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EM-Titel: Vereine hoffen auf Handball-Boom

Mega-Party in Berlin EM-Titel: Vereine hoffen auf Handball-Boom

Tausende Fans haben am Montag die deutschen Handball-Helden in der Berliner Max-Schmeling-Halle gefeiert. Auch in Brandenburg ist die Freude über den EM-Titel groß. Schließlich hatten einige Brandenburger erheblichen Anteil an der Sensation. Die MAZ hat sich unter Brandenburgs Vereinen nachgefragt, was sie sich vom EM-Titel erhoffen.

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Grenzenloser Jubel in der Berliner Max-Schmeling-Halle. Das DHB-Team feierte mit Tausenden Fans den Europameister-Titel.

Quelle: Foto: dpa

Potsdam/Berlin. Der Sensation bei der Handball-Europameisterschaft soll nun ein Boom in den Vereinen folgen: Nach dem Triumph der Nationalmannschaft, die am Montag in der Berliner Max-Schmeling-Halle begeistert von den Fans empfangen wurde, hoffen die Handballvereine in Brandenburg nun auf einen verstärkten Mitgliederzustrom.

Brandenburger haben die Handball-Sensation mitgeprägt

„Ich hoffe, dass wir einen Boom auslösen können. Und natürlich, dass wir den auch dauerhafter für unsere Sportart aufrecht erhalten können“, sagt Alexander Haase. Der sportliche Leiter des Drittligisten VfL Potsdam hat als Co-Trainer der Nationalmannschaft seinen Teil zum Erfolg der sieben von Trainer Dagur Sigurdsson beigetragen. „Durch Alex war das für die Brandenburger eine greifbare EM. Auch die Spieler Fabian Wiede, Tobias Reichmann oder Ex-Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson und Bob Hanning – das sind alles Leute aus unserer Region.“

Europameister mit Brandenburg-Bezug

Neben Europameister Fabian Wiede (Füchse Berlin) spielen noch einige weitere Brandenburger in der Handball-Bundesliga.

Wie Fabian Wiede kommen auch sein Teamkollege Willy Weyhrauch und Marvin Sommer (SC DHfK Leipzig) aus Bad Belzig. Bei den Füchsen spielt zudem Fynn-Ole Fritz (Wildau).

Beim SC Magdeburg hat der 20-Jährige Alexander Saul (Premnitz) bereits einige Einsätze zu verbuchen.

Fabian Böhm (Potsdam) gehört zu den Leistungsträgern bei HBW Balingen-Weilstetten und wechselt im Sommer zum TSV Hannover-Burgdorf.

Beim THW Kiel spielt Christian Sprenger (Ludwigsfelde) seit 2009, er wurde fünfmal Deutscher Meister und zweimal Champions-League-Sieger.

Europameister Tobias Reichmann (Rangsdorf) wurde im vergangenen Jahr Meister mit Kielce (Polen) und besuchte die Cottbuser Sportschule.

„Vielleicht sagen sich die Leute jetzt auch, dass sie mal in die 3. Liga zum Handball kommen“, hofft Thomas Stahlberg, seit sechs Jahren Präsident des Drittligisten Oranienburger Handballclub (OHC). „Ich glaube, dass diese EM einen gewissen Hype auslösen kann. Erstens gibt es jetzt wieder eine Diskussion über die Fernsehrechte. Und auch der ein oder andere Verein wird sicherlich Zuspruch im Jugendbereich erhalten“, erklärt der OHC-Präsident.

Auch Erwachsene sollen sich in Vereinen engagieren

Dafür müssen für die Arbeit mit den Nachwuchs-Handballern die Grundlagen geschaffen werden. „Es ist wichtig, dass man genügend geeignete und qualifizierte Jugendtrainer hat. Wir können ja nicht sagen: ,Schön, dass ihr alle kommt, aber wir haben keinen Platz für euch“, fordert Stahlberg.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Diana Weyhrauch. „Über Mitglieder brauchen wir uns keinen Kopf zu machen, wir brauchen Übungsleiter. Ich hoffe, dass sich durch den Erfolg auch Erwachsene angesprochen fühlen und sagen, ich möchte da jetzt einsteigen“, erklärt die Vorsitzende des MBSV Belzig, Heimatverein von Europameister Fabian Wiede. Der Handball-Verband Brandenburg (HVB) müsse dafür die Grundlagen schaffen und die Erlangung der Trainerlizenzen für die Ehrenamtlichen vereinfachen.

Handballverband hofft auf Mitglieder-Boom

Beim Landesverband spekuliert man ebenfalls auf eine Trendwende. Nach dem deutschen Erfolg bei der Heim-WM 2007 konnte man die Mitgliederzahl auf rund 13.000 steigern, derzeit liegt sie bei 11.682. HVB-Präsident Olaf Ermling: „Ich gehe davon aus, dass der Handball sicher ein Stückchen boomen wird. Es ist eine Wahnsinns-Geschichte für diese Mannschaft und für den deutschen Handball.“ Natürlich wolle der Verband in Brandenburg weitere Mitglieder gewinnen. Dies stünde ganz oben auf der Agenda. „Aber leider ist Handball nicht mehr der Sport, der in den Schulen gelehrt wird. Wir erwarten auch, dass dort ein Umdenken einsetzt.“

Für dieses Plus an Resonanz müsse, so OHC-Präsident Stahlberg, auf lange Sicht auch bald wieder ein Brandenburger Verein in die 2. Bundesliga aufsteigen – „ein Bundesligist wäre natürlich ein Traum.“

Von Stephan Henke

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