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Emotionaler Abschied von Iker Romero

Handball-Bundesligist Füchse Berlin Emotionaler Abschied von Iker Romero

Der Spanier trug vier Jahre lang das Trikot der Füchse und avancierte zum absoluten Publikumsliebling. Nun geht er mit seiner Freundin, Spreefüxxe-Spielerin Laura Steinbach, zurück nach Spanien. Beim 29:32 gegen Flensburg-Handewitt erweist ihm sogar der Gegner Respekt. Eine riesige Überraschung gab es dagegen für Coach Dagur Sigurdsson.

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Die Füchse-Spieler lassen Iker Romero hochleben.

Quelle: Foto: imago

Berlin. Die letzte Szene seiner Karriere zeigte Iker Romero, welchen Respekt er genießt. Sekunden vor Schluss kam der Kapitän der Füchse Berlin an den Ball und die Abwehrspieler der SG Flensburg-Handewitt gingen bereitwillig aus dem Laufweg. Sie standen regelrecht Spalier und ermöglichten dem 34-Jährigen so das letzte Tor seiner langen Handball-Karriere. Ein letztes Mal hallte ein „Viva España“ durch die Max-Schmeling-Halle, das bei jedem Tor des Spaniers eingespielt wurde. Achtmal erschallte es am Freitagabend, Romero war der beste Werfer seines Teams, die 29:32 (15:13)-Niederlage im letzten Bundesligaspiel der Saison konnte er damit allerdings nicht verhindern.

Wiede: „Es war eine tolle Atmosphäre“

Doch das Ergebnis spielte an diesem Abend eh eine untergeordnete Rolle. „Man hat schon gemerkt, dass es für einige das letzte Spiel ist. Das war auch traurig, gerade nach dem Spiel, als alle verabschiedet wurden. Aber es war eine tolle Atmosphäre“, sagte Fabian Wiede. Der Bad Belziger, dem gegen die SG ein Tor gelang, habe viel von Romero gelernt: „Er hat Paul (Drux, d. R.) und mir sehr viel geholfen, er hat eine Menge Erfahrung, die er gerade an uns junge Spieler weitergegeben hat.“ Auch Füchse-Präsident Frank Steffel reihte sich in die Liste der Romero-Verehrer ein. „Wir sind stolz, dass er einen Teil seiner großartigen Karriere in Berlin verbracht hat“, sagte Steffel.

Vier Jahre spielte Romero für die Berliner, 2011 wechselte er vom FC Barcelona zu den Füchsen. Die Verpflichtung des Weltmeisters von 2005 und des zweifachen Champions-League-Siegers galt damals als sensationeller Coup. Der 200fache Nationalspieler wurde auf Anhieb zum Publikumsliebling, erreichte mit den Berlinern 2012 direkt das Final-Four-Turnier der Champions League und führte 2014 das Team als Kapitän zum DHB-Pokal-Sieg. Es war der erste Titel in der Geschichte der Füchse. Den würdigen Abschluss seiner unvergleichlichen Karriere feierte er vor drei Wochen, als die Berliner in eigener Halle erstmals den EHF-Cup gewannen.

Fünf Spieler verlassen den Verein

Am Freitag endete seine Zeit in Berlin, er zieht zurück nach Spanien und nimmt Freundin Laura Steinbach, Handballerin bei Bundesligist Spreefüxxe Berlin, gleich mit. Auch Pavel Horak (HC Erlangen), Tom Skroblien (TBV Lemgo), Konstantin Irgropulo (Kolding Kopenhagen) und Evgeni Pevnov (VfL Gummersbach) verlassen den Verein, genau wie Trainer Dagur Sigurdsson, der sich nun voll und ganz seinem Amt als deutscher Nationaltrainer widmen wird.

Für den Isländer, der sechs Jahre im Amt war, gab es dabei eine besondere Überraschung. Sein jüngerer Bruder Bjarki, in Island ein Pop-Star, schenkte Sigurdsson eine Gitarre. „Er war der perfekte Trainer für unsere Mannschaft. Die Füchse-Familie ist traurig, doch es überwiegt die Dankbarkeit“, sagte Steffel. Der Trainer habe die Füchse in der Spitze des europäischen Handballs etabliert, so der Vereinspräsident. Aus den Händen von Füchse-Kultspieler Konrad Wilczynski, 2008 der erste Österreicher, der Torschützenkönig wurde, erhielt Sigurdsson einen Abschiedsbären.

Sigurdsson-Nachfolger steht bereits fest

Wilczynski ist derzeit Manager bei der SG Handball West Wien. Und als solcher verliert er seinen Trainer: West-Wien-Coach Erlingur Richardsson wird ab der kommenden Saison die Füchse trainieren und schaute sich auch gleich am Freitag das Spiel an. Die Stimmung in der mit 9000 Zuschauern ausverkauften Max-Schmeling-Halle dürfte bei dem Isländer die Vorfreude auf die kommende Saison durchaus gesteigert haben.

Von Stephan Henke

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