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Erst kein "Bums", dann bestraft: Vettels Angriff scheitert

Motorsport Erst kein "Bums", dann bestraft: Vettels Angriff scheitert

Eine Elektronikpanne und ein harter Richterspruch haben Sebastian Vettels Angriffsplan gegen die Mercedes-Herrschaft schon in der Kanada-Qualifikation zerstört.

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Für Ferrari-Star Sebastian Vettel lief es in der Kanada-Quali überhaupt nicht rund.

Quelle: Valdrin Xhemaj

Montreal. "Wir hatten im Endeffekt keinen Bums", sagte der deutsche Ferrari-Pilot nach der enttäuschenden Fahrt auf Rang 16 in Montreal. Zwei Stunden später kam es noch schlimmer. Die Rennkommissare versetzten Vettel um weitere fünf Plätze nach hinten, weil er im Vormittagstraining den Manor-Fahrer Roberto Merhi unter Roter Flagge überholt hatte. Damit wird Vettel am Sonntag wohl aus der letzten Reihe starten.

Die Silberpfeile dagegen waren auf dem Circuit Gilles Villeneuve erneut nicht zu stoppen. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton eroberte am siebten Grand-Prix-Wochenende des Jahres seine sechste Pole Position, sein Teamkollege Nico Rosberg fuhr auf Rang zwei.

So deutet auch in Kanada alles auf einen Sieg der bislang übermächtigen Mercedes hin, auch wenn Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen als Dritter am Start freie Sicht auf die beiden WM-Führenden hat. Mit einem verbesserten Motor hatte die Scuderia eigentlich gehofft, das Rennen offener gestalten zu können. "Das ist natürlich bitter für uns, weil wir nah dran gewesen wären. Wie nah, werden wir jetzt nicht rausfinden", sagte Vettel ernüchtert.

Seiner Crew stand nach dem frühen Aus ein langer Arbeitstag bevor, um den Defekt bis zum Start zu beheben. "Irgendein Teilchen ist kaputt gegangen, nichts Teures, aber es hat uns leider lahm gelegt", sagte Vettel.

Kurz darauf musste er wegen seines Trainingsmanövers gegen Merhi zur Anhörung bei den Rennrichtern antreten. Deren Urteil warf Vettel noch weiter zurück. Für ihn geht es jetzt nur noch um Schadensbegrenzung. "Wir haben ein schnelles Auto, also sollten wir in der Lage sein, viel Boden gutzumachen", sagte der WM-Dritte.

In der Gesamtwertung drohen Vettel angesichts der Ausgangslage schwere Verluste im Kampf gegen das Mercedes-Duo. Derzeit liegt er 28 Punkte hinter Hamilton und 18 hinter Rosberg.

Hamilton war nach der insgesamt 44. Pole Position seiner Karriere schwer erleichtert. "Ich fühle mich wunderbar. Es war nicht der einfachste Tag heute", sagte der 30-Jährige. Am Freitag war er im Training von der nassen Piste in einen Reifenstapel gerutscht, am Samstagvormittag brachte er in der abschließenden Übungseinheit nur wenige Runden zustande und wurde Letzter.

Doch wie so oft, war Hamilton auf den Punkt da, als es zählte. Bei seiner schnellsten Runde hatte der Titelverteidiger saftige 0,309 Sekunden Vorsprung auf Stallrivale Rosberg. "Das war nix jetzt am Ende. Das hat mich sehr geärgert", sagte Rosberg und beklagte die mangelnde Haftung seiner Hinterreifen.

Nach zuletzt zwei Siegen in Serie rechnet sich der Deutsche aber auch für diesen Sonntag weiter Chancen aus. "Das Rennen ist noch nicht gelaufen, es gibt hier Chancen zum Überholen", sagte der 29-Jährige. Zuletzt kam Rosberg auch das Glück zur Hilfe, als er in Monaco von einem Taktikpatzer seines Teams profitierte, der den führenden Hamilton den Sieg kostete.

Auf so etwas wird Rosberg aber wohl kaum wieder hoffen können. Mercedes hat nach dem Fiasko von Monte Carlo seine Abläufe verändert, Hamiltons Ärger über den Vorfall scheint verraucht. "Ich habe hier meinen ersten Grand Prix gewonnen. Jetzt hier die nächste Pole zu holen, ist etwas Besonderes für mich", sagte Hamilton.

dpa

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