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Ramona Kühne will den Ring-Rost abklopfen

Comeback der Weltmeisterin Ramona Kühne will den Ring-Rost abklopfen

Die Profibox-Weltmeisterin aus Rangsdorf bestreitet am Samstag in Potsdam ihr Comeback. Nach der Pause wegen eines Kreuzbandrisses muss sich die 35-Jährige wieder an einige Abläufe gewöhnen.

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Schluss mit lustig für Ramona Kühne.

Quelle: fotos: Julian stähle

Potsdam. Die lange Zeit des Wartens ist endlich vorbei. Ramona Kühne kribbelt es schon mächtig in den Fäusten. 16 Monate nach ihrem letzten Kampf klettert die Profibox-Weltmeisterin am Sonnabend wieder in den Ring. Die Rangsdorferin bestreitet bei dem Event unter dem Titel „Boxing meets Movie“ in der Potsdamer Metropolis-Halle im Filmpark Babelsberg ihr Comeback.

Die Vorgeschichte ist auf jeden Fall filmreif. Denn Anfang November war sie eine Woche vor ihrem 14. WM-Kampf in Stuttgart beim Spazierengehen in ein Loch getreten – mit fatalen Folgen. Sie riss sich das vordere Kreuzband im rechten Knie. „Da es mich zwei Jahre zuvor schon einmal am linken Knie erwischt hatte, wusste ich sofort, was auf mich zukommt“, berichtet die mittlerweile 35-Jährige. Die „To-Do“-Liste mit Reha und Aufbautraining ist längst abgearbeitet, der Countdown für den harten Fight eingeläutet.

„Wir haben für das Comeback nach so langer Pause bewusst keinen WM-Kampf gewählt“, erklärt Trainer und Ehemann Stephan Kühne. „Selbst das beste Sparring kann keinen Kampf ersetzen. Ramona muss sich erst wieder an den ganzen Ablauf gewöhnen. Angefangen vom Gewichtmachen bis zum Überstreifen der kleinen Handschuhe und das Gewöhnen an das Publikum am Ring.“

„Heimspiel“ in Potsdam

Denn für die Box-Queen aus Teltow-Fläming ist das ein Heimspiel. Sie tritt zum dritten Mal in Potsdam an, nach zwei erfolgreichen WM-Duellen in der MBS-Arena – zuletzt am 28. März 2014 – erfolgt nun die (Film-)Premiere in der Metropolis-Halle. Gegnerin über acht Runden wird die erfahrene Österreicherin Döris Köhler sein. Die ehemalige Europameisterin sei eine starke Kontrahentin. „Ramona wird ganz sicher gefordert werden“, ist sich Coach Kühne sicher. Seine Ehefrau, die zu ihren Lieblingsfilmen natürlich die „Rocky“-Klassiker mit Schauspieler Sylvester Stallone als malochenden Boxer zählt, setzt dabei eine Menge auf’s Spiel. Obwohl es kein WM-Kampf ist, würde sie im Falle einer Niederlage ihren Titel des Verbandes WBO verlieren. Dieser wäre danach vakant.

Nur eine Niederlage in 23 Profikämpfen

„Das will ich natürlich unter allen Umständen verhindern“, meint die Athletin aus dem Magdeburger SES-Boxstall. Sie sei froh, dass die lange Zeit des Wartens endlich vorbei sei. „Denn ich will noch ein paar WM-Kämpfe bestreiten, meine Karriere ist längst noch nicht zu Ende.“ 23 Profikämpfe hat die Superfedergewichtlerin (bis 58,967 Kilogramm) bisher bestritten und nur einen verloren.

Über die lange Pause hätten ihr vor allem auch die geliebten Hunde Lee und Lubaya, zwei Rhodesian Ridgeback, hinweggeholfen. „Ich bin gut vorbereitet. Nach diesen Verletzungen zurückzukommen, ist wirklich nicht einfach. Aber ich achte jetzt noch mehr auf meinen Körper und trainiere viel bewusster“, sagt Ramona Kühne. Und: „Der Ehrgeiz ist nur noch größer geworden.“ Stephan Kühne könnte davon ebenso eine (Film-)Geschichte erzählen: „Ich muss sie in ihrem Ehrgeiz ab und zu zügeln. Ich hoffe, sie lässt nun all ihre Energie im Ring raus. Denn der Ring-Rost, wie wir Boxer nach einer langen Unterbrechung sagen, muss endlich abgeklopft werden.“

Von Peter Stein

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