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Diskuswerfer Clemens Prüfer enttäuscht bei U20-WM

SC Potsdam, Leichtathletik Diskuswerfer Clemens Prüfer enttäuscht bei U20-WM

Er galt als großer Favorit, weil er die Jahresweltbestenliste souverän anführt. Doch im Finale am Sonntag versagten Diskuswerfer Clemens Prüfer vom SC Potsdam bei den U20-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz/Polen die Nerven.

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Clemens Prüfer mit dem 1,75 Kilogramm schweren Diskus.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Am Ende versuchte der Trainer zu trösten. Jörg Schulte fieberte und litt mit seinem Schützling Clemens Prüfer. Der Diskuswerfer vom SC Potsdam galt am Sonntag beim Finale der U20-Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Bydgoszcz/Polen als haushoher Favorit, führt er doch mit 66,27 Metern die Jahresweltbestenliste in dieser Altersklasse souverän an. Aber im entscheidenden Moment versagten dem 18-Jährigen die Nerven. Er blieb bei 59,10 Metern hängen und Platz sechs.

Enttäuschung bei den deutschen Favoriten

„Das ist mein schlechtester Wettkampf des Jahres – und das beim Höhepunkt“, haderte Clemens Prüfer. Er hatte in dieser Saison mit der 1,75 Kilogramm schweren Scheibe schon vier Wettkämpfe, die in Bydgoszcz zum Sieg gereicht hätten. Gold holte sich der Katari Mohamed Ibrahim Moaaz mit 63,63 Metern vor Oskar Stachnik (Polen) mit 62,83 Metern und Hleb Zhuk (Weißrussland) mit 61,70 Metern.

Nicht viel besser ging es Prüfers deutschem Teamkollegen Merten Howe vom SC Neubrandenburg. Auch er lag in der Jahresweltbestenliste auf Platz zwei, musste sich bei der WM aber mit 58,16 Metern und Platz neun begnügen.

Dabei lief in der Qualifikation am Samstag alles noch nach Plan. Prüfer schaffte 61,41 Meter, Howe immerhin 62,16 Meter.

Schwierige Situation beim kurzen Final-Wettkampf

Aber im Finale am Sonntag flatterten offenbar die Knie und die Nerven. Schon im ersten Durchgang hatte Prüfer einen ungültigen Versuch, der laut Coach Schulte bei 62 bis 63 Metern außerhalb des Sektors landete. Dann folgte ein „verrissener“ (Schulte) Sicherheitswurf auf 55,98 Meter. Im dritten Durchgang musste sich der Potsdamer Abiturient steigern, um überhaupt noch den Endkampf der besten Sechs zu erreichen und schaffte das mit jenen 59,10 Metern gerade so. Dann gab es nach neuem Reglement nur noch einen finalen vierten Durchgang und nicht noch die Versuche fünf und sechs wie üblich. „Da Clemens eine Minute nach seinem dritten Wurf schon wieder ran musste, habe ich ihm gesagt: ,Nun Alles oder Nichts!’ Das hat aber nicht funktioniert“, so Schulte. Der Wurf war wieder ungültig.

Nervlich noch nicht gefestigt

„Das ist sicherlich für ihn eine große Enttäuschung, aber ein sechster Platz bei einer WM ist keine Katastrophe“, versuchte Schulte nach der bitteren Lehrstunde für seinen Zögling eine Einordnung. „Der Druck war offenbar zu groß. Er hatte die Favoritenrolle und konnte damit nicht umgehen. Als junger Werfer ist er nervlich noch nicht so gefestigt, um davon bei einer großen internationalen Meisterschaft unberührt zu sein. Eine WM ist eben etwas ganz anderes als ein Jugend-Sportfest“, ergänzte der Trainer. „Dabei waren die Bedingungen nicht schlecht. Viele Athleten haben Bestweiten erzielt inklusive des neuen Weltmeisters.“

Dabei hätte Clemens Prüfer so gern auf dem Podest gestanden wie sein älterer Bruder Henning vor zwei Jahren als U20-Vizeweltmeister. Nächstes Jahr könnten beide nach Bydgoszcz zurückkehren. Dann findet dort die U23-EM statt. Jörg Schulte ist sich sicher: „Clemens wird das eine Lehre sein und er hat diese zweite Chance auf jeden Fall verdient.“

Von Peter Stein

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