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Die Regattastrecke ist herausgeputzt

Ruder-EM in Brandenburg Die Regattastrecke ist herausgeputzt

Die Organisatoren an der Regattastrecke um Chef Uwe Philipp haben alles getan, damit die Ruder-Europameisterschaften am kommenenden Wochenende auf dem Brandenburger Beetzsee ein voller Erfolg werden. Eine Bestandsaufnahme.

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Streckenchef Uwe Philipp (l.) und Personalchef Daniel Herdlitschke.

Quelle: foto: Julian Stähle

Brandenburg/Havel. Uwe Philipp ist auf dem Sprung. Spezialisten vom ST Sportservice machen zur Vorbesichtigung an der Regattastrecke am Beetzsee in Brandenburg/Havel Halt, um in die heiße Vorbereitungsphase der Ruder-Europameisterschaft zu starten. „Der STS kümmert sich im Auftrag des Weltruderverbandes um die Zeitmessung aller Rennen“, erklärt Philipp, verantwortlich für die Gesamtkoordination der Anlage. Neben dem sportlichen Bereich ist der 51-Jährige Herr über ein Gebiet von 80 000 Quadratmetern Land und 320 000 Quadratmetern Wasserfläche.

Bei dem 51-Jährigen, der seit 15 Jahren als Chef die Regattastrecke im Auftrag der Stadt betreut, laufen in diesen Tagen noch mehr Fäden als ohnehin zusammen. Die Anlage, auf der sich von Freitag bis Sonntag die besten Ruderer Europas messen, soll perfekt vorbereitet sein. „Da kommt die absolute Elite zu uns, das Fernsehen überträgt live. Wir wollen uns als hervorragende Gastgeber präsentieren, den Sportlern bestmögliche Bedingungen und faire Rennen ermöglichen“, blickt Philipp voraus. Insbesondere auf die Liveübertragung der Finalläufe am Sonntag (12.30 bis 14.40 Uhr) in der ARD-Sportschau ist Philipp stolz, wenngleich „die Zuschauer auf unserer Tribüne natürlich in der ersten Reihe sitzen“.

800 Ruderer aus 35 Nationen sind dabei

Für Philipp gilt es jetzt erst einmal, den Finalturm an der Ziellinie des Ufers zu erklimmen. „Welche Kabel? Wann? Wohin? Welche Abstimmungen mit den Fernseh-Verantwortlichen sind noch offen? Wann ist ein Boot für einen Testlauf frei?“ Zahlreiche Anliegen gilt es dem STS zu beantworten. Uwe Philipp hört zu, macht sich Notizen, klärt offene Fragen und hat gleichzeitig auch noch den Industriekletterer aufmerksam im Blick, der am Dach des Turmes hangelt und diesen für die Europameisterschaft aufpoliert.

Mehr als 800 Sportler aus 35 Nationen gehen im Kampf um die EM-Titel auf den Beetzsee. „Diese EM ist für unser ganzes Team hier und auch für mich selbst emotional etwas sehr Besonderes“, meint der 51-Jährige. „Die Anlage hat in der Vergangenheit schon viele Spitzenveranstaltungen erlebt. Eine EM gab es hier bislang aber nur ein einziges Mal, 1972, damals noch in der DDR. Die Wettkämpfe jetzt sind die erste Ruder-EM, die im vereinten Deutschland ausgetragen wird“, berichtet Philipp nicht ohne Stolz.

Extra noch eine mobile Tribüne errichtet

Anlass genug, nicht nur den Athleten, sondern auch für die Zuschauer beste Bedingungen zu schaffen. „Dank der Unterstützung der Stadt und des Landes konnten wir vor einigen Tagen die Tribüne noch mit neuen Sitzen ausstatten“, freut sich Philipp. Eigens für die EM wurde eine mobile Tribüne installiert, auf der weitere 1000 Besucher die Wettkämpfe verfolgen können. Philipp hat bereits Probe gesessen. „Passt super.“ Zahlreiche Tickets sind im Vorverkauf schon weggegangen. Das EM-Team hofft, „an allen drei Wettkampftagen und bei der Eröffnung am 5. Mai um 18 Uhr volles Haus zu haben.“

Nicht nur die Zeitmesser stellt Uwe Philipp an diesem Nachmittag zufrieden. Am Vormittag wurden weitere Weichen gestellt: „Wir haben die Rennstrecke noch einmal komplett vermessen.“ Passt alles? „Auf den Millimeter genau!“, so Philipp. Nicht nur die Länge der einzelnen Distanzen galt es zu markieren, sondern auch die acht Wettkampfbahnen. „Die Sportler haben pro Bahn eine Breite von exakt 13,50 Meter zur Verfügung.“ Der 51-Jährige ist in seinem Element. „Die Aufgabe an der Regattastrecke ist nicht einfach nur ein Job. Es ist ein Traumjob; und gleichzeitig auch eine Herzensangelegenheit.“ Man merkt ihm die Leidenschaft an, mit der er die Vorbereitungen vorantreibt.

Bis zu 260 Ehrenamtler helfen bei der EM

Ursprünglich aus dem Handballsport stammend absolvierte er 1990 als Sportwissenschaftler an der DHfK Leipzig erfolgreich sein Diplom. Glückliche Fügungen verschlugen den gebürtigen Brandenburger schließlich zurück in die Heimat an den Beetzsee.

Heute bewirtschaftet Philipp mit fünf Kollegen das Areal im Norden der Stadt, welches 1969 offiziell als Regattastrecke eröffnet wurde. Während der EM kommen „bis zu 260 Ehrenamtliche dazu, die uns unterstützen.“ Ohne die seien die Wettkämpfe nicht zu stemmen. Inzwischen können Philipp und seine Kollegen den Startschuss kaum noch erwarten. Schließlich „sind wir seit mehr als zwei Jahren mit den Vorbereitungen für die EM beschäftigt. Wir sind froh, wenn es am 5. Mai endlich losgeht“.

Von Nadine Bieneck

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