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Die Angst vor dem ruinierten Rasen

Spielabsagen häufen sich Die Angst vor dem ruinierten Rasen

Wenn das Wetter Kapriolen schlägt, dann heißt es: Schuhe wieder aus, Fußball ist gestrichen. Die Spielabsagen in den Brandenburger Fußballligen häufen sich. Zu groß sind die Pfützen auf dem Platz. Wir haben die Angst vor dem ruinierten Rasen näher unter die Lupe genommen.

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Wenn das Wetter schlecht ist, bleibt der Platz immer häufiger gesperrt.

Quelle: MAZ

Potsdam/Oranienburg. Mitte der vergangenen Woche, nach tagelangem Regen, ahnte Oliver Richter bereits, dass das Brandenburgliga-Spiel seines TuS Sachsenhausen auf der Kippe steht. „Die Trainingsbedingungen waren schon grenzwertig. Es gab Pfützen auf dem Platz, da waren keine Dribblings möglich“, erzählt der Trainer des Brandenburgligisten. „Vielleicht wäre es für dieses eine Spiel möglich gewesen. Aber dann hätte man den Platz für den Rest der Saison vergessen können“, erzählt Richter. Folgerichtig sagte die TuS das Fußballspiel am vergangenen Samstag gegen den Eisenhüttenstädter FC Stahl ab.

Ein Vorgang, der sich in den kälteren Jahreszeiten häuft. „Erfahrungsgemäß hatten wir immer, wenn es die ersten größeren Regenfälle gab, gleich die ersten Spielabsagen“, sagt Martin Hagemeister, beim Fußball-Landesverband (FLB) für den Spielbetrieb der Männer zuständig. Bei den Absagen müssen die Vereine allerdings gewisse Regeln einhalten:

1. „Über die Bespielbarkeit des Platzes
entscheidet der Rechtsträger , also beispielsweise der Verein, die Stadt oder das zuständige Amt“, erklärt Hagemeister. Beim TuS Sachsenhausen gibt es eine vierköpfige Platzkommission, die den Rasen vergangene Woche in Augenschein nahm und in Absprache mit der Stadt Oranienburg über die Bespielbarkeit entschied. „Auf dem Hauptplatz haben wir fast immer ein Problem, da er von Haus aus sehr weich ist. Bei drei Tagen Dauerregen war es fast absehbar, dass er nicht bespielbar ist“, sagt Stephan Jung. Für den sportlichen Leiter von Sachsenhausen hat die Absage auch einen finanziellen Aspekt: „Wenn die Plätze durch den Starkregen vollkommen durchnässt und nicht mehr bespielbar sind, dann geht es nicht nur um die Gesundheit der Spieler, sondern dann ist das auch eine Kostenfrage.“

2. Stellt der Rechtsträger die Unbespielbarkeit fest , wird der Staffelleiter informiert. „Die Vereine müssen alle Informationen bereitstellen, um nachzuweisen, warum der Platz nicht bespielbar ist“, sagt Hagemeister. „Wir hatten auch schon Fälle, in denen das nicht zweifelsfrei nachgewiesen wurde. Dann kann der Staffelleiter den Fall auch zum Sportgericht abgeben“, erklärt der FLB-Funktionär. So hätten Vereine die Unbespielbarkeit auch schon einmal vorgeschoben, um ein Vereinsfest zu feiern. Der Antrag des Vereins muss dabei „rechtzeitig“ eingereicht werden, so „dass die Gastmannschaft und die Unparteiischen noch vor ihrer Abreise vom Spielausfall Kenntnis erhalten können“, heißt es in der Wettspielanweisung des FLB. „Von generellen Spieltagsabsagen wegen des schlechten Wetters sehen wir in Brandenburg ab. Wir sind ein Flächenland, da kann es am einen Ort Dauerregen geben, am anderen die Sonne scheinen“, sagt Hagemeister.

3. Ist die Begründung des Rechtsträgers plausibel, wird der Tausch des Heimrechts geprüft. „Damit versuchen wir, Terminprobleme zu vermeiden. Gerade die Landesklasse-Teams sind oftmals noch lange im Kreispokal vertreten, so dass die Pokalwochenenden als Ausweichtermine wegfallen“, sagt Hagemeister. Falls dies jedoch nicht möglich ist, wird das Spiel schließlich abgesagt.

4. Wenn die Vereine von sich aus bis vier Stunden vor der Partie nicht bereits eine Spielabsage veranlasst haben, dann obliegt das dem Schiedsrichter. „Der Schiedsrichter wird dann vor Ort nach einem Ausweich- oder Kunstrasenplatz suchen“, erklärt Hagemeister. Ist auch diese Suche erfolglos, wird das Spiel endgültig abgesagt.

Drei Oberliga-Absagen

Alleine in der Fußball-Oberliga Nord gab es am vergangenen Wochenende drei Spielabsagen.

Die Partie des SV Altlüdersdorf bei Tabellenführer Tennis Borussia Berlin fiel den schlechten Platzverhältnissen zum Opfer.

Auch die Spiele von Germania Schöneiche gegen den 1. FC Neubrandenburg und des FC Strausberg gegen den SV Victoria Seelow mussten verschoben werden.

In der Brandenburgliga musste das Spiel von TuS Sachsenhausen gegen Stahl Eisenhüttenstadt abgesagt werden, das auf den 14. November (13 Uhr) verlegt wurde.

Während in den Landesligen alle Spiele stattfanden, wurden in den Landesklassen Nord (FC Einheit Grünow – SG 47 Bruchmühle, Schönower SV – FSV Fortuna Britz) und West (VfL Nauen – Fortuna Babelsberg) insgesamt drei Partien wegen schlechter Platzverhältnisse abgesagt.

Von Stephan Henke

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