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Der Radsportclub Kleinmachnow ist im Cross spitze

MAZ-Aktion: Mein Verein Der Radsportclub Kleinmachnow ist im Cross spitze

In der Serie „Mein Verein“ stellen wir diesmal den Radsportclub Kleinmachnow vor, der 1990 aus der BSG Elektronik Teltow hervorging. Der 100 Mitglieder starke Verein setzt vor allem auf den Nachwuchs und hat sich als Ausrichter von Cross-Veranstaltungen deutschlandweit einen Namen gemacht.

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Der RC Kleinmachnow setzt auf den Nachwuchs. Quelle: Verein

Kleinmachnow. „Bei uns lernen die Mädchen und Jungen richtig Fahrrad zu fahren“, sagt Walter Röseler. „Die beste Schule dafür ist nun mal der Radcross. Da lernt jeder sein Zweirad zu beherrschen, wenn es mal wegrutscht. Für die fahrtechnische Ausbildung ist das die Grundlage.“ Der Trainer des Radsportclubs Kleinmachnow, der sich seit Jahrzehnten als Talenteschmiede und Veranstalter im Radcross deutschlandweit einen Namen gemacht hat, ist der Nestor des Vereins und noch immer für die Schulung des Nachwuchses unerlässlich. „Das macht mir Spaß, wir haben ja auch einige Talente dabei.“

Röseler hat den Radsport in der Region Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) aus der Taufe gehoben. Nach Abschluss seines Trainerdiploms war er im November 1971 Gründungsmitglied der Abteilung Radsport bei der damaligen Betriebssportgemeinschaft Elektronik Teltow. Sein 1994 verstorbener gleichnamiger Vater war der 1. Vorsitzende. Röseler junior ging in die Schulen und begeisterte die Zöglinge für den Radsport. Doch noch viel schwieriger war es, Rennräder zu beschaffen. Bei einer Feier hat Röseler, der sonst keinen Alkohol trinkt, mit dem einen oder anderen hochprozentigen Getränk den Betriebsdirektor und andere Entscheidungsträger überzeugt und konnte fünf Diamant-Rennräder für 643 DDR-Mark kaufen. „Weil wir aber 20 junge Sportler hatten, gab es vor dem Renn-Wochenende immer einen Ausscheid, wer ein Rad abbekommt“, erinnert sich Röseler.

Philipp Walsleben und Christoph Pfingsten wurden Radprofis

Mit einem Barkas begleitete er den Nachwuchs auf den Trainingstouren. Die besten Talente wurden in die DDR-Sportclubs nach Berlin oder Frankfurt (Oder) delegiert. Dazu veranstaltete der Verein Radkriterien in der Region und insgesamt 19 Mal die Teltower Etappenfahrt. Röseler organisierte Trainingsfahrten in den Sommerferien, da ging es von Zeltplatz zu Zeltplatz an der Ostseeküste entlang.

Nach der Wende musste ohne den Trägerbetrieb VEB Carl-von-Ossietzky-Werk ein Neuanfang her. Ein eigenständiger Radsportclub wurde gegründet. Nach Dieter Bruhn war Stefan Loebe lange Vereinsvorsitzender, ehe vor vier Jahren Markus Schmidt das Ehrenamt übernahm. Der 42-Jährige sagt: „Die Ausrichtung des Vereins ist geblieben, ein Drittel der Mitglieder sind Kinder und Jugendliche – und wir setzen weiter auf den Radcross.“ Seine Tochter Antonia (15) gehört aktuell zu den erfolgreichsten Nachwuchsfahrerinnen. Philipp Walsleben, der sein Geld als Radprofi im Cross in Belgien verdient, und Christoph Pfingsten, der als Straßenprofi beim Team Bora Argon 18 unter Vertrag steht, gingen aus dem RC hervor, der sein kleines, aber feines Vereinsheim praktisch eingerichtet hat. Dort kann bei schlechtem Wetter oder im Winter auch mal das Training auf der Rolle im Trockenen ausgeführt werden. War es früher leichter Talente zu finden als geeignetes Material, so ist es heute genau umgekehrt. Natürlich müssen die Radsportfamilien auch viel privat investieren, aber der Verein wird ebenso von Sponsoren unterstützt. „Sonst könnten wir diese materialintensive Sportart nicht betreiben“, sagt Schmidt.

Im November an zwei Tagen Deutschland-Cup in den Kiebitzbergen

Aber der Verein präsentiert sich oft in der Öffentlichkeit, schon dreimal hat der RC die Deutsche Meisterschaft im Radcross ausgerichtet, bildet alljährlich eine Station im Deutschland-Cup. Am 5. und 6. November 2016 werden in den Kiebitzbergen gleich zwei Veranstaltungen durchgeführt. Auch dazu hat Röseler einiges zu erzählen. „1971 haben wir in den Kiebitzbergen die ersten Cross-Rennen durchgeführt“, so der inzwischen 66-Jährige, der über zwölf Jahre Präsident des Brandenburger Radsportverbandes war und sich als Fachwart im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für den Radcross engagierte. „Früher mussten unsere Sportler oft bis nach Tschechien reisen, um an Cross-Rennen teilzunehmen, jetzt gibt es über 100 in Deutschland.“ Die Kleinmachnower Radsportler danken es ihm besonders, denn sie mischen dank der exzellenten Ausbildung auf der Hausstrecke in allen Altersklassen mit – bis zu den Senioren. An diesem Sonntag veranstaltet der Verein ab 9.30 Uhr das Finale in der Brandenburger Kriteriumsmeisterschaft im Europarc Dreilinden.

Von Peter Stein

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