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Der Badminton-Club Rathenow vereint Jung und Alt

MAZ-Serie: Mein Verein Der Badminton-Club Rathenow vereint Jung und Alt

In der Serie „Mein Verein“ stellt die MAZ diesmal den 1. Badminton-Club Rathenow vor. Der Verein hat eine bewegte Geschichte vorzuweisen. Aktuell bietet er eine gute Mischung aus Jung und Alt.

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Die aktuelle Aufsteiger-Mannschaft des BC Rathenow: (stehend v.l.) Thomas Kelch, Mirko Grohs, Kai Schiffbauer, Andreas Dunke, Kirstin Dunke, Eric Ruppin, Christina Meyer, Falko Grohs, (kniend v.l.): Alexander Goldmann und Miriam Böttcher.

Quelle: FotoS: Verein

Rathenow. Am Anfang stand 1957 ein Zeitungsartikel in der „Märkischen Volksstimme“, dem Vorläufer der Märkischen Allgemeinen. Darin wurden Sportfreunde für das Federballspiel gesucht. Gerhard Dunke erinnert sich: „Meine Mutter zeigte mir den Artikel und meinte, das sei doch was für mich. Ich wusste erst nicht so recht, aber dann bin ich hingegangen und dabei geblieben.“ Für den heute 73-Jährigen wurde es eine Leidenschaft auf Lebenszeit – und in gewisser Weise die erste und die zweite Liebe. Denn beim Federball lernte Gerhard Dunke seine Frau Brigitte kennen, 1973 haben sie geheiratet. Sie waren nicht nur familiär, sondern auch sportlich sehr erfolgreich. Kein Wunder, dass die Kinder Andreas (42) und Kirstin (38) ebenso dem Federball nachjagen.

Die Anfänge bei der ersten Federball-Sektion im damaligen Bezirk Potsdam unter dem Dach der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Einheit Rathenow seien natürlich bescheiden gewesen. „Oft trainierten wir in einem Tanzsaal“, erzählt Dunke. „Da hingen noch die Girlanden vom Fasching rum.“ Aber die Rathenower, die mit 21 Mitgliedern anfingen, wurden mehrfach Bezirksmeister und spielten ab 1968 drei Jahre in der DDR-Liga, der zweithöchsten Spielklasse. Bei den Senioren standen die Einheit-Sportler öfters bei DDR-Meisterschaften auf dem Podium. Das größte Problem sei oft die Materialbeschaffung gewesen. Denn die Schläger aus Holz gingen schon mal zu Bruch, die Sehnen rissen noch öfter, so dass der Schläger wieder neu bespannt werden musste. Von den Federbällen ganz zu schweigen. Kein Vergleich mit den heutigen Karbonschlägern, die nur 85 Gramm wiegen. „Das ist weniger als eine Tafel Schokolade“, flachst Dunke.

Neugründung 1991

Nach der Wende löste sich die BSG Einheit, deren „Trägerbetrieb“ die Kreisverwaltung war, auf. Am 19. Dezember 1991 wurde der 1. Badminton-Club Rathenow 1957 gegründet. Der Verein hat eine Jugend- und eine Erwachsenenabteilung, vereint Hobbyspieler wie Liga-Akteure, die in regelmäßigen Vergleichen den Federball über das 1,55 Meter hohe Netz schlagen. In der Mannschaft werden Einzel, Doppel (männlich und weiblich) sowie Mixed gespielt.

Gründungsmitglied Dunke, der 1994 den Vorsitz übernahm, nennt die Eröffnung der Havelland-Halle im Jahre 2000 als einen weiteren Meilenstein. Der Engpass bei der Hallennutzung war durch die neun Spielfelder mit einem Schlag beseitigt. Dadurch fanden auch wieder mehr Kinder und Jugendliche zum Badminton, dass zu DDR-Zeiten offiziell nur Federball genannt werden durfte. Etwa ein Drittel der mittlerweile 100 Mitglieder sind 16 Jahre und jünger. Besonders stolz sind die Rathenower darüber, dass sie acht Vietnamesen im Verein integriert haben. In deren Heimat ist Badminton sehr populär.

Vietnamesen sind im Verein integriert

Auch die Rathenower, die im kommenden Jahr ihr 60-jähriges Vereinsjubiläum feiern, pflegen internationale Beziehungen, starten regelmäßig bei Turnieren in Tschechien, Polen, Ungarn oder gar in Vietnam. Nicht zu vergessen die eigenen Traditionsveranstaltungen des Vereins wie zum Beispiel den Optik-Pokal. Acht Mädchen und Jungen aus Rathenow werden aktuell in der Rangliste Berlin-Brandenburg geführt. Die Punktspiel-Mannschaft schaffte gerade den Aufstieg von der E- in die D-Klasse.

Dunke gab 2014 nach 20 Jahren den Vorsitz an Ronny Lessmann ab. Der 41-jährige Steuerberater sagt: „Unser Verein ist eine feste Größe in der Region. Besonders gut gefällt mir die familiäre Atmosphäre. Jung und Alt sind im Verein dabei. Für mich ist der Sport ein schöner Ausgleich zum Bürojob.“ Lessmann verweist zudem darauf, dass beim BC nicht nur die Federbälle über das Netz fliegen, da wird ebenso die Geselligkeit gepflegt, etwa beim Sommerfest. Natürlich werden dann auch die vielen Geschichten von früher erzählt, als die Federbälle durch die Girlanden im alten Rathenower Tanzsaal flogen.

Von Peter Stein

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