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Von der Konsole in die Realität

Motorsport Von der Konsole in die Realität

Mike Ortmann aus Blumberg hat seine erste Saison in der Formel 4 als zweitbester Debütant (Rookie) abgeschlossen. Unter anderem ließ er Mick Schumacher, den Sohn von Formel 1-Legende Michael Schumacher, hinter sich. Lange hat er die großen Rennstrecken nur an der Playstation kennengelernt. Nun fährt er real in Monza und Hockenheim.

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Mike Ortmann will in den Profi-Motorsport vordringen.

Quelle: Foto: www.kartnet.de

Blumberg. Das glühende Flimmern steigt über dem Asphalt auf. Die Motoren jaulen ohrenbetäubend und die Menge tobt vor historischer Kulisse. Das Flair der Rennstrecke im königlichen Park von Monza nördlich von Mailand kannte Rennsport-Youngster Mike Ortmann aus Blumberg (Barnim) viele Jahre nur von der Konsole. „Ich bin die Strecke diverse Male an der Playstation gefahren und habe lange davon geträumt, dort mal in real zu fahren“, so der 15-Jährige, der aktuell noch auf die Berufsschule geht.

In der abgelaufenen Formel 4-Saison wurde der Traum von Monza für ihn Wirklichkeit. An einem Testwochenende im Juni fuhr er für sein ADAC Berlin-Brandenburg-Team auf der Strecke in Monza, wo sonst der Formel 1-Zirkus um Sebastian Vettel und Lewis Hamilton tobt. „Das war eine extrem besondere Erfahrung für mich“, sagt Ortmann mit stolzem Lächeln.

Rang zwei vor Schumi-Junior

Doch sportlich war dies nur der Anfang für das Brandenburger Talent. Im ersten Jahr in der Formel 4 fuhr Mike Ortmann in der Wertung unter den Rookies (Wertung der Debütanten) auf Rang zwei. Hinter ihm taucht in der Liste ein Name auf, den er ebenfalls von der Playstation und aus dem Fernsehen kennen dürfte. Mick Schumacher, der Sohn von Rennfahrerlegende Michael Schumacher, belegte Rang drei. Der große Name spielt jedoch für Ortmann keine bedeutende Rolle. „Er ist ein guter Kumpel und ein guter Fahrer. Ein Typ wie jeder andere auch“, sagt Ortmann über Schumacher. In der Gesamtwertung belegte Ortmann außerdem einen guten zwölften Platz. Obwohl er am vergangenen Wochenende beim letzten Saison-Rennen von Hockenheim noch Platz eins in der Rookie-Wertung räumen musste, ist Ortmann sehr zufrieden. „Das war am Anfang etwas enttäuschend, aber insgesamt ist die Saison ein Megaerfolg für uns“, so der Barnimer. „Er hat viel Talent und fährt konstant. Er hat gezeigt, dass unsere Investitionen in ihn begründet waren“, sagt sein Teamchef Peter Mücke.

Gute Voraussetzungen für die Zukunft

Nach dem Erfolg der Saison sieht Ortmann gute Voraussetzungen für einen Karriereschub. „Natürlich ist die Formel 1 im Hinterkopf, aber da wollen viele rein. Man braucht Glück und finanzielle Unterstützung“, sagt er. Die Suche nach Sponsoren sei eine große Aufgabe für die anstehende freie Zeit und dürfte nach der Saison etwas leichter ausfallen. Ein wichtiger Grund für seinen schnellen Erfolg ist unter anderem sein ganz eigener Fahrstil. In den Rennen findet er oft einen gesunden Mix aus frechem Auftreten und besonnenen Entscheidungen. „Ich bin ein aggressiver Fahrer, aber ich will auch im Ziel ankommen. Bei Manövern überlege ich genau, ob das Risiko zu groß ist oder nicht.“ Auch abseits der Rennstrecke wirkt Ortmann bodenständig. In seiner Heimat fährt er gern Rad und joggt durch die Barnimer Landschaften rund um seinen Heimatort Blumberg.

Besonnen und doch mit einem großen Schuss Selbstvertrauen blickt Ortmann in die Zukunft. In seinem zweiten Jahr wird er 2016 nicht mehr in der Rookie-Wertung geführt und steckt sich höhere Ziele. Der nächste Schritt sei es, in der nächsten Saison um die Meisterschaft in der Formel 4 zu fahren, um dann später den Sprung in den Profi-Motorsport zu schaffen. Damit würde ein weiterer Konsolen-Traum Wirklichkeit werden.

Von Tobias Potratz

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