ist immer auch mit der Moderne mitgegangen. Viele Trainer, die schon lange dabei sind, bleiben vielleicht ein bisschen stehen. Aber Jogi Löw war immer ein Trainer, der versucht hat, die neuen Methoden in seine Idee einfließen zu lassen. Er hat die Nationalmannschaft echt weitergebracht", sagte Neuer über den zeitlosen "Bundes-Jogi".

dpa

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