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Deutscher Dressur-Jubel: Bröring-Sprehe holt EM-Silber

Pferdesport Deutscher Dressur-Jubel: Bröring-Sprehe holt EM-Silber

Kristina Bröring-Sprehe hat den deutschen Dressurreitern bei der EM in Aachen nach der Pleite im Team-Wettbewerb und dem Totilas-Aus endlich ein Erfolgserlebnis beschert.

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Kristina Bröring-Sprehe wurde auf Desperados im Grand Prix Special.

Quelle: Friso Gentsch

Aachen.  Die 28-Jährige aus Dinklage holte sich im Grand Prix Special die Silbermedaille.

Auf Desperados musste sie sich vor 20 000 Zuschauern nur der britischen Doppel-Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Charlotte Dujardin auf Valegro geschlagen geben. Dritter wurde der niederländische Team-Europameister Hans Peter Minderhoud auf Johnson.

"Ich hatte mir vorgenommen, richtig Gas zu geben und alles rauszuholen. Das ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen", sagte Bröring-Sprehe. Mit 83,067 Prozentpunkten lag die Team-Weltmeisterin und WM-Dritte im Special etwas mehr als viereinhalb Zähler hinter Durjardin. Der Britin gelang mit ihrem Ausnahmewallach ein EM-Rekord mit 87,577 Prozentpunkten. Der mitfavorisierte Niederländer Edward Gal musste mitten im Ritt aufgeben, weil sein Pferd Undercover aus dem Maul blutete.

Zwei Tage nach dem enttäuschenden dritten Platz mit der Mannschaft unterstrichen Bröring-Sprehe und ihr 14-jähriger Hengst, dass sie ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio das derzeit einzige deutsche Dressur-Paar von Weltklasse-Format sind. "Kristina hat einen genialen Ritt hingelegt", lobte die zuletzt gebeutelte Bundestrainerin Monica Theodorescu. "Das ist ein Tag zum Freuen."

Die anderen beiden deutschen Starterinnen hatten mit dem Medaillenkampf erwartungsgemäß nichts zu tun: Isabell Werth auf Don Johnson und Jessica von Bredow-Werndl auf Unee kamen auf die Plätze sieben und acht. Beide qualifizierten sich immerhin für die zweite Einzel-Entscheidung der besten 15, der Kür am Sonntag.

Während Championats-Debütantin von Bredow-Werndl ("Am Anfang war es genial, dann war der Wurm drin") etwas enttäuscht war, sorgte Isabell Werth für ein Kuriosum: Ausgerechnet die fünfmalige Olympiasiegerin verritt sich, ging in einer Lektion der Prüfung geradeaus, statt nach rechts eine Trabtraversale einzuleiten. 

Der Fehler passierte beim wahrscheinlich besten Auftritt von Don Johnson in einem Grand Prix Special. "Johnny war klasse", sagte sie. "Der kann ja auch nichts dafür, dass er eine Blondine oben drauf hat." Das werde "noch sehr teuer für Isabell", kündigte Theodorescu an: "Sie muss heute Abend einen ausgeben."

Viel zu lachen hatte es im deutschen Lager an den vergangenen Tagen nicht gegeben. Der enttäuschende dritte Platz im Team am Donnerstag und der Wirbel um das Aus von Totilas und dessen Reiter Matthias Rath einen Tag zuvor hatten auf die Stimmung gedrückt. "Vielleicht wollten wir einfach mal vom Thema ablenken. Ich finde, wir haben genug Totilas gehabt, jetzt können wir auch mal wieder mit den dummen Blondinen handeln", meinte die 46-jährige Werth schmunzelnd.

Ein genaues Ergebnis der Verletzung von Totilas gab es vonseiten der deutschen Teamleitung am Samstag zunächst nicht. Der 15 Jahre alte Hengst war am Freitag in einer Tierklinik nach Belgien gebracht worden, nachdem zuvor in Aachen noch keine Diagnose gestellt werden konnte.

Das EM-Aus hatte Spekulationen ausgelöst, dass der einstige Wunderhengst angeschlagen in die Prüfung am Donnerstag geschickt worden war, um Deutschland Gold zu sichern. Das ging schief. Umso wichtiger war Bröring-Sprehes Silber. Auch in der Kür gilt sie nun als Medaillenkandidatin: "Ich werde wieder angreifen."

dpa

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