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Eine schrecklich nette Fußballfamilie

Mein Verein: Eiche Ragösen Eine schrecklich nette Fußballfamilie

Der SV Eiche Ragösen ist wohl einer der unterhaltsamsten und verrücktesten Fußballvereine des Landes Brandenburg. In der Kreisliga B kommen regelmäßig über 100 Fans zu den Spielen ihres SVE. Sogar ein Maskottchen treibt am Spielfeldrand sein Unwesen und dirigiert den Fanchor. Die treuesten Fans nennen sich „Eiche Ultras“ und zeigen sich sehr kreativ.

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Vom Trainer bis zum Maskottchen eine geschlossene Truppe. Der SV Eiche Ragösen gehört zu den wohl unterhaltsamsten Vereinen im Land Brandenburg.

Quelle: Foto: Verein

Ragösen. Tief in einem Dorf im Hohen Fläming ticken die Fußballuhren anders. Schneller, verrückter, leidschaftlicher. Die Rede ist von Ragösen. Besser gesagt vom ansässigen Fußballverein SV Eiche Ragösen. Wenn der Kreisligist im Havelland ein Heimspiel austrägt, ist das im Dorf ein Straßenfeger, wie es anderen Orts nur ein WM-Finale schafft. Wer am Sonntagnachmittag in das Dorf kommt, hört die Gesänge schon von weitem. „Schwaaarz-grüne Dresse und ne große Fresse. Immer wiiiiieder SVE“, singen die Fans, die sich Eiche-Ultras nennen, aus voller Kehle. Im Schnitt kommen über 100 Leute zu den Spielen. Auch bei Auswärtsspielen ist die Zahl der mitreisenden Fans bei gutem Wetter häufig dreistellig.

„Wir sind eine große verrückte Fußballfamilie“, sagt Spieler und Vereinsvorsitzender Robert Wernicke. Diese Verbundenheit erstreckt sich über alle 75 Mitglieder und geht von der Mannschaft um Trainer Thomas Pfeifer über die Fans bis hin ins Tierreich.

Maskottchen Egon Eiche ist das Markenzeichen

Wie bitte? Tierreich? Ganz genau. Ein Mitglied des Vereins isst am liebsten Nüsse, hat ein flauschiges Fell und verpasst nie eine Partie des SV Eiche Ragösen. Es geht um Egon Eiche, das Maskottchen des SVE. Egon ist, wie soll es anders sein, ein Eichhörnchen und stimmt gerne die Fangesänge der Ultras an. Hierfür hebt er die Pfoten und dirigiert den Ultra-Chor, der sich nicht zweimal bitten lässt und auch eine eigene Version der Stadionhymne“You’ll never walk alone“ im Repartoire hat. Dirigent Egon geht mittlerweile in seine zweite Saison und hat im Gegensatz zu seinen Artgenossen keine Winterruhe gehalten, sondern hat seinen SVE natürlich auch in der Hallensaison lauthals unterstützt.

Vor zehn Jahren gründete sich der Verein als SV Eiche Ragösen. Ziel der Väter des SVE, zu denen auch Robert Wernicke gehört, war es sowohl den Sportplatz als auch das dazugehörige Vereinsgebäude zu retten und wieder mit Leben zu füllen. „Wir hatten die Wahl. Entweder wir lassen alles verkommen oder wir stellen wieder etwas auf die Beine“, sagt Wernicke. Namensgeber des Vereins war die alte Dorfeiche, die unter den Einwohnern als Wahrzeichen des Ortes gilt und unter Naturschutz steht.

Leidenschaft geht aus Historie hervor

Die Frage ist, warum ausgerechnet in Ragösen ein solcher Fußballkult entstanden ist. „Es gab vor 30 Jahren Traktor Ragösen und dann auch Eiche Ragösen. Diese Vereine wurden aber in den Neunzigern aufgelöst“, erzählt Robert Wernicke. Die Sehnsucht nach dem rollenden Ball war also gewaltig. Diese wird nun erfolgreich gestillt. Sportlich geht es seit der Gründung für den SV Eiche Ragösen steil bergauf. Von der zweiten Kreisklasse haben sich die Schwarzgrünen bis in die Kreisliga B hoch gearbeitet. „Von der Kreisliga haben wir anfangs nie zu träumen gewagt. Nun sind wir da und wollen da bleiben“, sagt Wernicke. Die Ultras werden das gern hören und ihre Mannschaft weiter kreativ bejubeln.

Die weiteren Vereine finden Sie unter: http://www.maz-online.de/Nachrichten/Sport/Mein-Verein-MAZ-Serie

Von Tobias Potratz

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