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Clubheim-Brand als Ausgangspunkt

Rallye-Sport, Mein Verein Clubheim-Brand als Ausgangspunkt

Man merkt Jörg Litfin sofort an, mit wie viel Leidenschaft er bei der Sache ist. „Presseanfragen, Hilfestellungen für andere Motorsportclubs, Probleme von Mitgliedern – es vergeht kein Tag ohne Engagement für den Verein“, erklärt der Vorsitzende der Ruppiner Rennsportgemeinschaft (RSG). Sein Verein weist in Brandenburg zudem ein Alleinstellungsmerkmal auf.

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Bei der traditionellen Fontane-Rallye legen sich die Teilnehmer mächtig ins Zeug und treten in den Kampf gegen die Uhr.

Neuruppin. Man merkt Jörg Litfin sofort an, mit wie viel Leidenschaft er bei der Sache ist, wenn es um seinen Verein geht. „Presseanfragen, Hilfestellungen für andere Motorsportclubs, Probleme von Mitgliedern – es vergeht kein Tag ohne Engagement für den Verein“, erklärt der Vorsitzende der Ruppiner Rennsportgemeinschaft (RSG). „Der Verein hat sich 1993 gegründet und ist der einzige Motorsportclub in Brandenburg, der eine Automobil-Rallye mit Wertungsprüfungen auf Bestzeit auf öffentlichen Straßen veranstaltet“,berichtet Litfin.

Ruppiner Rennsportgemeinschaft

Gründung: 1993

Vorstand: Jörg Litfin (Vorsitzender), Thomas Kücken (stellvertretender Vorsitzender), Petra Standke (Schatzmeisterin), Michael Franke (sportlicher Leiter), Andy Aulenbach (Presseverantwortlicher).

Mitglieder: 40-50

Jüngstes Mitglied: Georg Wilhelm (12 Jahre)

Ältestes Mitglied: Klaus Kositzki (64 Jahre)

Besonderheit: Einziger Brandenburger Motorsportverein mit eigener Rallye-Veranstaltung, Slalomveranstaltung in Neuruppin, Sportwarte-Einsätze, eigene Rallye-Garage als Clubdomizil.

Wettkämpfe: ADAC-Berlin-Brandenburg-Rallye-Meisterschaft und ADMV-Rallye-Meisterschaft.

Internet: www.ruppiner-rsg.de

Zum Vereinsgründer wurde der heute 53-Jährige in der Nachwendezeit eher durch einen Zufall. 1990 brannte das Clubheim des Motorclubs Neuruppin, dem Litfin 1979 beitrat, ab. Der Verein aus der Fontanestadt brach daraufhin auseinander. „Ich wollte eigentlich nur Rallye fahren und war dafür auf der Suche nach Geld. Dann kamen plötzlich Begriffe wie Spendenbescheinigung und Gemeinnützigkeit auf und es gab viele potenzielle Sponsoren“, erinnert sich der gelernte Heizungsbauer, der aber seit vielen Jahren als Hausmeister an einer Förderschule für geistig Behinderte in Neuruppin arbeitet. „Die Gründung des Vereins hat dann fast ein Jahr gedauert und war sehr kompliziert.“ Am Ende des steinigen Weges gründete sich im Norden der Mark der erste Gemeinnützige Motorsportverein in Berlin und Brandenburg. „Wir nahmen eine Vorreiterrolle ein“, berichtet Litfin stolz. „Wir haben andere Vereine von unseren Erfahrungen profitieren lassen und sie unterstützt. Mittlerweile gibt es in Brandenburg 84 Motorsportvereine – aber nur wir haben uns wirklich auf den Rallye-Sport spezialisiert.“

Weißer Wartburg mit einem Überrollkäfig

Liftin, der 2011 als Rennfahrer aufgehört hat, ist in seinem Leben mehr als 200 Rallyes gefahren. Seine Begeisterung für den Sport mit den schnellen Autos begann bereits im Jugendalter. „Wir sind damals aufgrund der Arbeit meiner Mutter von Zehdenick nach Neuruppin gezogen. Gegenüber unserer Wohnung stand ein weißer Wartburg mit einem Überrollkäfig. Der Besitzer hat mir dann erzählt, dass er Rallye-Fahrer ist, dass das aber alles zu teuer und nichts für mich sei – da war mein Interesse sofort geweckt“, erzählt Jörg Litfin.

Besonders stolz ist man in der RSG, die aus 40 bis 50 Mitgliedern besteht und eine 60 Quadratmeter große Garage mit Hebebühne und dem nötigen Werkzeug sein Eigen nennt, dass „wir trotz vieler Schwierigkeiten und massiven Auflagen immer noch die Fontane-Rallye veranstalten“. Liftin bezeichnet es als „größten Erfolg, dabei am Ball zu bleiben und die 53-jährige Tradition der Rallye am Leben zu halten. Stirbt unsere RSG, stirbt auch die Fontane-Rallye.“

Nachwuchsförderung soll intensiviert werden

Das kann man sich beim Feuereifer, den Liftin verbreitet, aber beim besten Willen nicht vorstellen. Die nächste Auflage ist für den 29. April 2017 geplant. Dann heißt es wieder über 200 Helfer zu organisieren, die für einen reibungsglosen Ablauf sorgen. In diesem Jahr haben die Mitglieder der Ruppiner Rennsportgemeinschaft zusätzlich den ersten und zweiten Stadt-Slalom veranstaltet, der mit über 90 Teilnehmern sehr gut angenommen wurde und dessen nächste Auflagen ebenfalls schon in der Planung sind. Diese Großevents wird man wieder in vielen gemeinsamen Stunden in der Vereinsgarage vorbereiten. „Planung, Durchführung und Nachbereitung – das Organisieren einer Rallye nimmt schon ein halbes Jahr in Anspruch“, sagt Jörg Liftin, der sein erstes Rennen bereits eine Woche vor dem 18. Geburtstag bestritt und schon als Jugendlicher zu DDR-Zeiten an der Organisation von drei Fontane-Rallyes mitwirkte. „Das hat mir einfach schon immer Spaß gemacht. Zukünftig wollen wir uns auch noch mehr der Jugendarbeit widmen“, blickt der Vereinsgründer voraus. Dass Nachwuchsrennfahrer des Clubs Wettkämpfe mit eigenen Rennkarts bestreiten können, ist ein Ziel, dass man sich auf die Fahnen geschrieben hat. Mit dem Vereinsvorsitzenden haben die angehenden Rallye-Fahrer auf jeden Fall das beste Beispiel in den eigenen Reihen.

Von Mirko Jablonowski

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