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Der Teufel schlägt Prada

Boxen Der Teufel schlägt Prada

Profiboxer Jack Culcay krönt sich vor knapp 3000 Zuschauern in Potsdam mit einem beeindruckenden Sieg zum Weltmeister. Der Darmstädter hatte mit seiner Taktik, auf Körpertreffer zu setzen, Erfolg. Zu den Zuschauern gehörten Stars und Sternchen und eine berühmte Kiezgröße der Reeperbahn.

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Jack Culcay (r.) machte seinen Gegner mit zahlreichen Körpertreffern mürbe.

Quelle: dpa

Potsdam. Als auch noch Kalle Schwensen am Ring Platz nahm, war die Profibox-Atmosphäre perfekt. Die bekannte Hamburger Kiez-Größe gehörte am Samstagabend in der ausverkauften Potsdamer MBS-Arena zu den rund 2700 Zuschauern und zog die Blicke wegen seiner dunklen Sonnenbrille auf sich. Der 62-Jährige trägt seine Sehhilfe sogar auf seinem Führerscheinbild und setzt sie gerüchteweise nicht einmal zum Duschen ab.

Muskelberge in Glitzer-Sakkos

Neben Reeperbahn-Legende Schwensen tummelten sich Promis wie Popsternchen Annemarie Eilfeld, Schauspieler Carsten Speck sowie die Ex-Weltmeister Pablo Hernandez und Graciano Rocchigiani (52), der nach einem Alkoholentzug sein Comeback im Ring plant. Ansonsten drängelten sich Muskelberge in Glitzer-Sakkos und langbeinige Schönheiten um den Ring. Ein Muss: Selfies mit geballter Faust.

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Profiboxer Jack Culcay krönt sich vor knapp 3000 Zuschauern in der Potsdamer MBS-Arena mit einem beeindruckenden Sieg zum Weltmeister. Der Darmstädter hatte mit seiner Taktik, auf Körpertreffer zu setzen, Erfolg. Zu den Zuschauern gehörten Stars und Sternchen.

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22. Sieg im 23. Profikampf

Der Schnappschuss des Abends mit zehn Gefechten war jedoch Jack Culcay, der sich im Hauptkampf zum WBA-Weltmeister im Halbmittelgewicht krönte. Für den Sohn einer Deutschen und eines Ecuadorianers war der Triumph gegen den Venezuelaner Jean Carlos Prada der 22. im 23. Profikampf. Der Darmstädter vom Berliner Team Sauerland gewann ungefährdet durch technischen K.o. nach der neunten Runde.

Hohes Tempo

Lediglich zu Beginn konnte Prada seine Reichweitenvorteile ein wenig einbringen. „Er hat sehr hart geschlagen“, räumte Culcay ein. Doch der Amateurweltmeister von 2009 kam immer öfter durch die Deckung und drosch wie ein Teufel auf Rechtsausleger Prada ein. „Das Tempo war sehr hoch. Der Gegner musste ab der siebten, achten Runde Tribut zollen“, sagte Promoter Wilfried Sauerland. Sein Stall hatte analysiert, dass Prada auf Körpertreffer empfindlich reagiert. Und so kam es. Nach der neunten Runde gab Prada mit schmerzverzerrtem Gesicht auf. „Durch den Körperschlag, den ich bekommen habe, war ich etwas geschwächt“, sagte der 30-Jährige nach der zweiten Niederlage im 34. Profikampf.

Probleme beim Wasserlassen

Die Schlagbilanz lautete 639:409 für Culcay, die Trefferbilanz 189:88. „Der Gegner war steinhart. Ich dachte, er macht weiter. Aber ich habe ihn wohl häufig getroffen – deswegen hat er aufgegeben. Jetzt habe ich mir den Urlaub verdient“, sagte Culcay auf der Pressekonferenz kurz vor 1.30 Uhr. Doch bevor er seine aus Lehnin (Potsdam-Mittelmark) stammende Freundin Anna Höfel einmal in Ruhe in den Arm nehmen konnte, musste er noch zur Dopingkontrolle. Das Wasserlassen falle ihm nach einem Kampf nicht leicht, da er viel schwitze, stöhnte Culcay. „Beim letzten Mal hat es sogar bis halb sieben gedauert.“

Team Sauerland mit Nacht von Potsdam zufrieden

So konnte er sich immerhin noch mehr mit der MBS-Arena vertraut machen. „Es hat uns sehr gut gefallen in Potsdam, das Publikum war fachkundig. Es ist durchaus vorstellbar, dass wir wiederkommen“, sagte Sauerland-Geschäftsführer Frederick Ness. Boxfan Kalle Schwensen würde bestimmt gern erneut nach Potsdam kommen.

Von Ronny Müller

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