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Henkel ist der Meistermacher aus Potsdam

Hockey-Bundesliga Henkel ist der Meistermacher aus Potsdam

Mit dem Hamburger Traditionsverein Uhlenhorster HC gewinnt Claas Henkel die deutsche Meisterschaft im Feldhockey. Der 36-Jährige lernte bei der Potsdamer Sport-Union das Hockey-Einmaleins, führte als Co-Trainer das Frauen-Nationalteam zum WM-Titel in der Halle, nun bescherte er dem UHC den Titel. Gelernt hat er aus einer bitteren Vorjahreserfahrung.

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Claas Henkel steht seit 2013 an der Linie des Uhlenhorster HC.

Quelle: Sabine Müller

Potsdam. Zum Endspiel reiste sogar Claas Henkels erster Trainer aus Potsdam an. Michael Demuth machte sich gemeinsam mit Henkels Vater Jörg nach Hamburg auf, um seinen ehemaligen Schützling im Finale gegen den Münchner SC die Daumen zu drücken. Mit Erfolg: 4:0 gewann der Uhlenhorster HC und kürte sich vor zwei Wochen zum deutschen Meister. „Claas kann sehr gut motivieren und hat durch das jahrelange Training und seine Qualifikationsmaßnahmen ein enormes Wissen angehäuft“, sagt Demuth.

Diese Erfahrung wandte Henkel, der am Dienstag seinen 36. Geburtstag feierte, auch im Finale gegen München an. Schon im vergangenen Jahr hatte der Potsdamer mit dem UHC das Finale erreicht, es aber mit 9:10 nach Siebenmeterschießen gegen Rot-Weiss Köln verloren. „Wir sind im letzten Jahr sehr für unseren euphorischen Spielstil bestraft worden. Wir haben zehn Minuten vor dem Ende mit 3:1 geführt und drängten auf das vierte Tor und wurden dann eiskalt erwischt“, erzählt Henkel. Daraus hat er seine Lehren gezogen: „Wir haben versucht, das Spiel mehr zu kontrollieren und mehr Ballbesitz zu haben.“ Das ging auf, der Finalsieg war zu keiner Zeit gefährdet.

Eigentlich zog Henkel wegen eines Redakteursjobs nach München

Der gelang ausgerechnet gegen Henkels Ex-Club München, bei dem er überhaupt erst ernsthaft ins Trainergeschäft einstieg. „Ich bin 2006 eigentlich für einen Job als Journalist nach München gegangen und habe dann gar nicht so viel Hockey gemacht“, erzählt Henkel. Damals trainierte er nebenbei die Damenmannschaft, dann schließlich hauptamtlich. Mit Erfolg: Er führte die Damen in die Bundesliga und im Jahr darauf sensationell auf Platz eins nach der Hauptrunde, das Viertelfinale ging dann allerdings verloren.

2013 folgte schließlich der Wechsel zum Traditionsclub nach Hamburg, mit dem UHC gewann er 2014 schon die Meisterschaft in der Halle. „Hockey hat in Hamburg einen ganz anderen Stellenwert als in München. München hat auch eine große Bundesliga-Tradition und ist sehr familiär, was sehr schön ist. Der UHC ist dagegen aber dreimal so groß“, erzählt Henkel. Dort ist er an der Seite von Kais al Saadi auch Co-Trainer der Bundesliga-Herren um Nationalmannschafskapitän Moritz Fürste, die das Finale in diesem Jahr am gleichen Tag wie die Damen allerdings mit 3:4 gegen Köln verloren. Die beiden sind ein Erfolgsduo. Als Trainerteam der Damen-Nationalmannschaft gewannen sie 2011 die Hallen-Weltmeisterschaft in Deutschland.

Die Karriere begann bereits im Kindergarten

Diese Karriere begann im Kindergarten. Michael Demuth bot damals eine Trainingsgruppe an, Henkel schloss sich an. So kam der Meistertrainer zur Potsdamer Sport-Union, das Elternhaus liegt nur 300 Meter von der Vereinsanlage entfernt. „Wenn ich in Potsdam zu Besuch bin, schaue ich eigentlich immer vorbei“, erzählt Henkel.

Gerade befindet er sich im Urlaub, „den Hockey-Teil der Birne ausschalten“, wie er sagt. Denn die nächste Saison wird eine Herausforderung für ihn und sein Team. „Wir haben die spannende Situation des vorolympischen Jahres. Das ist mit einem Kader mit so vielen Nationalspielerinnen besonders anspruchsvoll“, sagt Henkel.

Sechs Olympiasieger vom Uhlenhorster HC

Der Uhlenhorster HC gilt als einer der traditions- und erfolgreichsten Hockey-Vereine Deutschlands.

Die Damen gewannen 1963, 2009, 2011 und 2015 die deutsche Meisterschaft im Feldhockey, 2014 auch im Hallenhockey.

2015 siegten sie zudem im Europapokal der Landesmeister in der Halle.

Die Hamburger Herren wurden 1964 und 2002 Hallenhockey-Meister.

Bei den Olympischen Spielen in Peking holten die drei UHC-Akteure Carlos Nevado, Philip Witte und Moritz Fürste Gold mit dem Nationalteam.

Fürste gelang dies vier Jahre später in London erneut, genau wie den Teamkollegen Oliver Korn, Nicolas Jacobi und Florian Fuchs. Auch sieben UHC-Damen waren beim Turnier.

Von Stephan Henke

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