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Figo verzichtet: Nur noch Blatter gegen Prinz Ali

Fußball Figo verzichtet: Nur noch Blatter gegen Prinz Ali

Luis Figo und Michael van Praag machen nicht mehr mit. Nach zwei Verzichtserklärungen binnen weniger Stunden hat Joseph Blatter nur noch einen Gegner bei seiner wahrscheinlichen Wiederwahl als Präsident des Fußball-Weltverbandes.

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Luis Figo nimmt seine Kandidatur zurück. Foto: Andy Rain

Amsterdam. Während der Niederländer van Praag acht Tage vor der Abstimmung beim FIFA-Kongress in Zürich seine Entscheidung mit der Kooperation für den letzten noch verbliebenen Blatter-Herausforderer Prinz Ali bin al-Hussein begründete, übte Ex-Fußballstar Figo scharfe Kritik am Amtsinhaber.

Er stehe noch immer zu seinen Ideen und seinem Wunsch, die FIFA aktiv zu erneuern "und ich stehe zur Verfügung, wenn man mir beweisen kann, dass wir nicht unter einer Diktatur leben", schrieb Figo in einem langen Statement, das der 42 Jahre alte Portugiese auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. Er kritisierte den Wahlprozess als Abstimmung zur Macht eines einzelnen Mannes - "etwas, das ich nicht bereit bin mitzumachen".

In den zurückliegenden Monaten habe er bei seinen Reisen nicht nur den Wunsch nach Veränderungen gespürt. Er habe Vorfälle erlebt auf der ganzen Welt, "die jeden beschämen sollten, der frei, sauber und demokratisch sein will". Seine Entscheidung sei getroffen, "ich stehe nicht zur Verfügung, für das, was eine Wahl des FIFA-Präsidenten genannt wird", betonte Figo.

Dessen Bekanntgabe erfolgte nur wenige Stunden nachdem van Praag seinen Verzicht erklärt hatte. Mit dem Schulterschluss wollen Prinz Ali bin al-Hussein und van Praag eine fünfte Amtszeit des höchstumstrittenen Blatter noch verhindern.

"Nach gründlicher Überlegung und Reflexion mit mehreren Beteiligten, hat sich Michael van Praag entschieden, seine Kandidatur für die FIFA-Präsidentschaft zurückzuziehen und die Kräfte mit Präsidentschaftskandidat Prinz Ali Hussein zu bündeln", hieß es in einer Pressemitteilung des Wahlkampfteams des niederländischen Verbandschefs am Donnerstag.

Bislang hatten die Bewerber alle ihre Autonomie betont. Dennoch wurde allgemein davon ausgegangen, dass es Strategie der Blatter-Gegner sein werde, am Ende nicht mit einem Trio anzutreten und sich dadurch gegenseitig Stimmen wegzunehmen. Figo galt ohnehin nur noch als Streichkandidat in einem ersten Urnengang, da sich die europäischen Verbände nun wohl hinter Prinz Ali bin al-Hussein vereinen werden.

Die 209 FIFA-Mitgliedsländer wählen den neuen Chef am Freitag kommender Woche. Ein erneuter Sieg Blatters gilt angesichts der Unterstützung des Schweizers aus Afrika und Asien als nahezu sicher - unabhängig aller Personalentscheidungen seiner Konkurrenz. Letztlich wird es für diese nur noch darum gehen, möglichst viele Stimmen zu bekommen, um die Position des 79-Jährigen symbolisch zu schwächen. Offenbar traut die Koalition der Blatter-Gegner eher Prinz Ali zu, dieses Minimalziel zu erreichen.

Van Praag gilt als einer der profiliertesten Kritiker Blatters. Vor dem FIFA-Kongress 2014 in Sao Paulo hatte er bei einer UEFA-Sitzung das Wort ergriffen und den im Saal anwesenden Schweizer zum Rückzug aufgefordert. Dies hatte Blatter später als schlimmste Brüskierung in seiner Funktionärs-Laufbahn bezeichnet. Der 67-jährige van Praag wollte nur eine Amtszeit als FIFA-Chef fungieren, um eine Erneuerung des skandalumwitterten Weltverbandes einzuleiten. Die FIFA hatte er als Hort der "Unordnung" bezeichnet, der "ständig unter Verdacht von Interessenkonflikten, Vetternwirtschaft und Korruption" stünde.

Van Praag, der Blatter trotz aller Kritik immerhin noch als Berater in sein Führungsteam integrieren wollte, galt auch als Kandidat des Deutschen Fußball-Bundes. Präsident Wolfgang Niersbach hatte seinen Kollegen aus dem UEFA-Exekutivkomitee als absolut geeignet bezeichnet. Dennoch hatte sich der DFB bislang nicht auf einen Favoriten öffentlich festlegen wollen, da der nun eingetretene Rückzug nicht ausgeschlossen worden war.

dpa

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