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Diskus-Duell der Harting-Brüder beim Istaf

Leichtathletik Diskus-Duell der Harting-Brüder beim Istaf

Das Internationale Stadionfest – kurz Istaf – feiert am Samstag seine 75. Auflage. Das älteste Leichtathletik-Meeting der Welt wird zu einer Show der Olympiasieger. Ein Familienduell steht im Mittelpunkt: Robert Harting trifft im Diskusring auf seinen Bruder Christoph Harting.

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Ohne Worte: Robert (l.) und Christoph Harting.

Quelle: Foto: imago

Berlin. Das wird ganz sicher einer der Höhepunkte beim 75. Internationalen Stadionfest (Istaf) am Samstag (15 Uhr) im Berliner Olympiastadion: Das Duell der Diskus-Brüder Robert und Christoph Harting. Der eine, Olympiasieger 2012, der andere sein Nachfolger als Olympiasieger 2016. Der eine 31 und 2,01 Meter groß, der andere sechs Jahre jünger, aber sechs Zentimeter größer – und endlich konnte er in Rio aus dem Schatten des großen Bruders treten. Sportlich zumindest, aber Christoph Hartings Verhalten danach – seine Schunkeleinlage bei der Siegerehrung – löste eine Lawine von Kritik aus.

Robert Harting stellt sich vor seinen Bruder

Gestern hat sich Robert Harting, der nach seinem Qualifikations-Aus bei Olympia aufgrund eines Hexenschusses drei, vier Tage wach gelegen und alles bis zum möglichen Karriereende durchdacht habe, im ZDF-Morgenmagazin erstmals öffentlich vor seinen Bruder gestellt. „Viele, die sich aufregen, kennen die Nationalhymne wahrscheinlich nicht einmal. Für mich war er unverstellt. Daher war das für mich nicht verwunderlich“, sagte Robert Harting. „Er hat auch vorher keine Interviews gegeben, hat das durchgezogen und ist sich selbst treu geblieben. Der Shitstorm war ein bisschen zum Schmunzeln für mich“, so Robert Harting weiter, der sich zuvor mit Kommentaren über Christoph stets zurückhielt: „Wir reden nicht übereinander, weil wir beide unsere Eltern lieben.“

Diskusring in der Ostkurve des Olympiastadions

Am Montag bei der Ehrung der Berliner Rio-Starter im Olympiastadion hatten die Hartings wieder einen gemeinsamen Auftritt und gingen doch – siehe Foto – auf Distanz. Der Ältere hatte „keinen Rücken mehr“ und griff symbolisch sogar zum Spaten. Denn auf sein Drängen hin wurde der Diskus-Ring von der West- in die Ostkurve verlegt, genau dahin, wo sonst beim Hertha-Kick das Tor steht. „Damit haben wir die Chance auf ein bisschen Gegenwind und der Diskus könnte ein, zwei Meter weiterfliegen.“ Gut möglich, dass dies gerade seinem „kleinen“ Bruder, der laut Robert Harting „technisch einfach begabter ist“, noch mehr zum Vorteil gereicht.

Eine Frage der Generation

Aber das Olympiastadion ist das Wohnzimmer von Robert Harting. Und wenn er da nun schon mal seine Lieblingsecke neu designt hat, dann wird er sich nicht so schnell von der Siegercouch schubsen lassen. Obwohl er eine Niederlage im Bruder-Duell der beiden gebürtigen Cottbuser am ehesten akzeptieren könnte: „Den Generationenwechsel kann man nicht aufhalten. Gegen einen Olympiasieger zu verlieren, fällt mir nicht so schwer“, meinte Robert Harting.

Von Peter Stein

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