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Der Edeljoker von Wolfsburg

Ex-Babelsberger Stefan Kutschke in der ersten Bundesliga Der Edeljoker von Wolfsburg

Ein Traum hat sich für den 24-jährigen Stefan Kutschke erfüllt: Der Ex-Babelsberger spielt in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg. Bisher stand der ehrgeizige Bursche bei jedem Bundesligaspiel im Kader der "Wölfe". Beim 4:0 gegen Schalke 04 wurde er eingewechselt und traf sofort.

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Stefan Kutschke im Trikot der Wolfsburger

Quelle: dpa

Wolfsburg. Bis zum Sommer ist er Luiz Gustavo oder Diego nur auf der Playstation begegnet. Nun spielt Stefan Kutschke mit ihnen in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg.

Ein Traum hat sich für den 24-jährigen Angreifer erfüllt. Der geborene Dresdner ist wie Kai aus der Kiste gestiegen. Und wie der 1,94 Meter große Stürmer durchstartete. Beim 4:0 gegen Schalke 04 wurde er eingewechselt und traf sofort. Auf seinem Handy waren danach 110 Glückwünsche eingegangen. Anschließend lud er das Team zum Essen ein. Bisher stand der ehrgeizige Bursche bei jedem Bundesligaspiel im Kader der "Wölfe". Und auch zuletzt beim 2:1-Sieg in Frankfurt durfte er in der Schlussphase noch kurzzeitig ran.

Das Seltsame am Sprung des Akteurs, der zuvor fünf Jahre in der Regionalliga gekickt hat: Trainer Dieter Hecking und Manager Klaus Allofs wussten bei Kutschkes Ankunft in der Autostadt nichts mit der Neuerwerbung anzufangen. Der Kicker war ein typischer Versuchs-Transfer aus der Ära von Felix Magath. Doch der war längst weg. Das Überraschende: "Ich wollte von Trainer Hecking nur eine faire Chance bekommen", erzählt Kutschke. Die bekam er. Und der Coach bescheinigte ihm nach kurzer Zeit in der Vorbereitung: "Er hat sich durch seine total positive Ausstrahlung Respekt verschafft."

Kutschke hat sich bestens eingelebt. "Zuerst war die Begegnung mit Diego und den anderen komisch", schildert er. "Aber Fußballer sind pflegeleicht und sprechen die gleiche Sprache." Allerdings gesteht er: "Wenn dir im Training der zweite Ball verspringt, kriegst du böse Blicke von Diego." Mit Marcel Schäfer, Bas Dost und Patrick Ochs geht der Kumpeltyp öfter essen.

Vorauszusehen war dieser Sprung des lange Zeit unterschätzten Fußballers beileibe nicht. Als er 2008 beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 anheuerte, feixten Zuschauer: "Der ist ja gelenkig wie eine Eisenbahnschiene." Kutschke war mit der Empfehlung von 16 Toren für den Landesligisten FV Dresden 06 Laubegast an die Havel gekommen. Aufsehen erregte er indes nur, wenn er mit seinem Quad zum Training angeknattert kam. Sportlich erfüllten sich seine Wünsche in zwei Jahren nicht, doch der "Lange" sagt: "Das war ein Superklima bei Nulldrei. Es ging familiär zu, und Daniel Frahn wurde mein bester Kumpel." Kutschke hätte sich unter Trainer Dietmar Demuth mehr Einsatzzeiten gewünscht. "Ich konnte nie zeigen, was ich drauf habe. Mir wurden meist andere Spieler wie Clemens Lange vor die Nase geschoben." Kutschke erzielte insgesamt acht Tore, machte in punkto Spielverständnis Fortschritte, eignete sich mehr Selbstbewusstsein an und sollte in Babelsberg verlängern. Doch er entschied sich für RB Leipzig. Frahn, der Babelsberg 2009/10 mit 29 Toren fast allein in die dritte Liga geschossen hatte, folgte ihm.

Bei den ambitionierten Messestädtern schaffte Kutschke den Durchbruch. Da sprang der Funke von Trainer Peter Pacult auf den schlaksigen Angreifer über. "Der Stefan will, der will immer mehr", feuerte er ihn an. "Unter Pacult habe ich das Vertrauen bekommen", so Kutschke. Im Herbst 2012 war der "neue" Kutschke beim Regionalligaspiel FSV Optik Rathenow gegen RB Leipzig zu sehen. Er präsentierte sich kopfball- und einsatzstark und war beim 4:2-Sieg der Gäste auch immer wieder in der eigenen Abwehr zu finden. Am Saisonende schoss Kutschke in der Aufstiegsrunde die Leipziger mit zwei Treffern gegen die Sportfreunde Lotte in die dritte Liga.

Der Riesenwille brachte Kutschke schließlich in die Bundesliga. Ein Schnellschuss von Magath war es nicht. "Er hat sich mehrere Spiele von mir angesehen. Dann habe ich mich dreimal mit ihm in Wolfsburg und München getroffen und im Frühjahr den Vertrag unterschrieben."

Bei aller Zufriedenheit hegt Stefan Kutschke noch einen Riesentraum. "Daniel Frahn hat eine besondere Klasse. Ich möchte unbedingt noch mal mit ihm auflaufen." Vorerst wird daraus nichts. Kutschke will sich in Wolfsburg durchsetzen, und der gebürtige Potsdamer Frahn hat im vergangenen Winter für weitere dreieinhalb Jahre bei den gutbetuchten Leipzigern verlängert.

Von Detlef Braune

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