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Ex-Motor-Boxer im Olympia-Ring

Boxen, Motor Babelsberg Ex-Motor-Boxer im Olympia-Ring

Bei den am Freitag beginnenden Olympischen Spielen in Rio werden auch ehemalige Boxer vom Bundesligisten Motor Babelsberg in den Olympia-Ring klettern.

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Superschwergewicht Filip Hrgovic ist eine große Olympia-Hoffnung Kroatiens. Foto: Detlev Scheerbarth

Potsdam. Seit 1904 steht das Boxen auf dem olympischen Programm und ist damit eine der ältesten Disziplinen. Medaillen gibt es für die Männer in zehn Gewichtsklassen und in drei bei den Frauen zu gewinnen.

Einige der qualifizierten Sportler standen in der Vergangenheit auch für die Bundesliga-Mannschaft des SV Motor Babelsberg im Ring. Dies zeigt, dass auch in Potsdam regelmäßig Amateurboxen auf Weltniveau zu sehen war.

Superschwergewicht Filip Hrgovic ist heißer Medaillenkandidat

So war es ein echter Coup, den der kurz darauf verstorbene Boxmanager Ralph Mantau dem Potsdamer Publikum im April beim letzten Heimkampf gegen Nordhausen präsentierte. Mit dem kroatischen Superschwergewicht Filip Hrgovic trug der Ranglistenerste 2014/15 der Weltliga das Babelsberger Motor-Trikot. Verpflichtet hatte Mantau den 24-jährigen in Halle am Rande des Chemiepokals, den Hrgovic in seiner Gewichtsklasse souverän gewonnen hatte.

Der bis dahin in der Bundesliga ungeschlagene Russe Vladimir Ivanov stand für Nordhausen im Ring. Mit einem technischen K.o. in der 2. Runde krönte Hrgovic den Sieg der Babelsberger Mannschaft und den Gewinn der deutschen Meisterschaft.

Starkes Duo aus Holland

Nachdem auch noch Wladimir Klitschko den jungen Kroaten im Juni als Sparringspartner in sein Trainigcamp geladen hatte, gilt Hrgovic als ein ganz heißer Medaillenanwärter im Superschwergewicht.

Ebenfalls sehr gute Chancen auf Edelmetall werden dem gerade 22-jährigen Eimantas Stanionis im Weltergewicht eingeräumt. Auf der Weltrangliste wird der junge Litauer auf Platz sechs geführt. Mit gerade 19 Jahren hatte er in der Saison 2013/14 für Babelsberg alle Kämpfe seiner Gewichtsklasse gewonnen.

Seit zwei Jahren stehen die Niederländer Enrico La Cruz (Leichtgewicht) und Peter Mullenberg (Halbschwergewicht) im Babelsberger Team. Sie trugen maßgeblich zum Gewinn der Mannschaftsmeisterschaft bei. Insbesondere der frühere Militärweltmeister Mullenberg möchte nicht ohne Medaille wieder nach Hause fahren. Ob der 28-Jährige anschließend noch für die Bundesliga zur Verfügung steht, ist allerdings fraglich. Ihm werden Ambitionen auf eine Profikarriere nachgesagt.

Araik Marutjan hat sich auf den letzten Drücker qualifiziert

In früheren Jahren kamen in Babelsberg immer wieder junge Talente zum Einsatz, die später im deutschen Nationalkader Karriere machten. So durfte der Hamburger Halbweltergewichtler Artem Harutyunyan am letzten Mittwoch ins deutsche Boxerquartier nach Brasilia reisen. Er hatte 2010/11, noch mit Kopfschutz, packende Kämpfe für Babelsberg geliefert.

Ein Jahr darauf konnte Ralph Mantau ein anderes deutsches Talent, ebenfalls mit armenischen Wurzeln, verpflichten. Der Schweriner Araik Marutjan hatte in den letzten Monaten mit Verletzungspech zu kämpfen. Als letzter Deutscher konnte sich der Sportsoldat Anfang Juli für Rio qualifizieren.

Sechs Deutsche im olympischen Box-Turnier

Sechs Sportler reisen für den deutschen Boxverband (DBV) nach Brasilien. Das Quartier liegt in der Hauptstadt Brasilia, etwas abseits vom Trubel des Olympischen Dorfes. Ähnlich wie die erfolgreiche Fußballnationalmannschaft möchte man sich in Ruhe vorbereiten und wird erst kurz vor den jeweiligen Kämpfen nach Rio fliegen. In einer Konkurrenz von insgesamt 286 Athleten soll das Ergebnis von 2012 verbessert und mindestens eine Medaille gewonnen werden. In London hatte der Berliner Stefan Härtel im Mittelgewicht einen fünten Platz erreicht und war damit der erfolgreichste deutsche Boxer.

Von Detlev Scheerbarth

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