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Eine Brandenburgerin auf der Islandpferde-WM

Beelitz (Potsdam-Mittelmark) Eine Brandenburgerin auf der Islandpferde-WM

Das Glück dieser Erde liegt für die Beelitzerin Vicky Eggertsson auf dem Rücken der Islandpferde. Als einzige Brandenburgerin reitet sie bei der Islandpferde-Weltmeisterschaft in den Niederlanden mit. In drei verschiedenen Prüfungen will die mehrfache deutsche Meisterin eine Medaille holen.

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Vicky Eggertsson mit ihrer Stute Salvör auf dem Lotushof in Beelitz-Schönefeld (Potsdam-Mittelmark).

Quelle: Julian Stähle

Beelitz. Wenn sich Vicky Eggertsson auf dem Lotushof in Beelitz-Schönefeld (Potsdam-Mittelmark) in den Sattel ihrer Stute Salvör schwingt, sieht man wie professionell Eggertsson den athletischen Körper ihres Pferdes im Tölt über die ovale Bahn dirigiert – eine von zwei besonderen Gangarten der Pferde.

Nächste Woche startet die 43-jährige Beelitzerin als einzige Brandenburgerin bei den Islandpferde-Weltmeisterschaften (7. bis 13. August) im niederländischen Oirschot nahe Eindhoven. „Die Nominierung hat mich nicht wirklich überrascht“, gibt Eggertsson zu und lacht. In diesem Jahr schloss sie drei Passprüfungen als Siegerin mit über 8,00 Punkten ab. Um unter die besten Fünf einer Weltmeisterschaft zu gelangen, sind acht Punkte nötig.

Eine Medaille für Vicky und Salvör

Ihr erklärtes Ziel für die WM: eine Medaille. Insgesamt wird die gebürtige Saarländerin in drei Prüfungen starten: im Speedpass, im Passrennen und in der Passprüfung. Besonders liegt ihr die Passprüfung. In dem Rennen beginnen Pferd und Reiter 25 Meter im Galopp, gefolgt von 25 Metern, in denen das Pferd in den Pass „gelegt“ werden muss. „Dann beginnt die eigentliche Zeitstrecke“, erklärt Eggertsson: „100 Meter Pass in möglichst kurzer Zeit.“ Am Ende hat das Duo noch eine 50-Meter-Strecke, um in den Schritt zu wechseln.

Der Ablauf dauert nicht länger als 15 Sekunden, so Eggertsson. Ihre Bestzeit liegt bei 8,2 Sekunden. Gewertet werden am Ende das Passlegen, die Qualität des Ganges und das Zurücknehmen aus dem Pass. „Es ist ein bisschen wie eine Dressurprüfung. Es ist für mich die schönste, aber auch eine der anspruchsvollsten Strecken“, sagt Eggertsson.

Erfolg durch Zufall

Zum Reiten kam Eggertsson eher durch Zufall. Eine Freundin aus der Schule wollte in ein Islandpferde-Feriencamp fahren und brauchte eine Begleitung. Da war es geschehen. Nach dem Abitur stand die Arbeit mit Pferden im Vordergrund. Geplant war ein Jahr – geworden sind es drei. Nach einer Ausbildung zur Groß-und Außenhandelskauffrau entschlossen sich Vicky und ihr Mann Bergthór Eggertsson 1997 als Reitlehrer und Bereiter selbstständig zu machen.

Inspiriert durch ihren Mann, den gebürtigen Isländer und fünfmaligen Weltmeister verschiedener Passdisziplinen, ritt sie 1994 ihr erstes Rennen – jedoch ohne den gewünschten Erfolg. Derzeit steht Eggertsson an Platz eins der besten Passprüfungen des Islandpferde-Reiter und Züchterverbands (IPZV), dem Dachverband aller Islandpferdevereine Deutschlands. Beim WM-Qualifikationsturnier in Aegidienberg (Rhein-Sieg) im Juli erreichte sie mit Salvör 8,25 Punkte.

Ein Herz und eine Seele

Ein Herz und eine Seele: Vicky mit ihrer Islandstute im Stall des Lotushofes.

Quelle: Julian Stähle

Seit drei Jahren bilden Vicky Eggertsson und Salvör vom Lindenhof, wie die Stute mit vollem Namen heißt, ein Gespann. „Wir haben lange gesucht und als wir sie sahen, haben wir sie sofort genommen“, erzählt Eggertsson. Ursprünglich sollte Salvör nur zwei Jahre Rennen laufen, doch die Erfolge stellten ihre Zuchtkarriere hinten an. „Wir wussten, dass sie gut war, aber nicht so gut“, schildert sie die überraschenden Resultate.

Vor zwei Wochen begann sie mit dem WM-Training der 144 Zentimeter großen Stute: Ausdauertraining, Einheiten auf einem höhenverstellbaren Pferdelaufband und einmal die Woche ein Passspurt. „Das ist sonst zu anstrengend“, erklärt die Reiterin. Mit elf Jahren sei die Stute im besten Alter. „Dann sind die Pferde ausgewachsen. Außerdem werden die Rennpasser im Alter immer besser – entwickeln mehr Kraft und Routine“, meint sie.

Salvör hat im Training viel Zeit auf dem Laufband verbracht

Salvör hat im Training viel Zeit auf dem Laufband verbracht. „Er mag das“, sagt Vicky Eggertsson.

Quelle: Julian Stähle

Eggertsson freut sich auf die Weltmeisterschaft, nervös ist sie nicht. Doch Salvör wirke direkt vor dem Start ein wenig unruhiger. „Aber im Lauf punktet sie durch ihre Coolness“, so die Rennreiterin. Vicky Eggertsson und die Stute „mit dem guten Charakter“ starten am kommenden Donnerstag (19 Uhr) in die Passprüfung.

50 000 Islandpferde gibt es in Deutschland – 265 000 insgesamt.

Ein Islandpferd gilt als solches, wenn die gesamten Vorfahren restlos nach Island zurückverfolgt werden können.

Das Besondere sind die zwei zusätzlichen Gangarten: der Tölt und der Pass.

Bei der WM vom 7. bis zum 13. August 2017 in Oirschot in den Niederlanden treten 300 Reiter aus 19 Nationen an.

 

Von Lisa Neumann

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