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Das größte Judo-Talent seit Yvonne Bönisch

Judo U18-Europameisterschaft Das größte Judo-Talent seit Yvonne Bönisch

Marlene Galandi ist das größte Potsdamer Judo-Talent seit Olympiasiegerin Yvonne Bönisch. Vor einem Jahr erlitt die 17-Jährige eine schwere Verletzung. Doch die Zeit ohne Judo hat die Elftklässlerin noch stärker gemacht.

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Marlene Galandi

Quelle: Klaus Mueller

Potsdam. Vor einem Jahr hat es knack gemacht. Die Judoka Marlene Galandi vom UJKC Potsdam erlitt im Training eine schwere Ellenbogenverletzung. „Alle Bänder, ein Muskel und die Kapsel waren gerissen“, erzählt die 17-Jährige, die am Wochenende als Medaillenkandidatin bei der U18-Europameisterschaft in Kaunas (Litauen) auf die Matte geht.

Acht Monate Pause

Dass die Elftklässlerin von der Potsdamer Sportschule schon wieder so eine Form hat, ist erstaunlich. Nach der Operation musste sie drei Monate eine Schiene tragen. Erst nach einem halben Jahr war wieder Judotraining möglich, nach acht Monaten der erste Wettkampf. „Ich hatte fast jeden Tag Physiotherapie“, erzählt Marlene Galandi von ihrem Weg zurück. Unterstützung hatte sie etwa von ihren Brüdern Philipp und Fabian, die beide ebenfalls erfolgreiche Judoka sind und diverse Operationen hatten. Sie habe in der Reha-Phase extrem viel Ausdauer trainiert, erzählt die Potsdamerin. Davon profitiert sie nun. „Je länger ich nicht auf der Matte war, umso größer wurde die Lust auf Judo.“

Silber beim U21-Europacup

Und das bekommen seit März ihre Gegnerinnen zu spüren. Bei der Deutschen Meisterschaft der U18 holte sie Gold, bei der U21 Bronze. Sie gewann Europacups in Teplice sowie Berlin und belegte Anfang Juni beim Europacup der U21 in Österreich den zweiten Platz. „Das ist mein bisher größter Erfolg“, sagt Marlene Galandi – schließlich waren die Gegnerinnen einige Jahre älter. In der U18 sei sie unangefochten die deutsche Nummer eins, sagt ihr Trainer Mario Schendel, der in Kaunas in Ivo Witassek einen weiteren Potsdamer betreut. Schendel: „Und in der U21 spielt Marlene schon eine gute Rolle.“

Große technische Vielfalt

Marlene Galandi ist bei den Frauen das größte Potsdamer Talent seit Olympiasiegerin Yvonne Bönisch. In der U18 ist sie in diesem Jahr international ungeschlagen und belegt in der Weltrangliste Platz zwei. Deshalb sind die Ansprüche für die EM hoch. „An einem normalen Tag holt sie eine Medaille. An einem guten Tag holt sie Gold“, sagt Coach Schendel. „Das ist viel Druck für eine 17-Jährige, aber sie hat gezeigt, dass sie damit umgehen kann.“ Die Schülerin sei extrem diszipliniert und in ihrer Entwicklung weiter als andere 17-Jährige. „Marlene hat eine große technische Vielfalt, sie kann in alle Richtungen werfen.“

Bei diesen Voraussetzungen stellt sich die Frage nach der Olympia-Teilnahme 2020 in Tokio. „Das kommt vielleicht noch zu früh“, sagt Marlene Galandi. „Aber 2024 wäre ich im besten Alter.“ Zunächst liege ihr Fokus auf der EM in Litauen. „Ich möchte mich mit einer Medaille belohnen.“ Es wäre die Krönung eines beeindruckenden Comebacks.

Von Ronny Müller

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