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Der lange Lauf zum großen Ziel

Potsdamerin startet beim Berlin-Marathon Der lange Lauf zum großen Ziel

Die MAZ hat die Klavierlehrerin Yumi Schröder ein halbes Jahr begleitet – am Wochenende wagt sie ihre größte sportliche Herausforderung. Den Berlin-Marathon. Dabei wird sie am Sonntag an einem Ort vorbeilaufen, an dem sie drei Tage später schon ihren nächsten großen Auftritt hat.

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Beim Berlin-Marathon starten internationale Spitzenathleten mit Hobbyläufern wie der Potsdamerin Yumi Schröder.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Mit den Propheten ist das so eine Sache. Yumi Schröder will sich daher vorab zurückhalten. Aber wenn sie am Sonntag in Berlin in der Straße des 17. Juni erstmals an der Startlinie zu einem Marathon steht, dann will sie auch ankommen. „Ich will auf jeden Fall das Ziel erreichen.“ Kurz hinter dem Brandenburger Tor hätte sie ihre 42,195 Kilometer Sightseeingtour durch die Hauptstadt beendet. Und kurz vor dem Ziel, etwa bei Kilometer 40,5, führt die Strecke am Gendarmenmarkt vorbei. Eben da, im Konzerthaus, tritt sie drei Tage später als Gast-Sängerin im Karl-Forster-Chor auf und singt mit bei der Aufführung des Elias von Felix Mendelssohn-Bartholdy durch die Kammersymphonie Berlin. Das weltberühmte Oratorium über die Geschichte des biblischen Propheten Elias gilt musikalisch als hartes Stück Arbeit, ein Musikmarathon sozusagen.

– 23. März: Das Training hat begonnen

– 15. Juli: Gymnastik gehört dazu

Oberschenkelzerrung erschwert das Training

Aber die Klavierlehrerin aus Potsdam, die von der MAZ ein halbes Jahr lang begleitet wurde, fühlt sich gerüstet für ihren Premieren-Marathon. Schnürte sie früher nur sporadisch die Laufschuhe, so läuft sie nun regelmäßig. Die 44-Jährige gibt jedoch zu: „Die letzten Wochen waren ziemlich anstrengend. Vor allem die Tempoläufe mochte ich nicht so gern. Danach war ich immer platt. Meine Trainerin hat mir einen harten Plan aufgeschrieben. Ich gebe zu, alles konnte ich nicht so umsetzen, zumal noch einen Oberschenkelzerrung dazwischen kam. Aber die längeren Läufe von bis zu 32 Kilometern habe ich gemeistert.“ Der Spaß am Laufen sei ihr jedenfalls nicht abhanden gekommen. „Ich laufe immer noch gerne, es macht mir einfach Spaß“, sagt die gebürtige Japanerin. Geholfen haben ihr dabei auch die Lauffreunde vom Potsdamer Laufclub. „In der Gruppe hat mir das Training immer großen Spaß gemacht.“ Sie mochte auch die Abwechslung, selbst im Triathlon hat sie sich versucht. Und auch im Surf-Urlaub in Frankreich hat sie ihre langen Läufe absolviert und der „großen Hitze“ getrotzt. Bis zu 60 Kilometer ist sie in der Woche gelaufen.

Startnummer 40.986

In der letzten Woche vor dem Marathon wolle sie es etwas ruhiger angehen lassen. Am Freitag holt sie sich ihre Startnummer 40.986 ab. Dann trifft sie sich auch mit ihrer Freundin Yuko, die auch mitlaufen möchte. Der eine oder andere aus dem Freundeskreis werde an der Strecke stehen und sie anfeuern. „Ich bin schon sehr gespannt“, meinte Yumi Schröder. Die Begleitung durch die MAZ habe ihr geholfen, nicht aufzugeben. Nun, so kurz vor dem Ziel, steige die Anspannung. Hauptsache, sie sei danach noch bei Stimme. Als Altstimme singt sie schließlich drei Tage später im Chor beim Elias-Oratorium. Dann will die Marathonläuferin mit guten Erinnerungen an den Gendarmenmarkt zurückkehren.

Von Peter Stein

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