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Fehrbelliner Fallschirmspringer auf Rekordjagd

MAZ-Serie: Mein Verein Fehrbelliner Fallschirmspringer auf Rekordjagd

In der MAZ-Serie Mein Verein stellen wir diesmal Take Off Fallschirmsport Fehrbellin vor. Die Männer und Frauen aus Ostprignitz-Ruppin haben ein spektakuläres Hobby und fliegen auf unterschiedlichste Art durch die Lüfte. Dabei jagen sie sogar Rekorde – wie zum Beispiel mit dem spektakulären Sprung über Eloy in Arizona (USA) im Jahr 2014 (VIDEO).

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Formationsflug über den Feldern der Ostprignitz.

Quelle: Verein/ Karin meißner

Fehrbellin. Sie finden sich im freien Fall bei bis zu 250 Stundenkilometern in der Luft zusammen, bilden Figuren und sausen wie Ameisen nach wenigen Sekunden wieder auseinander. So einfach könnte man den Fallschirmsport beschreiben. Doch so einfach wie es klingt, ist es nicht, wie Corinna Hilger vom Take Off Fallschirmsport Fehrbellin (Ostprignitz-Ruppin) erzählt: „Zunächst werden die Figuren am Boden geübt. Erst stehend und dann liegend auf Brettern. Oftmals auch noch im Windkanal.“ Voraussetzung fürs Formationsspringen ist jahrelange Erfahrung im Fallschirmspringen. Anschließend geht es mit dem Flugzeug, einer 18-sitzigen Cessna, auf 4000 Meter hinauf. Von dort springen die Sportler nahezu gleichzeitig aus dem Flieger und finden sich nur wenige Sekunden später im freien Fall zusammen, um verschiedene Formationen zu bilden.

„Timing, Präzision und jede Menge Erfahrung sind dazu nötig“, sagt Corinna Hilger, die seit 1996 mit dem Fallschirm springt und mit einem 4er-Team sowie dem 16er-Team „Trick 17“ des Take Off Fehrbellin ab Wettkämpfen teilnimmt. Im vergangenen Jahr erreichte „Trick 17“ den 3. Platz bei den Deutschen Meisterschaften in Eisenach.

214er Formation über der Wüste Arizonas

Das Highlight in Corinna Hilgers bisheriger Springer-Laufbahn war jedoch die Teilnahme am Deutschen Rekord. Gemeinsam mit 22 anderen Vereinsmitgliedern aus Fehrbellin war sie bei der erfolgreichen Umsetzung des Rekordversuchs über der Wüste Arizonas im Jahr 2014 dabei. „Ich bekomme noch heute Gänsehaut, wenn ich mir die Bilder anschaue“, gibt die 43-Jährige zu. 214 Männer und Frauen aus Deutschland formten im freien Fall eine Figur. Kein Team aus einem anderen Land ist jemals eine Formation dieser Größe gelungen.

Neben dem Formationsspringen gibt es noch weitere Disziplinen im Fallschirmsport, welche auch beim Take Off Fehrbellin ausgeübt werden. Beim Freefly oder Freestyle zeigen die Springer verschiedene Drehungen und Figuren in der Luft – einzeln oder synchron in Teams, kopfüber und fußwärts.

Wie beim Fliegen der Vögel

Beim Swooping nehmen die Fallschirmspringer vor der Landung noch einmal große Geschwindigkeit auf, indem sie den Schirm spiralenförmig Richtung Erde steuern. Horizontal zum Boden surfen sie dann mit bis zu 80 km/h. Und das Wingsuit Flying ist die Form des Fallschirmspringens, die wohl am ehesten ans Vogelfliegen erinnert. Durch die großen Flügel des Overalls kann die Freifallgeschwindigkeit reduziert und die Freifallzeit fast verdreifacht werden. Mit der Wingsuit können somit längere Strecken zurück gelegt werden.

Der Sportflugplatz in Fehrbellin ist allerdings nicht nur Wettkampfstätte und Trainingsort für die erfahrenen Springer, sondern auch Familienausflugsziel. Menschen, die den Wahnsinn des Fallschirmspringens mit einem Tandemsprung selber erleben wollen, mischen sich unter die Flugschüler und langjährigen Sportspringer. „Die meisten von uns sind so auch zu diesem Sport gekommen“, sagt Corinna Hilger.

Von Luisa Müller

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