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Caputher Wasserskisportler reiten auf der Erfolgswelle

MAZ-Serie: Mein Verein Caputher Wasserskisportler reiten auf der Erfolgswelle

In der Serie „Mein Verein“ hat die MAZ den Wasserskiclub Caputh Preussen besucht. Vor allem der Nachwuchs des Vereins und die Senioren sind sehr erfolgreich.

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Diese Formation zeigte der WSC beim Fährfest in Caputh.

Quelle: foto: Christoph Löffler

Caputh. Das Motorboot schlägt eine Welle, Julian Hohn nimmt es gelassen: Er hebt zum Sprung ab und dreht sich dabei, landet wieder und gleitet weiter. Auf seinem Wakeboard steht er sicher, als würde er das schon seit Jahren machen. Das tut er auch und zwar ziemlich erfolgreich: Allein dieses Jahr gewann er etliche Wettbewerbe und darf sich nun deutscher Meister und Vize-Europameister nennen. Der 15-Jährige ist den Wettbewerb schon gewohnt, seit fünf Jahren steht er auf seinem Wakeboard und reist zu Wettkämpfen. „Natürlich bin ich noch aufgeregt, aber mittlerweile ist meine Mama aufgeregter als ich“, lacht er.

Bei der nächsten Welle reißt es ihn um und er landet im kalten Wasser des Schwielowsees. Eine Riesenwelle schwappt in das Motorboot, alle Insassen, unter ihnen auch der Vorsitzende Heiko Hüller, sind von oben bis unten nass. Die Leine, die Julian auf seinem Wakeboard zieht, hat sich im Getriebe des Bootes verheddert. Nachdem er erfolglos versucht, die Leine zu lösen, übernimmt der Vorsitzende selbst das Problem. Der 69-Jährige schlüpft in seinen Neoprenanzug, zieht die Kappe auf und taucht unter.

Caputher haben auch schon international abgeräumt

Für Julian geht das Training weiter. Hüllers Frau Gabi zieht ihn jetzt mit ihrem Boot. Normalerweise trainiert er an der Wasserskiseilbahn in Zossen, die der Verein 2009 gegründet hat. Julian ist nur einer aus der Talentschmiede des Wasserskiclub Caputh „Preussen“. Sieben Titel holte der Caputher Nachwuchs bei den diesjährigen Jugendmeisterschaften in Halle. Lilian Leonhardt ist zweifache deutsche Meisterin geworden, im Slalom und in der Kombination. Auch für die 14-Jährige sind das nicht die ersten Titel. Sie steht seit ihrem vierten Lebensjahr auf den Skiern. „Ich bin in den Sport quasi hineingewachsen“, erzählt sie in ihrer nassen Jacke. Lilian hat den Sport in den Genen: Ihr Vater Andreas Leonhardt ist mehrfacher Europameister im Wasserski. Seit 2011 trainiert sie zwei Mal in der Woche hier und schätzt den Verein sehr. „Man wird hier extrem unterstützt“, meint Lilian.

Janick Otto präsentiert seine Tricks

Janick Otto präsentiert seine Tricks.

Quelle: Verein

Für diese Erfolge der Jugend ist der Verein drei Mal mit dem „grünen Band“ für die vorbildliche Jugendarbeit ausgezeichnet worden. Die vielen Erfolge trugen dazu bei, dass der Verein seit 1990 Wasserski-Landesstützpunkt ist.

Doch nicht nur die Jugend ist erfolgreich, auch die Caputher Senioren haben schon einige Titel sammeln können. Heiko Hüller, der dieses Jahr zweifacher deutscher Meister wurde, ist mittlerweile aus dem Wasser zurück auf das Motorboot geklettert. Beim Versuch, die Leine zu lösen und das Boot wieder zum Fahren zu bringen, hatte er keinen Erfolg. „Das ist uns seit fünf Jahren nicht mehr passiert“, schüttelt er den Kopf. Seine Frau schleppt mit ihrem Boot das kaputte Boot ab.

Vereinschef Heiko Hüller ist seit der Gründung 1963 dabei

Nach der Abschlepp-Aktion gibt es zurück an Land Kuchen und Tee für die Mitglieder. Für Hüller ist es vor allem dieser Zusammenhalt, der den Verein ausmacht. „Wir sitzen wortwörtlich gemeinsam in einem Boot, wir sind halt ein Team“, meint er. „Aus der guten Teamarbeit entstehen die guten Leistungen“, so Hüller weiter. Durch das organisierte Training und die insgesamt acht Trainer ist der Verein gut strukturiert.

Hüller ist schon seit der Gründung Vereinsmitglied. „Ich habe den Wasserskisport hier mitaufgebaut. Früher haben wir hier noch alles selbst gebaut: Die Skier und Hanteln, die Sprungschanze“, erinnert er sich. Er selbst ist Vize-Präsident des Deutschen Wasserski-Verbandes und an Entwicklungen im Sport beteiligt. „Wasserski und Wakeboard sind sehr komplexe, physikalische Sportarten. Da muss alles in Harmonie sein“, erklärt Hüller. Ein Gleichgewicht zwischen Sport, Spaß und Erfolg scheint der Verein gefunden zu haben.

Von Laura Bertram

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