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Degenkolb will Flandern-Rundfahrt gewinnen

Radteampräsentation Giant Alpecin Degenkolb will Flandern-Rundfahrt gewinnen

John Degenkolb hat noch lange nicht genug. Der Radprofi verkündete am Donnerstag bei der Teampräsentation von Giant Alpecin seine Saisonziele: Er will 2016 die Flandern-Rundfahrt als Klassiker im Frühjahr gewinnen und im Sommer erstmals eine Etappe der Tour de France.

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Welcher Bart ist schöner? John Degenkolb (l.) und Simon Geschke. Foto: DPA

Berlin. Wenn der Justizminister um ein Vier-Augen-Gespräch bittet, dann sucht man schnell mal eine ruhige Ecke. Doch diese war am Donnerstagvormittag für Heiko Maas in der italienischen Botschaft in Berlin nur schwer zu finden. Der Hobbyradler holte sich ein paar „Ratschläge“ vom Profi. John Degenkolb hatte bei der Präsentation seines einzigen deutschen Eliteradteams Giant Alpecin nicht nur Hundertschaften von Journalisten Rede und Antwort zu stehen, sondern auch dem Minister. Erfolg verpflichtet.

Denn der gebürtige Thüringer, der seit Jahren in Frankfurt/Main lebt, hatte im Vorjahr bei Mailand – San Remo und bei Paris – Roubaix jeweils die schnellsten Beine. „Das sind Monumente des Radsports“, sagte Degenkolb. „Vor einem Jahr habe ich noch davon geträumt, mal ein so großes Rennen zu gewinnen. Nun konnte ich das gleich doppelt genießen.“ Er erlebte an seinem 27. Geburtstag beim visuellen Jahresrückblick noch einmal diese Gänsehautmomente und erntete viele Glückwünsche – das Fachmagazin Radsport ehrte ihn sogleich als Radsportler des Jahres hierzulande.

Jagd auf die Monumente des Radsports

Der bodenständige Familienvater – der einjährige Sohn Leo Robert laufe seit einem Monat und mache den Vater wahnsinnig stolz – ist nun in der Rolle des Gejagten, erst recht, da der ehemalige Teamkollege und Sprintrivale Marcel Kittel zum belgischen Radstall Etixx-Quick-Step, wo auch der Cottbuser Tony Martin fährt, wechselte. „Klar habe ich jetzt noch mehr Druck, aber auch noch mehr Chancen“, meinte Degenkolb, der 2016 an die Erfolge anknüpfen möchte. „Das Team wird mich dabei unterstützen, die Klassiker im Frühjahr sind mein erster Höhepunkt. Dabei bin ich diesmal besonders heiß auf die Flandern-Rundfahrt, ein weiteres Monument des Radsports.“

Danach geht es zur Tour de France. Nach drei Jahren vergeblicher Versuche will er endlich seinen ersten Etappensieg. Den hat ihm Teamkollege Simon Geschke seit dem 22. Juli 2015 voraus. „Das wird für mich immer ein besonderer Tag in meinem Leben bleiben“, gestand der Berliner beim kurzen Heimatbesuch. Schon Stunden später ging es auf nach Australien, wo demnächst die Saison startet. Nicht minder berühmt wie mit seinem Soloritt durch Frankreichs Berge wurde er dank seines Bartes. „Den pflege ich täglich, aber vielleicht kommt er irgendwann einfach mal ab“, wollte Geschke die Äußerlichkeiten nicht überbewerten. Er wird Degenkolb bei den Klassikern des Frühjahrs unterstützen. Im Sommer wollen beide nach der Tour zu Olympia.

Von Peter Stein

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