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Culcay greift in Potsdam nach WM-Titel

Profiboxen Culcay greift in Potsdam nach WM-Titel

Seit fast sieben Jahren hat der ehemalige Amateur-Weltmeister Jack Culcay auf diesen Moment hingearbeitet: Am Samstag will der Profiboxer erstmals den WM-Gürtel im Halb-Mittelgewicht des Verbandes WBA erobern. In der Potsdamer MBS-Arena klettert der 30-Jährige in den Ring.

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Jack Culcay (r.) mit Trainer Georg Bramowski am Dienstag beim öffentlichen Training im Potsdamer Karstadt-Kaufhaus.

Quelle: Foto: Julian Stähle

Potsdam. Jack Culcay will endlich raus aus der Sackgasse und rein ins Rampenlicht. Am Samstag (23.05 Uhr, live in Sat.1) möchte der Profiboxer aus dem Berliner Team Sauerland in der Potsdamer MBS-Arena den regulären WM-Titel des Verbandes WBA erobern. Im Halbmittelgewicht tritt der Sohn einer Deutschen und eines Ecuadorianers gegen Jean Carlos Prada aus Venezuela an, der von seinen 31 Kämpfen nur einen verloren hat und 22 K.o.-Siege landete.

„Golden Jack“ Culcay will in seinem 23. Profikampf (21 Siege) nun den Jackpot knacken. Die vergangenen sieben Jahre nach dem Gewinn der Amateurweltmeisterschaft 2009 und dem Wechsel zu den Profis erwiesen sich als bittere Lehrjahre. Seitdem er aber im Vorjahr in die Trainingsgruppe von Kultcoach Ulli Wegner wechselte, scheint der Knoten geplatzt. „Früher in Hamburg war ich meist auf mich allein gestellt. Jetzt in Berlin habe ich mit Arthur Abraham oder Kubrat Pulev eine richtig starke Gruppe“, erzählt Culcay. „Das kannte ich vorher gar nicht, wir arbeiten zusammen hart, haben aber auch unseren Spaß.“ So schickte Wegner seine Zöglinge im schon zu DDR-Zeiten legendären Trainingslager auf dem Belmeken im bulgarischen Rila-Gebirge zum Wandern in die Berge durch tiefsten Schnee. „Die zweieinhalb Wochen dort in aller Abgeschiedenheit kamen mir vor wie im Knast“, berichtet Culcay. Danach ging es in Kienbaum (Oder-Spree) mit dem Sparring weiter.

Das private Glück in Brandenburg gefunden

Dass sich Culcay, der Ecuador geboren wurde und in Darmstadt aufwuchs, wo ihm Vater Roberto mit zwölf Jahren das Boxen beibrachte, mittlerweile in Berlin wohl fühlt, liegt auch an Freundin Anna Höfel. Die 23-Jährige stammt aus Lehnin (Potsdam-Mittelmark) und ist beim öffentlichen Training am Dienstag im Potsdamer Karstadt-Kaufhaus ebenso an der Seite des Boxers. Nach dem privaten Glück will der 30-Jährige sein sportliches Glück ebenfalls in Brandenburg finden und freut sich auf die MBS-Arena. Weil Wegner zeitgleich Abraham betreut, der in Las Vegas seinen WBO-Weltmeistertitel im Supermittelgewicht verteidigt, wird Culcay von Georg Bramowski gecoacht. „Das ist kein Problem, ich trainiere bei beiden, sie sprechen dieselbe Sprache“, meint Culcay.

Wegner sagt über den Halbmittelgewichtler (69,85 Kilo): „Vom Potenzial her macht ihm keiner was vor – es im richtigen Moment zu zeigen, das ist die Kunst.“ Culcay wird diese Worte im Ohr haben,wenn er in Potsdam durch die Ringseile klettert. „Ich will diesen Titel und danach gegen die großen Namen meiner Gewichtsklasse boxen“, hat er sich fest vorgenommen.

Von Peter Stein

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