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Die Helden von Rio im Selfie-Ansturm

Olympiaempfang der Sportschule Die Helden von Rio im Selfie-Ansturm

Solch einen Fan-Andrang hatten die Potsdamer Olympiastarter wohl lange nicht erlebt. Die Sportschule lud zum Olympia-Empfang und alle 650 Schüler kamen, um ihre Helden von Rio zum Anfassen zu erleben.

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Die Sportschülerinnen Noa Grochowski (l.) und Luca Borgwardt (r.) mit den Gehern Hagen Pohle (2.v.l.) und Christopher Linke.

Quelle: Foto: Stein

Potsdam. Michel Wieck war total aufgeregt. Ungeduldig wartete er in der Schlange, dann war er endlich dran und ließ sich von Ruder-Olympiasieger Hans Gruhne ein Autogramm aufs T-Shirt schreiben. Michel, gerade zwölf Jahre alt und seit ein paar Tagen Schüler der 7. Klasse an der Sportschule in Potsdam, stand plötzlich vor seinem Idol. Denn der schlanke Bursche aus Sommerfeld will auch Ruderer werden – wie Gruhne, der ebenso als Siebtklässler nach Potsdam an die Eliteschule des Sports Friedrich Ludwig Jahn kam. Nun holte der Schlagmann mit dem deutschen Doppelvierer in Rio zum großen Schlag aus. Nach WM-Gold im Vorjahr gab es Olympia-Gold.

Neun Medaillen für die Sportschule

Die Gänsehaut- und Freudentränenmomente der ehemaligen und aktuellen Sportschüler – starke 16 waren in Rio dabei und brachten insgesamt neun Medaillen (davon sechs Mal Gold) mit nach Hause – wurden am Freitag beim Olympiaempfang der Sportschule vor 650 Schülern und Lehrern in der MBS-Arena auf der Videoleinwand noch einmal präsentiert. „Diese Bilanz ist atemberaubend“, sagte Schulleiter Rüdiger Ziemer. Das Verbundsystem Schule und Sport in Potsdam funktioniert. „Spitzenleistungen sind möglich“, betonte Ziemer, bevor er das Mikrofon zur Fragerunde an Schülersprecherinnen wie Luca Borgwardt (18) und Noa Grochowski (17) weitergab.

Schwimmer Christian Diener macht einfach sein Ding

Schwimmer Johannes Hintze, selbst noch Sportschüler und mit 17 Jahren einer der jüngsten Olympiateilnehmer, meinte: „Olympia fühlt sich komplett anders an als alle anderen Wettkämpfe, die ich bisher erlebt habe, aber auch toll.“ Rückenspezialist Christian Diener gab zu: „Ich war ziemlich aufgeregt. Weil ich nur einen Start hatte, habe ich mir gesagt: ,Du haust da richtig drauf, du bist geil.’ Ich habe einfach mein Ding gemacht.“ Nach dreimal Bestzeit wurde er Siebter über 200 Meter Rücken.

Kanu-Queen Franziska Weber, die am Fuß der weltberühmten Christusstatue zweimal Silber aus dem Wasser fischte, stellte klar: „Wir haben alles gegeben, da kann ich mich auch über Silber freuen.“ Goldjunge Sebastian Brendel erzählte, dass er in Rio Frühaufsteher war. „Unser Wettkampf begann 9 Uhr Ortszeit, da klingelte 5.30 Uhr der Wecker. Ich war diesmal nicht so nervös. Das war gut, so konnte ich meine volle Leistung bringen.“ Seine Kanu-Kollegen Stefan Kiraj und Jan Vandrey berichteten noch mal, wie sie auf den letzten Drücker doch noch zum Rio-Ticket kamen.

Linke denkt an 50-km-Start 2020 in Tokio

Auch die Geher Hagen Pohle und Christopher Linke bekamen viel Beifall und waren anschließend von Autogramm- und Selfie-Jägern umlagert. „Als ich 2001 auf die Sportschule kam, hatte ich das Ziel Olympia. Das habe ich nun zweimal geschafft“, sagte Linke. „Aber mein Traum ist noch nicht vorbei.“ 2020 in Tokio will er wieder angreifen, eventuell sogar über 50 Kilometer. Nachwuchsgeherin Josephine Grandi (15) meinte kess: „Vielleicht bin ich in vier Jahren schon bei Olympia dabei.“

Gruhne schilderte noch mal das fast perfekte Rennen zum Gold. „Wir waren gleich vorn und hatten dadurch alle Attacken der Gegner im Blick.“ Michel Wieck und seine Mitschüler gehen nun ganz sicher noch motivierter ins Training.

Von Peter Stein

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