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Ende einer Lauterer Ära: Kuntz hört nach Streit auf

Fußball Ende einer Lauterer Ära: Kuntz hört nach Streit auf

Seit fast acht Jahren ist Stefan Kuntz Vorstandschef "seines" 1. FC Kaiserslautern. Davor war er als Spieler schon Meister und Pokalsieger mit diesem Verein. Nach einem Zerwürfnis mit dem Aufsichtsrat wird er den FCK am Saisonende verlassen.

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Kaiserslauterns Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz steht wegen der Club-Finanzen und seiner Personalpolitik in der Kritik.

Quelle: Uwe Anspach

Kaiserslautern. Die Ära Stefan Kuntz wird beim 1. FC Kaiserslautern in diesem Sommer enden. Nach einem Zerwürfnis mit dem Aufsichtsrat kündigte der frühere Nationalspieler an, seinen Vertrag als Vorstandsvorsitzender seines Herzensvereins nach der Saison aufzulösen.

"Es gab in letzter Zeit unterschiedliche Auffassungen über die weitere Ausrichtung und die Strategien des Vereins. Und wenn die Strategien des Vorstandsvorsitzenden und des Aufsichtsrates auseinandergehen, dann steht der FCK über allem", erklärte Kuntz. Dann sei es besser, "wenn man sich trennt".

Der Abgang des 53-Jährigen hat verschiedene Dimensionen. Vor und noch lange nach seinem Amtsantritt im April 2008 galt Kuntz als eine der größten Legenden in der turbulenten Geschichte des viermaligen deutschen Meisters. In etwa vier Monaten wird er den Fußball- Zweitligisten als äußerst umstrittener Clubchef verlassen.

Vor allem aber verschärft dieser Schritt die große Führungskrise bei den "Roten Teufeln". Aufsichtsratschef Dieter Rombach war bereits bei der Mitgliederversammlung Mitte Dezember zurückgetreten. Kuntz' Vorstandskollege Fritz Grünewalt scheidet Ende März aus seinem Amt aus. Der neue Aufsichtsrat um Nikolai Riesenkampff muss nun binnen kurzer Zeit drei Vorstände für die Bereiche Sport, Finanzen sowie Marketing suchen. "Das ist eine sehr große Herausforderung", sagte Riesenkampff am Montag im Fritz-Walter-Stadion. "Aber wir sind davon überzeugt, dass der Verein nicht ins Chaos gehen wird."

Wer aber die jüngste Mitgliederversammlung und auch die Pressekonferenz am Montag verfolgte, bekam den Eindruck: Das Chaos ist längst da. Vordergründig geht es bei Kuntz' Abschied um das Thema Wintertransfers. Der Vorstand und auch Trainer Konrad Fünfstück wollten vor Beginn der Rückrunde mindestens den Verteidiger Emanuel Pogatetz vom US-Club Columbus Crew verpflichten, um noch einmal in das Aufstiegsrennen eingreifen zu können. Der Aufsichtsrat legte mit dem Verweis auf das große finanzielle Risiko jedoch ein Veto ein.

Innerhalb des Vereins war es in den vergangenen Monaten zu teilweise noch viel heftigeren Auseinandersetzungen gekommen. Kuntz stand dabei immer im Zentrum. Er und seine Mitstreiter handelten mit der Stadt eine Reduzierung der Stadionmiete aus, aber der Bund der Steuerzahler prangerte das als Verschwendung öffentlicher Gelder an.

Kuntz sprach bei der jüngsten Mitgliederversammlung von einer "wirtschaftlich positiven Entwicklung" des FCK. Aber Kritiker wie der ehemalige Aufsichtsratschef Dieter Buchholz nannten das öffentlich "einen Bluff". Nur der Verkauf von Leistungsträgern wie Willi Orban, Dominique Heintz und Philipp Hofmann hätten einen Millionen-Verlust verhindert. Kuntz wurde daraufhin zwar von den Mitgliedern entlastet - aber nur noch mit 61,1 Prozent der Stimmen. "Nach dieser Versammlung war das Drücken des Reset-Knopfes beim FCK nötig", sagte er.

Kuntz' sportliche Bilanz ist ebenfalls längst nicht mehr unumstritten. Eigentlich gehört er als Kapitän der Meistermannschaft von 1991 und Retter vor dem drohenden Drittliga-Abstieg 2008 zu den ganz Großen der FCK-Historie. Aber zuletzt wurde ihm auch immer häufiger angekreidet, dass sein Verein nach dem Bundesliga-Abstieg 2012 dreimal nacheinander am großen Ziel Wiederaufstieg scheiterte. In Konrad Fünfstück installierte er bereits den dritten Cheftrainer seit 2012. Aktuell stehen die Lauterer wieder nur auf Platz acht.

dpa

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