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Federer und Murray nach Fünf-Satz-Krimis im Halbfinale

Tennis Federer und Murray nach Fünf-Satz-Krimis im Halbfinale

Roger Federer stand im Viertelfinale von Wimbledon mehrfach kurz vor dem Aus, konnte sich am Ende aber doch noch feiern lassen. Die Chance auf seinen achten Triumph bei dem Rasen-Tennisturnier hat er sich erhalten.

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Jo-Wilfried Tsonga kämpfte sich nach 0:2-Sätzen zurück, musste den Platz aber dennoch als Verlierer verlassen.

Quelle: Hannah Mckay

London. Auch Andy Murray sorgte für Spannung.

Nach dem Happy End in einer dramatischen Partie mit drei abgewehrten Matchbällen wollte sich Federer schon eine kleine Feier gönnen. Er werde auf jeden Fall darauf anstoßen, das Aus beim bedeutendsten Grand-Slam-Turnier gerade noch abgewendet zu haben, kündigte der siebenmalige Champion an. "Ich darf jetzt nicht zu euphorisch werden", warnte der Schweizer aber auch. "Es war nur ein Viertelfinale, dessen bin ich mir bewusst."

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Marin Cilic konnte gegen Roger Federer drei Matchbälle nicht nutzen.

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Einen verrückten Fünf-Satz-Krimi gegen Marin Cilic gewann Federer am Ende noch mit 6:7 (4:7), 4:6, 6:3, 7:6 (11:9), 6:3 und zog zum elften Mal in das Halbfinale des Tennis-Rasenturniers in London ein. So bewahrte er sich die Chance auf den Wimbledon-Rekordsieg und sicherte sich nebenbei eine Bestmarke vor Martina Navratilova. Im Kampf um den Einzug ins Endspiel trifft der 34-Jährige am Freitag auf den kanadischen Weltranglisten-Siebten Milos Raonic, der den Djokovic-Bezwinger Sam Querrey 6:4, 7:5, 5:7, 6:4 besiegte und nach 2014 zum zweiten Mal in der Vorschlussrunde von Wimbledon steht.

Im zweiten Halbfinale steht der britische Hoffnungsträger Andy Murray dem Tschechen Tomas Berdych gegenüber. Murray, Sieger von 2013, machte es ebenfalls spannend, als er eine klare Führung aus der Hand gab. Fünf Sätze kämpfte der 29-Jährige für das 7:6 (12:10), 6:1, 3:6, 4:6, 6:1 gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga. Der tschechische Finalist von 2010, Berdych, kam mit einem Dreisatzerfolg über Tsongas Landsmann Lucas Pouille weiter.

Nicht viel hatte gefehlt und auch Federer hätte sich nach dem sensationellen Drittrunden-Aus des serbisches Titelverteidigers Novak Djokovic verabschieden müssen. "Ich war in so großen Problemen", sagte Federer. "Es war ein unglaubliches Match. Das gibt mir mental einen großen Schub. Der Traum geht weiter."

Die reine Ziffernfolge spiegelt nicht wieder, welche Spannung sich in den 3:17 Stunden abspielte. 0:2 in Sätzen lag Federer zurück, kämpfte sich wieder heran. Dank eines Returnfehlers des US-Open-Siegers von 2014, einem Ass und eines Service-Winners hielt er sich bei den Matchbällen von Cilic im Spiel. Bei 4:5, bei 5:6 sowie im Tiebreak des vierten Satzes. Der 17-fache Grand-Slam-Sieger verwandelte dann seinen ersten Matchball und genoss den Applaus. Zum zehnten Mal drehte er ein Match nach einem 0:2-Satzrückstand. "Wenn ich das Match noch mal spielen würde, würde ich bei den Chancen aggressiver spielen. Da war vielleicht ein bisschen Zögern dabei", sagte Cilic.

Federer war nicht als Topfavorit nach Wimbledon gekommen. Doch die frühe Niederlage des serbischen Topstars Djokovic eröffneten ihm neue Perspektiven. Ziel seiner Träume ist das dritte Endspiel in Wimbledon nacheinander und vor allem ein achter Triumph. So oft hat noch nie jemand das älteste Tennisturnier der Welt gewonnen.

Bei all der Dramatik im ersten Spiel am Mittwoch auf dem Centre Court geriet zur Nebensache, dass er einen weiteren Rekord aufstellte. Der Baseler feierte seinen 307. Sieg bei einem der vier wichtigsten Turniere, so viele hat kein anderer geschafft. Nach dem Achtelfinale hatte er sich die Bestmarke mit Martina Navratilova geteilt.

Federer und Wimbledon ist eine andauernde Liebesbeziehung. In diesem Jahr waren die Erwartungen nach seinen Verletzungsproblemen gering. Der zweifache Zwillingsvater hatte sich nach den Australian Open den Meniskus gerissen. Anschließend bremsten ihn eine Erkrankung und Rückenprobleme. Die French Open verpasste der Weltranglisten-Dritte.

So kam er mit wenig Match-Praxis und ohne einen Turniersieg in dieser Saison in Wimbledon an. Überraschend leicht und ohne Satzverlust bahnte er sich dann seinen Weg bis ins Viertelfinale, war aber in den ersten Runden kaum gefordert - bis zum Auftritt gegen Cilic.

dpa

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