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Drei Tore für die Wende: FCA setzt auf Bobadilla

Fußball Drei Tore für die Wende: FCA setzt auf Bobadilla

Augsburgs fußballerische Lebensversicherung heißt Raul Bobadilla. Nach seinem Dreierpack in der Europa League soll der Paraguayer auch in der Bundesliga die Wende herbeischießen. Vor dem Kellerduell gegen Bremen ist bei den Schwaben aber längst nicht alles wieder gut.

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Augsburgs Raul Bobadilla (l) jubelt mit Trainer Markus Weinzierl.

Quelle: Stefan Puchner

Augsburg. Nach seinem wilden Dreierpack-Auftritt war Augsburgs kraftstrotzender Matchwinner schnell wieder ganz zahm.

Statt sich vor den Kameras für die entscheidenden Treffer zum 4:1 (2:1) über den AZ Alkmaar feiern zu lassen, erzählte Raul Bobadilla lieber von seiner jungen Familie um den erst drei Wochen alten Noah Gabriel. "Als ich von zuhause weggegangen bin, habe ich ihm einen Kuss gegeben und gesagt: Ich mache zwei Tore für dich", berichtete der Stürmer und ergänzte schmunzelnd: "Dann habe ich drei gemacht." Drei Tore, die dem FCA die Chance auf ein Überwintern in der Europa League wahren.

So schön europäische Fußball-Galas wie jene von Donnerstagabend sind, Priorität hat nach dem so ernüchternden Herbst die Bundesliga. Für die Wende soll auch da Bobadilla sorgen: Der Paraguayer ist mehr denn je Hoffnungsträger Nummer eins beim Tabellenletzten.

"Er kann enorm wichtig sein", lobte FCA-Kapitän Paul Verhaegh den Stürmer nach dessen Toren, die dieser per direktem Freistoß (24. Minute), Fernschuss (33.) und nach einer Energieleistung bei einem Konter (74.) erzielte. "Hoffentlich nimmt er das bis Sonntag mit." Dann geht es für die Fuggerstädter im Heimspiel gegen Werder Bremen schon am 12. Spieltag darum, nicht den Anschluss zu verlieren.

"Das gibt Selbstvertrauen", meinte Torjäger Bobadilla im Hinblick auf das Kellerduell gegen die ähnlich kriselnden Werderaner. Mit einem Sieg würde der FCA bis auf einen Punkt an Relegationsrang 16 heranrücken. Eine Niederlage hätte noch viele Wochen in der Abstiegszone zur Folge. Die Weinzierl-Elf aber glaubt an die Wende. "Es ist eine Last abgefallen", räumte Verteidiger Philipp Max nach dem Alkmaar-Spiel ein. "Wir müssen nun die Euphorie mitnehmen."

Eine Euphorie wie am Donnerstag hatte man in Augsburg lange nicht mehr gesehen, und das trotz eines mit 21 241 Zuschauern bei weitem nicht vollen Stadions: Bobadilla sei Dank! Nachdem der bullige Stürmer durch viele vergebene Torchancen in Bilbao (1:3) und gegen Belgrad (1:3) zum Symbol wurde für die Harm- und Erfolglosigkeit des FCA, drehte er nun richtig auf und wurde von den Teamkollegen noch auf dem Rasen geherzt. "Ohne Leidenschaft, ohne die ganze Mannschaft geht es nicht", sagte er, "ich kann nicht allein drei Tore schießen".

Das Understatement ehrt den Südamerikaner, der sich mehr denn je zum Star des Teams aufgeschwungen und die Augsburger in der Gruppe L mit sechs Punkten auf Platz zwei hinter Athletic Bilbao (9) und vor Partizan Belgrad (6) und Alkmaar (3) befördert hat. Den Einzug in die K.o.-Phase hat der FCA damit in der eigenen Hand.

Bobadilla hat seine Form wiedergefunden. Teamkollege Max verriet mit einem Grinsen ein mögliches Erfolgsrezept des Torjägers: "Ich habe noch keinen Spieler gesehen, der zu Hause so große Steaks isst." Dominik Kohr fand: "Raul ist einfach ein Bulle."

Die Begeisterung über den ersten Pflichtspielsieg mit vier Toren seit mehr als einem Jahr - im September 2014 gelang in der Liga ein 4:2 ausgerechnet gegen Werder Bremen - schürt bei den Schwaben Hoffnungen auf ein Comeback als Bundesliga-Schreck. "Das war wieder der FC Augsburg der vergangenen Jahre", meinte Mittelfeldspieler Kohr.

Der Weg aus der Krise ist aber lang, zumal einstige Leistungsträger wie Halil Altintop oder Tobias Werner weiter schwächeln und auch die Defensive nicht sattelfest ist. Beim 1:2 (45.+1) von Vincent Janssen ließ sich Abwehr-Ersatzmann Christoph Janker düpieren. Ein Comeback des verletzten Jan-Ingwer Callsen-Bracker gegen Bremen ist offen. Erst Dong-Won Ji mit dem 3:1 (66.) sorgte für die Vorentscheidung und damit viel Zuversicht, auch in der Liga zurück in die Spur zu finden.

dpa

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