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Die Gründerväter trafen sich im Bootshaus

25 Jahre Landes-Kanu-Verband Die Gründerväter trafen sich im Bootshaus

Vor 25 Jahren wurd der Landes-Kanu-Verband aus der taufe gehoben. Der 81 Jahre alte Manfred Schubert gehörte zu den Gründern. Die vierfache Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin ist ihm besonders dankbar.

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Katrin Wagner-Augustin kam 1991 an die Potsdamer Sportschule und wurde vier Mal Olympiasiegerin.

Quelle: fotos: dpa, Ronny müller

Potsdam. Die Gründungsveranstaltung war schlicht. Am 14. Juli 1990 wurde in Potsdam der Landes-Kanu-Verband Brandenburg aus der Taufe gehoben. „Es gab keinen Sekt und kein Trara, die Gründung war eine Notwendigkeit“, erinnert sich Manfred Schubert. Der 81-Jährige war Gründungsmitglied und übernahm den Posten als Vizepräsident Wettkampfsport. Am Samstag wurde er auf der Jubiläumsveranstaltung des Verbandes im Kongresshotel zum Ehrenpräsidenten ernannt. „Das ist eine sehr große Anerkennung für 25 Jahre Arbeit“, sagte Schubert und erinnerte unter anderen an den inzwischen verstorbenen Gründungs-Präsidenten Manfred Glöckner. „Das kann man nicht allein schaffen, wir hatten immer ein gutes Team.“

Es ging um den Erhalt der Sportschule

Nach der Wende waren viele Sportstrukturen zerbrochen. Schubert: „Alle standen da und wussten nicht, wie es weitergeht. Die Vereine brauchten eine Dachorganisation.“ Der Landes-Kanu-Verband entstand sogar neun Monate bevor sich die beiden deutschen nationalen Verbände zusammenschlossen. Denn die Zeit drängelte. Schubert: „Wir kämpften insbesondere um den Erhalt der Sportschule und die Weiterbeschäftigung von Trainern.“ Den Armee-Sportklub Vorwärts, in dem Schubert früher als Cheftrainer arbeitete, gab es nicht mehr. Und die Sportschule nahm zwischenzeitlich auch Nicht-Sportler auf. „Viele Sportler sind erstmal abgewandert. Wir haben viel dafür getan, sie zurückzuholen.“ Sein wichtigstes Anliegen war jedoch der Nachwuchs. Schuberts damaliges Credo: „Wenn wir den Nachwuchs nicht stärken, ist in zwei Jahren Schluss.“ Brandenburg hatte als erster deutscher Landesverband ein Konzept zur Nachwuchsentwicklung – und stieß beim Zentralverband auf Widerstand. Schubert: „Wir wollten die Talente zentrieren, um ein höheres Trainingsniveau und mehr Motivation zu erreichen. Das wollte der DKV zunächst nicht.“

Brandenburg ist das Aushängeschild im DKV

Schubert, der als Aktiver sieben Mal Weltmeister im Kanu-Slalom wurde, und seine Mitstreiter haben ziemlich viel richtig gemacht. Brandenburg ist das Aushängeschild im DKV und holt regelmäßig die meisten Medaillen bei internationalen Wettkämpfen. Deshalb würdigte DKV-Präsident Thomas Konietzko die Aufbauarbeit von Schubert. „Sie müssten eine Extra-Ausgabe drucken“, diktierte Konietzko seine Huldigung in den Reporter-Block. „Schubert hat nach der Wende eine herausragende Rolle gespielt. An dem Wechsel vom ASK zu einem normalen Verein hätte man verzweifeln können. Toll, dass er sich da durchgebissen hat.“ In Brandenburg funktioniere das Netzwerk aus Sport, Wirtschaft und Politik, ergänzte Konietzko.

Zielvereinbarung für 2016

2009 schied Schubert aus dem Präsidium aus, ist aber nach wie vor ein wichtiger Berater und hilft bei Regatten. „Er ist eine treue Seele“, sagte Landesverbands-Chef Michael Schröder, der Schuberts Werk fortsetzt. Der Deutsche Kanu-Verband setzt auch künftig auf die Brandenburger Stärke. Für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro gibt es eine Zielvereinbarung, wonach Brandenburg zwei Goldmedaillen und zwei weitere Medaillen holen soll. Katrin Wagner-Augustin beteiligt sich bei der Titeljagd nicht mehr, die 37-Jährige beendete kürzlich ihre Karriere. Die erfolgreichste Brandenburger Kanutin ehrte in einem Grußwort Schuberts Wirken. „Die vielen Medaillen sind das Spiegelbild der Arbeit. Wenn man sich mit den 25 Jahren beschäftigt, merkt man, wie viel Arbeit dahinter steckt.“ Wagner-Augustin konnte sich direkt bei Schubert bedanken. Ohne die Arbeit der Kanu-Pioniere wäre sie 1991 wohl kaum auf die Sportschule gekommen.

Von Ronny Müller

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