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Die Bobsportler sind heiß auf Eis

Bobsport, SC Potsdam Die Bobsportler sind heiß auf Eis

Der Wintersportler wird im Sommer gemacht. Deshalb trainieren die Bobsportler des SC Potsdam fleißig. So ganz können sie aber nicht auf das geliebte Eis verzichten.

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Training auf Eis mitten im Hochsommer: Lisa Marie Buckwitz, Madlin Dossow und Stephanie Schneider (v.l.) in Oberhof.

Quelle: Foto: Privat

Potsdam. Temperatursturz binnen Sekunden: Dazu klettert Lisa Marie Buckwitz nicht in den Kühlschrank oder die Kältekammer, sondern geht auf die vereiste Bobanschubbahn in Oberhof. Die Junioren-Weltmeisterin von 2016 legt jetzt mitten im Sommer die Grundlagen für den nächsten Winter.

Sie erklärt: „Wenn wir uns draußen bei über 30 Grad warm machen, dann haben wir nur Turnhose und T-Shirt an. Dabei absolvieren wir Abläufe etwa in der Renngeschwindigkeit. Dann ziehen wir lange Hose und Jacke an, dazu eine Kopfbedeckung und rein geht es auf die vereiste Bahn an die 60 Meter lange Anschubstrecke. Dort ist es nur vier, fünf Grad kalt.“ Der Kasten, den die Sportler dabei anschieben, simuliert den Bob. Der Anschubschlitten wird zehn bis 15 Mal mit voller Power in Schwung gebracht.

Lisa Marie Buckwitz hat Spaß am Athletiktraining

Lisa Marie Buckwitz, die im Februar mit ihrer Pilotin Stephanie Schneider (Oberbärenburg) WM-Vierte in Innsbruck-Igls geworden war, sagt: „Die Abläufe am Start müssen immer wieder geübt werden. Das sind zwar Automatismen, aber nach ein paar Monaten Pause muss man erst wieder reinkommen. Wir können ja nicht erst beim Wettkampf damit anfangen.“

Als ehemalige Siebenkämpferin in der Leichtathletik sei sie das Training im Sommer ja gewohnt. „Das macht mir viel Spaß“, erzählt die 21-Jährige, die sich bei der Landespolizei zur Kommissaranwärterin ausbilden lässt. „Ausbildung und Sport sind so gut abgestimmt“, meint sie. Derzeit habe sie ohnehin Semesterferien. Neben dem thüringischen Oberhof werde auch viel in Altenberg im Osterzgebirge geübt.

Erfolg bei Startwettkämpfen

Damit es den Sommer über nicht ganz so langweilig werde, nimmt die Sportlerin vom SC Potsdam an Startwettkämpfen teil. Jüngst in Ilsenburg im Harz belegte sie mit Stephanie Schneider den 1. Platz. Während Buckwitz in punkto Athletik von Jörg Weber im Luftschiffhafen trainiert wird, lässt sich Schneider, die einst als Leichtathletin auch die Sportschule in Potsdam besuchte, ihre Trainingspläne von Heinz Rieger schreiben. Dadurch ist auch Stephanie Schneider im Sommer ab und zu in Potsdam.

Der erste wichtige Test steht am 3. September an

Und das Team hat mit der ehemaligen Kugelstoßerin Madlin Dossow Zuwachs bekommen. So wechselte eine weitere ehemalige Leichtathletin des SC Potsdam, der für seine gute Nachwuchsförderung im Bobsport kürzlich mit dem „Grünen Band“ geehrt wurde, zum Wintersport.

Wenngleich es bis zum ersten Weltcup Ende November in Whistler/Kanada noch ein Weilchen hin ist, haben die Bobsportler schon den ersten wichtigen Termin vor Augen. Am 3. September müssen sie beim Leistungstest in Oberhof am Start Farbe bekennen. Am 10. September soll es an selber Stelle erstmals eine Deutsche Anschub-Meisterschaft geben.

Ziel: Qualifikation für den Weltcup

Dann müssen wir schon richtig gut drauf sein, um uns für die Weltcup-Teams zu qualifizieren“, schildert Lisa Marie Buckwitz das Prozedere, das vom neuen Bundestrainer René Spies vorgegeben wurde, der Nachfolger von Christoph Langen ist. Die ersten nationalen Qualifikationen auf den Eisbahnen gibt es für die Teams im Oktober. Dafür trainieren Lisa Marie Buckwitz und ihre Teamkollegen weiter fleißig auf Eis und auf dem „Trockenen“.

Von Peter Stein

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