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Deutsche Männer wollen Rio-Ticket lösen

Volleyball Olympia-Qualifikation Deutsche Männer wollen Rio-Ticket lösen

Mit den Fans im Rücken wollen die deutschen Volleyballer bei der europäischen Olympia-Qualifikation das Ticket für Rio lösen. Das am Dienstag beginnende Turnier in der Berliner Max-Schmeling-Halle wird aber eine echte Herausforderung. Zum einen ist die Konkurrenz sehr stark, zum anderen hat nur der Turniersieger die Olympia-Teilnahme gesichert.

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Trainer Vital Heynen (l.) muss auf Robert Kromm verzichten.

Quelle: Foto: dpa

Berlin. Die schlechte Nachricht nimmt Robert Kromm als gutes Omen: „Vor vier Jahren gab es eine ähnliche Situation für mich persönlich, aber ich hoffe, dass die Jungs auch dieses Mal wieder die Qualifikation erfolgreich packen“, sagte der Kapitän der Berlin Volleys, der für das am Dienstag in „seiner Halle“ beginnende Olympia-Qualifikationsturnier der Volleyballer ausfällt. Der 2,12 Meter große Außenangreifer war extra für diese Aufgabe nach vier Jahren Pause in die deutsche Nationalmannschaft zurückgekehrt. Doch beim Testspiel gegen Russland zog er sich eine Bauchmuskelzerrung zu und musste nun kurzfristig passen. „Leider hat es mich mal wieder zum ungünstigsten Zeitpunkt erwischt. Ich bin sehr traurig, aber da kann man nichts machen“, so Kromm, der bereis 2012 kurz vor dem Quali-Turnier in Berlin mit einer Angina ausgefallen war. Damals lösten die Heynen-Schützlinge das Ticket für London.

Nun steht der Ticketschalter für Rio wieder in der Max-Schmeling-Halle. „Ich werde die Jungs anfeuern, damit sie alles geben und sich den Traum von Olympia erfüllen. Aber der Modus ist hammerhart. Wir müssen quasi Europameister werden, um uns für Olympia zu qualifizieren“, schätzte Kromm ein.

Georg Grozer glaubt an das Wunder

Im 14 Spieler umfassenden Kader stehen mit Lukas Kampa, Denis Kaliberda, Sebastian Schwarz, Marcus Böhme, Christian Dünnes, Georg Grozer und Markus Steuerwald noch die „glorreichen Sieben“, denen vor vier Jahren das Kunststück Olympia-Qualifikation gelang. Und „Hammerschorsch“ Grozer, der mittlerweile in Korea sein Geld am hohen Netz verdient, hat noch immer eine Gänsehaut, wenn er sich an 2012 zurückerinnert. Der Hauptangreifer meinte: „Es muss bei uns alles stimmen, damit das Wunder passiert. Aber ich glaube fest daran, dass wir es schaffen können.“ Im Team steht auch Ex-Netzhoppers-Mittelblocker Tim Broshog (jetzt Maaseik/Belgien).

Die Mannschaft brennt für Olympia

Dabei setzen die deutschen Volleyballer auf den siebten Mann, die Fans im Rücken. „Das ist in der Schmeling-Halle eine Menge wert“, bestätigte der unfreiwillige Zuschauer Kromm. Auch Heynen baut darauf: „Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir jede Mannschaft in Europa schlagen können.“ Das frühe Aus bei der Europameisterschaft – nur Platz acht – sei laut Heynen längst aufgearbeitet. Die Mannschaft, 2014 immerhin WM-Dritter, brenne für das Ziel Olympia, will sich nach 2008 und 2012 ein drittes Mal in Folge qualifizieren. Gleich am Dienstag (18 Uhr/Sport1) geht es gegen Heynens Landsleute aus Belgien. Danach folgt in der Vorrundengruppe am Mittwoch (18 Uhr) Serbien, ehe es am Freitag (20 Uhr) zum Showdown um den Halbfinaleinzug gegen Weltmeister Polen kommt.

Die beiden Gruppenbesten – in der zweiten Vorrunde spielen Olympiasieger Russland, Europameister Frankreich, der EM-Vierte Bulgarien und Finnland – stehen im Halbfinale. Nur der Sieger das Turniers hat das Olympia-Ticket in der Tasche. Für die Zweit- und Drittplatzierten gibt es im Mai in Japan eine zweite Chance. Auf diesen Umweg wollen die Deutschen gern verzichten.

Frauen spielen in Ankara um Olympia-Ticket

Parallel zu den Männern findet das europäische Olympia-Qualifikationsturnier der Frauen in Ankara statt.

Deutschland trifft in der Vorrunde am heutigen Montag (13 Uhr) auf die Niederlande. Das wird gleich ein Schlüsselspiel. Immerhin ist die Mannschaft von Ex-Bundestrainer Giovanni Guidetti Vizeeuropameister.

Dann folgen Dienstag (18.30 Uhr) Gastgeber Türkei und Mittwoch (15.30 Uhr) Kroatien.

„Das ist natürlich eine sehr schwere Gruppe für uns. Aber in der Vorbereitung in Schwerin haben wir gut trainiert. Wir werden unser Bestes geben“, sagte Mittelblockerin Wiebke Silge vom SC Potsdam.

„Wir wollen das Maximale herausholen, auch wenn die Vorbereitung sehr kurz war“, meinte Bundestrainer Felix Koslowski.

Die deutschen Volleyballerinnen nahmen 2004 in Athen letztmalig am olympischen Turnier teil.


Wie bei den Männern qualifiziert sich in Ankara nur der Sieger sicher für Olympia in Rio. Der Zweit- und Drittplatzierte bekommt ebenfalls eine zweite Quali-Chance im Mai in Japan.

Von Peter Stein

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