Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Die Lokomotive aus Eichstädt

60 Jahre im Dienste des Handballs Die Lokomotive aus Eichstädt

Josef Worm ist der höchstdekorierte Vereinsfunktionär im Brandenburger Handball. Der 83-Jährige war in Eichstädt Vereinschef, Spieler und Trainer. Der größte Erfolg war die Silbermedaille beim Turn- und Sportfest 1969 in Leipzig. Nach der Siegerehrung musste Worm aber schnell weg.

Eichstädt 52.6923695 13.0956758
Google Map of 52.6923695,13.0956758
Eichstädt Mehr Infos
Nächster Artikel
Der Profi-Fußball ist „vom Geld verdorben“

Josef Worm mit DHB-Ehrennadel in Silber.

Quelle: Ronny Müller

Potsdam. Josef Worm strahlt. „Ich dachte, ich habe schon alle Auszeichnungen“, sagt der Handball-Funktionär vom SV Eichstädt mit einem Lächeln. Am Mittwochabend ist das Revers des 82-Jährigen beim Festakt 25 Jahre Handball-Landesverband Brandenburg um einen Anstecker reicher geworden. Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes, ehrte Worm mit der DHB-Ehrennadel in Silber. Kürzlich war Worm vom Landessportbund sogar mit dem Sportadler, der höchsten Auszeichnung des Brandenburger Sports, geadelt worden. Damit ist der rüstige Rentner der höchst dekorierte Vereinsfunktionär im Brandenburger Handball. „Josef ist immer da, er ist immer bereit“, sagt Wolfgang Hartisch, Ehrenpräsident des Handball-Verbandes Brandenburg. „Er schließt die Halle auf und macht sie als Letzter wieder zu.“

Handball-Traditionsstandort in Oberhavel

1949 gehörte Worm zu den Gründungsmitgliedern des SV Eichstädt. Der Landmaschinenschlosser schraubte den Verein zu einem Handball-Traditionsstandort in Oberhavel. Die Männer spielen in der Landesliga, die Frauen in der Verbandsliga. „Ich bin bei fast jedem Spiel und Training dabei“, erzählt Worm. „Handball ist mein Leben.“

1955 wurde er im Alter von 22 Jahren Vereinschef und blieb es bis Juni dieses Jahres. 60 Jahre im Dienst des Handballs. Worm war Spieler, Trainer, Schiedsrichter, Kreisverbandsvorsitzender. Heute ist er noch Sportwart in Eichstädt, Kampfrichter und Vorsitzender des Kreisschiedsgerichtes.

Mit Emil Zatopek im Zentralstadion

Worm kann stundenlang über die Eichstädter Handballgeschichte plaudern. Über Spiele auf einer Viehkoppel mit selbst gezimmerten Toren. Über Auswärtsfahrten auf LKW’s. Über Großfeldhandball auf Schnee. Oder über den größten Erfolg des Vereins: die Silbermedaille beim Turn- und Sportfest der DDR 1969 in Leipzig. Eichstädt spielte im Kleinfeldhandball um den „Silbernen Traktor“ und war Außenseiter. „Aber wir haben nur um ein Tor die Goldmedaille verpasst“, erzählt Worm. Die Silbermedaille hat bei ihm einen Ehrenplatz. „Neulich ist sie sogar für unsere Orts-Chronik fotografiert worden.“ Nach der Siegerehrung sei Worm ins Zentralstadion geflitzt. „Ich wollte unbedingt die tschechische Lokomotive Emil Zatopek laufen sehen.“

Immer unter Dampf

Worm ist die Eichstädter Handball-Lokomotive. Immer unter Dampf. Riesen-Kondition. Er ist noch immer das Mädchen für alles, betreut die Schiedsrichter, gibt zur Not sogar den Hallenwischer. Nur im geschäftsführenden Vorstand wollte er nicht mehr tätig sein. „Ich wollte kürzertreten. Ich habe es nicht so mit den modernen Medien, besitze nicht einmal ein Handy“, sagt er. Aber das wird noch. Kürzlich ließ sich Worm ein Laptop schenken.

Von Ronny Müller

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Sport
MAZ Sportbuzzer