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Familiäre Atmosphäre bei den Hennigsdorfer Bogenschützen

MAZ-Serie: Mein Verein Familiäre Atmosphäre bei den Hennigsdorfer Bogenschützen

In der Serie „Mein Verein“ stellt die MAZ diesmal den 1. Bogenschützenverein Hennigsdorf vor. Unter den 64 Mitgliedern herrscht eine familiäre Atmosphäre.

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Dirk Mazurkewitz spannt den Bogen.

Quelle: FotoS: Robert Roeske

Hennigsdorf. Er kneift das linke Auge zusammen, spannt den Bogen, zielt und schießt ab. Der Pfeil rast 70 Meter über die Wiese bohrt sich in die Zielscheibe. Wohin, kann man aus dieser Entfernung nur erraten. „Man denkt gar nicht, wie kompliziert das ist. Man muss einfach komplett abschalten und sich auf den Punkt konzentrieren“, erklärt Dirk Mazurkewitz die Schwierigkeit des Bogenschießens. Nachdem er und die anderen Mitglieder des 1. Bogenschützenvereins Hennigsdorf alle ihre Pfeile verschossen haben, marschieren sie im Gänsemarsch zur Scheibe und sammeln ihre Pfeile ein. Dann folgt das ganze Prozedere wieder von vorn.

Mazurkewitz hat vor drei Jahren seine Leidenschaft für den Präzisionssport entdeckt. Ihm gefällt, dass es kein Kraftsport ist, aber trotzdem sehr viel Anstrengung abverlangt und dass man dabei draußen in der Natur ist. Er bezeichnet sich selbst als „Feierabendschützen“, der auch nur mal aus Spaß zu Turnieren fährt. Trotzdem reizt es ihn, einmal an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen.

Für ihn zeichnet den Verein das Miteinander aus: „Wir sind wie eine Familie, man gibt sich gegenseitig Tipps und kann beobachten, wie sich die anderen verbessern.“ Er selbst kommt mit seinem Schwiegervater zum Training.

In den Sommermonaten trainieren drei Mal pro Woche alle Generationen gemeinsam auf dem Gelände von Motor Hennigsdorf . Sie werden vom ehemaligen Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft Peter Sauer betreut. Im Herbst ziehen sie in die Halle um, hier wird nur noch aus 18 Metern Entfernung geschossen.

Neben dem starken Aufgebot in den Rentnerklassen sind auch die Kinder zahlreich dabei. Ein paar Schritte entfernt von der Schussbahn der Erwachsenen schießen sie auf eine weniger weit entfernte Scheibe. Die zehnjährige Mirea trainiert seit einem Jahr mit. „Das ist mal was anderes, was sonst keiner macht“, betont das jüngste Vereinsmitglied die Exklusivität des Sports.

Mit 24 Mitgliedern, die unter 18 Jahren sind, hat der Verein einen starken Jugendbereich. Gerd Hauff, der Vorsitzende des Vereins, ist stolz auf diese Zahl und bemerkt einen Zuwachs in den letzten Jahren. Er ist sich aber auch sicher, dass es noch deutlich Kapazitäten nach oben gibt. „Wir könnten viel mehr mit den Jugendlichen machen, aber wir können sie nicht betreuen, da uns die Trainer fehlen“, beklagt er.

Der 68-Jährige ist Gründungsmitglied und hat den Verein als Vorstandsvorsitzender seit 32 Jahren mit aufgebaut. Damals schlossen sich die Bogenschützen von Motor und Empor Hennigsdorf zum 1. BSV Hennigsdorf zusammen. 2004 veranstaltete der BSV als erster Verein der ehemaligen DDR die Deutsche Meisterschaft in Lindow.

Hauff selbst greift mittlerweile nicht mehr in seine Pfeiltasche. Wegen Schulterproblemen musste er seine Karriere aufgeben. Heute fährt er als Chauffeur die Mitglieder zu Wettbewerben: „Irgendwer muss die ja alle fahren“, lacht er laut auf. Die Männer schießen in der Regionalliga Ost und müssen zu ihren Wettbewerben unter ­anderem nach Leipzig oder Rostock. Doch auch von diesem Job will er sich bald zurückziehen. Hauff hofft, dass sich bei den Wahlen im März 2016 ein Nachfolger findet.

Von Laura Bertram

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